Der Regen ist abgeklungen. Zeit für eine Einordnung. «Es ist beachtlich, was zusammengekommen ist», sagt Christoph Frauenfelder, Inhaber der Wetterstation Fürstenland namens Meteotop in Niederuzwil. Zwischen Freitagnachmittag und Sonntagabend waren es 105 mm Niederschlag. Es kamen in dieser Zeitspanne also beinahe elf Giesskannen mit einem Inhalt von je zehn Litern zusammen – und das pro Quadratmeter. Somit sind allein an diesen drei Tagen 75 Prozent der durchschnittlichen August-Menge gefallen. Es steht bereits jetzt fest, dass der August in Niederuzwil als zu nass in die Geschichts- und Statistikbücher eingehen wird. Und zwar deutlich. Am Sonntagabend bei Regen-Ende war der Soll-Wert um bereits 55 Prozent überschritten und es sind seit Monatsbeginn schon 215 mm Regen gefallen.

Besonders eindrücklich war, welche Wassermassen die Thur mit sich führte. Bei der Messstelle Halden – nach dem Zusammenfluss von Thur und Sitter – wurde der Höhepunkt am Sonntagabend um etwa 18 Uhr erreicht. Pro Sekunde donnerten 950 Kubikmeter Wasser vorbei. «Ein markantes Hochwasser also», sagt Christoph Frauenfelder. Von einem Rekord war man aber ein ganzes Stück entfernt. Dieser wurde am 1. Juni des Jahres 2013 aufgestellt, als 1220 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vorbeirauschten.

Losgelöst der Zahlen war das markanteste Ereignis in der Region Wil, dass der Krebsbach in Wil überlief und die Reitwiese komplett geflutet hat. Dabei kam es zu einem tragischen Unfall mit einem viereinhalbjährigen Kind, welches in einen Kanal gezogen und schwer verletzt wurde. Alle Infos dazu lesen Sie hier:

Hochwasser-Impressionen aus der Region Wil:

Temporärer Weiher in Algetshausen:

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Humor ist, wenn man trotzdem badet. (Bild: pd)

Die geflutete Reitwiese in Wil:

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An eine Spring-Konkurrenz war nicht zu denken. (Bild: Simon Dudle)

Thur beim Wehr Mühlau in Bazenheid:

 

Thursteg bei Zuzwil:

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Hochwasser schauen auf der Hängebrücke. (Bild: Bernhard Bühler)

Die Uze vor der Einmündung in die Thur:

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Die Uze wird zum reissenden Bach und führt so viel Wasser wie schon lange nicht mehr. Im Sommer 2018 war sie an dieser Stelle ausgetrocknet. (Bild: Josef Bischof)

Beim Bettenauer Weiher, Richtung Bettenau:

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Hier müsste kein See sein. (Bild: pd)

Der Dorfbach Zuzwil, Höhe Tüfenwiesstrasse:

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Es mag nicht mehr viel leiden. (Bild: Ruth Grünenfelder)

Die Thur frisst den Felsegg-Wasserfall fast auf:

 

Thur-Walze bei Niederbüren:

 

Die Thur kommt hoch: