Eigentlich könnte man den Matchbericht vom Saisonstart-Spiel von vergangener Woche hervornehmen, ihn kopieren, den Begriff FC Aarau durch FC Thun ersetzen, et voilà. Denn vom Spielverlauf her war es nahezu eine Duplizität der Ereignisse. In beiden Partien gerieten die Wiler vor der Pause in Rückstand und sie mussten froh sein, dass sie bei Seitenwechsel nur einen Treffer kassiert hatten und noch im Spiel waren. An beiden Samstagen folgte in Hälfte zwei eine deutliche Leistungssteigerung mit drei Toren, wobei die Treffer zum 1:1-Ausgleich und zur 2:1-Führung binnen weniger Minuten fielen.

Trainer Alex Frei war diese Ansicht etwas zu einfach, da er doch zwei unterschiedliche erste Halbzeiten gesehen hatte. Gegen Thun war er gar nicht zufrieden mit dem pomadigen Auftritt vor der Pause. Tatsächlich mangelte es dem Wiler Auftritt vorerst an so manchem, von der kämpferischen Note über die spielerische Klarheit bis hin zu den ganz klaren Möglichkeiten. So verwunderte es nicht, dass die Berner Oberländer bei Spielhälfte in Führung lagen. Nach gut einer halben Stunde hatte Wils Innenverteidiger Serkan Izmirlioglu per Kopf direkt vor die Füsse des aufgerückten Verteidigers Fabian Rüdlin geklärt, der an der Strafraumgrenze nicht lange fackelte und zur verdienten Pausenführung der Berner Oberländer traf.

Wende binnen 60 Sekunden

Nach der Pause trat die junge Wiler Mannschaft mit einem anderen Gesicht auf. Die Gastgeber verkrafteten auch, dass sie schon früh nach Wiederbeginn ihren Torhüter verloren. Philipp Köhn bekam an der Strafraumgrenze das Knie von Thuns Captain Ridge Munsy an den Kopf, musste mehrere Minuten gepflegt und schliesslich ausgewechselt werden. Noch im Verlauf der zweiten Halbzeit kam jedoch die Kunde, es gehen dem Schweizer U21-Nationaltorhüter schon wieder besser, er sei ansprechbar und zu Witzen aufgelegt. Nach der Partie war er Teil der Wiler Feierlichkeiten auf dem Kunstrasen des Sportpark Bergholz.

Ersatztorhüter Kader Abubakar musste sich nicht bezwingen lassen, wobei bei einem Kopfball Munsys die Latte rettete. Dies wiederum hatte zur Folge, dass den Thunern auch im zweiten Saisonspiel eine Pausenführung nicht zum ersten Sieg in der neuen Liga reichte. Die Wende trug sich innerhalb von rund 60 Sekunden zu – und erfolgte aus Wiler Sicht noch schneller als eine Woche zuvor auf dem Brügglifeld, als rund zwei Minuten dafür nötig gewesen waren. Zuerst verwertete Captain Philipp Muntwiler einen von Rüdlin verursachten Handspenalty sicher in die rechte Ecke zum Ausgleich. Der Jubel war noch kaum verhallt, da erzielte Valon Fazliu mittels direkten Freistosses das 2:1 für die Gastgeber. Der Versuch war keiner seiner besseren. Aber er war gut genug für seinen zweiten Saisontreffer, da Thuns Goalie Andreas Hirzel den Aufsetzer passieren liess. Rund zehn Minuten später hatte Fazliu auch beim siegsichernden 3:1 die Füsse im Spiel. Er schlug einen Freistoss von rechts im Strafraum. Dort war es doch verwunderlich, wie einfach und unbedrängt sich Samuel Ballet an der Fünfmeterlinie davonstehlen um per Kopf treffen konnte.

Wettkampfglück erzwungen

Die Wiler gingen in einer Partie als Sieger vom Feld, in welcher sie aufgrund der Statistiken nicht die bessere Mannschaft gewesen waren: Die Thuner brauchten es auf 17:6-Schüsse, 8:1-Corner und 56 Prozent Ballbesitz. Oder wie es Wils Trainer Alex Frei nach der Partie formulierte: «Wir haben uns das Wettkampfglück erzwungen.» Somit blicken die neu formierten Äbtestädter auf einen Start nach Mass zurück und nach zwei Partien haben bereits fünf Punkte mehr auf dem Konto als der Absteiger aus der Super League. Mit breiter Brust können die Wiler am kommenden Samstag zum Knüller gegen die Grasshoppers in den Letzigrund reisen.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 2. Runde:
Wil - Thun 3:1
Chiasso - Grasshoppers 0:2
Stade Lausanne-Ouchy - Kriens 2:1
Winterthur - Aarau 5:2
Xamax - Schaffhausen 0:3

FC Wil 1900 – FC Thun 3:1 (0:1)

Bergholz: 440 Zuschauer. – Sr: Tschudi.

Tore: 34. Rüdlin 0:1. 57. Muntwiler (Handspenalty) 1:1. 58. Fazliu 2:1. 69. Ballet 3:1.

FC Wil 1900: Köhn (52. Abubakar); Talabidi, Izmirlioglu, Sauter, Kronig; Muntwiler, Krasniqi (85. Sarcevic); Ballet, Fazliu, Haile-Selassie (85. Mayer); Camara (73. Jones).

FC Thun: Hirzel; Vasic, Rüdlin, Sutter, Hefti (88. Kablan); Fatkic (88. Havenaar); Karlen, Breitenmoser (74. Ahmed); Da Silva (69. Salanovic), Munsy (69. Chihadeh), Schwizer.

Bemerkungen: Wil ohne Kamber (nicht spielberechtigt) Klein, Brahimi, Ndau, Ismaili, Zumberi (verletzt), Paunescu und Blasucci (nicht im Aufgebot). Thun ohne Castroman (verletzt), Wetz, Rodrigues, Fuhrer und Bandé (nicht im Aufgebot). – 62. Lattenkopfball Munsy. – Verwarnungen: 47. Hefti (Foul). 87. Talabidi (Foul).

Rangliste:
1. Schaffhausen 2/6. 2. Wil 2/6. 3. Grasshoppers 2/6. 4. Stade Lausanne-Ouchy 2/4. 5. Winterthur 2/3. 6. Kriens 2/3. 7.  Thun 2/1. 8. Aarau 2/0. 9. Chiasso 2/0. 10. Xamax 2/0.

Nächste Spiele (3. Runde):
Freitag, 2. Oktober: Thun - Xamax (20.00 Uhr).
Samstag, 3. Oktober: Kriens - Winterthur (17.30 Uhr), Aarau - Chiasso (18.30 Uhr), Grasshoppers - Wil (19.00 Uhr).
Sonntag, 4. Oktober: Schaffhausen - Stade Lausanne-Ouchy (14.45 Uhr).

Im Video: Trainer Alex Frei zum gelungenen Start

 

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein. Wir danken für das Interesse. Haben Sie noch einen schönen Samstagabend. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil am kommenden Wochenende mit dem zweiten Auswärtsspiel der Saison. Auch diese Partie wird gegen einen renommierten Gegner bestritten, nämlich gegen die Grasshohppers. Gespielt wird am Samstag, 3. Oktober ab 19 Uhr im Stadion Letzigrund in Zürich. Da auch an diesem Spiel aufgrund der aktuellen Corona-Situation keine Gästefans zugelassen sind und auch keine Livebilder gezeigt werden, haben Sie die Möglichkeit, erneut im hallowil.ch-Liveticker dabei zu sein.

Schlussfazit: Der Sieg fusst auf einer einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit und geht auf einem Doppelschlages binnen 60 Sekunden zurück, als die Wiler das Spiel vom 0:1 zum 2:1 drehten. Wie schon in der vergangenen Woche, als die Ostschweizer in Aarau ebenfalls einen 0:1-Pausenrückstand noch in einen 3:1 Sieg gedreht hatten, bekundeten die Wiler auch dieses Mal etwas Wettkampfglück. Nach Spielschluss lobte Captain Muntwiler im Stadion-Interview die Moral der gesamten Mannschaft. Recht hat er.

Schlusspfiff: Der FC Wil gewinnt gegen den FC Thun mit 3:1.

98. Minute: Da wird's noch akrobatisch. Muntwiler klärt den Ball mit einem Fallrückzieher.

97. Minute: Salanovic mit einem Versuch. Der Ball geht aber aus dem Stadion und es besteht eine grössere Gefahr für die Autos auf dem Parkplatz als für das Wiler Tor.

94. Minute: Salanovic mit einem Versuch aus der Distanz. Der Ball geht aber über das Tor.

92. Minute: Ahmed mit einem Versuch, der noch abgelenkt wird. Es gibt Eckball für Thun. Dieser kann aber geklärt werden.

90. Minute: Es werden satte acht Minuten nachgespielt. Auch aufgrund der langen Unterbrechung durch die Verletzung von Köhn.

90. Minute: Ballet geht nochmals alleine aufs Thuner Tor zu. Hirzel ist aber rechtzeitig unten um den Ball zu parieren.

88. Minute: Doppelwechsel bei den Thunern: Für Fatkic spielt neu der Ex-Wiler Havenaar. Und für Hefti kommt Kablan.

86. Minute: Talabidi holt sich nach einem Foul an Hefti die gelbe Karte ab.

85. Minute: Doppelwechsel bei den Wilern. Krasniqi und Haile-Selassie gehen vom Feld. Für die beiden spielen neu Sarcevic und Mayer.

84. Minute: Gute Chance für die Wiler: Kransniqi schliesst aus über 30 Metern ab. Sein Ball geht aber aufs statt ins Tor.

82. Minute: An dieser Stelle seien ebenfalls noch die handgezählten 62 Zuschauer auf der Gegentribüne sowie die ebenfalls handgezählten 20 Fans der Wiler im Sektor D erwähnt, die trotz dem schlechten Wetter auf ihren Plätzen ausharren. Bislang hat sich ihr Kommen gelohnt.

80. Minute: Ballet mit einem Abschluss von rechts aus spitzem Winkel. Der Ball geht aber deutlich am Tor vorbei.

77. Minute: Abubakar steht wieder und kann weiterspielen. Noch ein Update zu Köhn: Er hat das Knie von Munsy an den Kopf bekommen. Es geht ihm aber bereits wieder besser und er mache bereits wieder Witze, meldet FC-Wil-Medienchef Dani Wyler.

76. Minute: Nun liegt auch noch Abubakar nach einem Zweikampf am Boden. Hoffen wir, dass es für ihn weiter geht. Die Wiler haben nämlich keinen weiteren Torhüter mehr auf der Bank.

74. Minute: Ein weiterer Wechsel bei den Thunern: Der Ex-Wiler Breitenmoser geht vom Feld und macht Platz für Ahmed.

73. Minute: Wechsel bei den Wilern: Camara geht vom Feld und für ihn kommt Jones.

71. Minute: Nur gerade 440 Zuschauer sind heute im Bergholz.

69. Minute: Doppelwechsel bei den Thunern: Vom Feld gehen Munsy und Da Silva. Für die beiden kommen Chihadeh und Salanovic.

69. Minute: TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Ballet zum 3:1. Nach einem Freistoss von Fazliu aus halbrechter Position kommt Ballet frei zum Kopfball. Er hat keine Probleme, die Kugel ins Tor zu befördern. War's das schon?

67. Minute: Nächste Verwarnung für die Thuner: Fatkic sieht nach einem Foul an Krasniqi die gelbe Karte.

65. Minute: Das wäre ein Anwärter auf das Tor des Monats gewesen: Breitenmoser schliesst von linken Rand des Strafraumes ab. Der Ball geht nur um Zentimeter am Lattenkreuz vorbei.

64. Minute: Eckball für die Thuner: Der Ball von Schwizer kann aber von Camara geklärt werden.

62. Minute: Was für eine Chance für die Gäste: Munsy setzt seinen Flugkopfball an die Latte, der Kopfball von Fatkic geht dann direkt in die Arme von Abubakar.

60. Minute: Und wieder haben die Wiler das Spiel gedreht. Das ging ganz schön schnell. Innerhalb von nur 60 Sekunden haben sie zwei Tore erzielt. In Aarau brauchten sie eine Minute mehr für die ersten beiden Tore.

58. Minute: TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Fazliu zum 2:1-Führungstreffer. Der Wiler Top-Skorer der vergangenen Saison fasst sich aus gut 20 Metern ein Herz und hält einfach mal drauf. Der Ball setzt zwar vor Torhüter Hirzel noch auf, der Schlussmann macht aber in dieser Situation keine gute Figur. Das Spiel ist gedreht.

57. Minute: TOOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Muntwiler per Handspenalty zum 1:1-Ausgleich. Der Wiler Captain läuft an und trifft souverän flach in die rechte Ecke.

56. Minute: Penalty für die Wiler! Nach einem Zweikampf im Strafraum hat der Schiedsrichter ein Handspiel von Torschütze Rüdlin gesehen. Die Proteste der Thuner halten sich in Grenzen.

53. Minute: Und da liegt sogleich der nächste Wiler am Boden: Muntwiler hat den Freistoss von Rüdlin direkt ins Gesicht bekommen. Der Wiler Captain steht aber wieder.

52. Minute: Und da ist der angesprochene Wechsel. Abubakar kommt für Köhn. Hoffen wir, dass sich der Wiler Stammtorhüter nicht zu schwer verletzt hat.

51. Minute: Köhn liegt weiter am Boden. Er wird nun mit der Bahre vom Platz getragen unter dem Applaus der Zuschauer. An der Seitenlinie macht sich derweil Ersatztorhüter Abubakar warm.

49. Minute: Köhn und Munsy prallen zusammen. Beide bleiben liegen. Munsy steht bald wieder. Bei Köhn sieht es nicht gut aus, so wie die Ärzte aufs Feld gerannt sind, um den Wiler Torhüter zu versorgen.

47. Minute: Erste Verwarnung des Spiels: Hefti sieht nach einem harten Einsteigen gegen Ballet die gelbe Karte.

46. Minute: Anpfiff zur zweiten Hälfte. Beide Mannschaften habe nicht gewechselt.

Die Mannschaften sind zurück. Gleich geht es weiter.

Pausenfazit: Die Thuner haben sich die Führung in diesem Spiel verdient. Sie waren die aktivere Mannschaft und führten die Zweikämpfe konsequenter als die Wiler. So gelang es den Gästen in den ersten 45 Minuten, die Wiler Mannschaft nie wirklich ins Spiel kommen zu lassen. Wollen die Äbtestädter heute Zählbares aus diesem Spiel mitnehmen, bedarf es einer Leistungssteigerung, vor allem in der Zweikampfführung. Können die Wiler wie im vor Wochenfrist gegen den FC Aarau den Turnaround in der zweiten Halbzeit schaffen?

Pausenpfiff: Der FC Wil liegt gegen den FC Thun bei Spielhälfte mit 0:1 im Hintertreffen.

45.+1. Minute: Rüdlin mit einem Eckball. Köhn pflückt den Ball aber ohne Probleme aus der Luft.

45. Minute: Die Nachspielzeit beträgt mindestens eine Minute.

42. Minute: Was für eine Chance für die Gäste: Nach einer Flanke von Vasic von der rechten Seite springt Izmirlioglu unter dem Ball durch und so fällt der Ball Munsy vor die Füsse. Er ist aber zu überrascht und setzt den Ball aus drei Metern neben das Tor.

40. Minute: Munsy windet sich nach einem Zweikampf mit Kronig am Boden. Anscheinend hat er etwas am Kopf abbekommen, kann aber weitermachen.

37. Minute: Und weiter sind es die Thuner, die das Spielgeschehen diktieren. Mit ihrer aggressiven Gangart und ihrer konsequenten Zweikampfführung kaufen sie den Wilern ein ums andere Mal den Schneid ab.

34. Minute: TOOOOOR für den FC Thun durch Rüdlin zum 0:1. Da sieht die Wiler Abwehr ganz schlecht aus. Nach einem Eckball von Schwizer können die Gastgeber den Ball nur bis vor die Füsse von Rüdlin klären. Der aufgerückte Verteidiger kommt zentral an der Strafraumgrenze zum Abschluss und versenkt den Ball flach in die rechte Ecke. Die Führung der Thuner ist verdient.

31. Minute: Was macht eigentlich Alex Frei? Er trotzt dem Regen und dirigiert seine Spieler vom Rande der Coachingzone aus.

29. Minute: Eckball für Thun: Der Ball kommt direkt auf Köhn. Dieser kann den glitschigen Ball aber erst im Nachfassen unter Kontrolle bringen. Immerhin.

27. Minute: Talabidi kommt diesmal über die rechte Seite. Diesmal findet seine Flanke Fazliu, der Schiedsrichter-Assistent hebt aber die Fahne, Fazliu stand im Abseits.

26. Minute: Talabidi versucht es mit einem langen Ball in den Strafraum. Hirzel hat aber keine Mühe, die Kugel aus der Luft zu pflücken.

23. Minute: Die Wiler versuchen sich mal wieder. Kronig mit einem langen Ball aus dem Mittelfeld. Im Strafraum findet er den Kopf von Fazliu. Dessen Abschluss ist aber zu ungenau. So geht der Ball am Tor der Thuner vorbei.

21. Minute: Freistoss von Thun von der linken Seite: Der hohe Ball von Schwizer ist aber nur ein bescheidenes Warmhalteprogramm für Köhn.

18. Minute: Die Thuner sind weiterhin sehr aufsässig. Sie setzten die Wiler früh unter Druck und zwingen die Gastgeber so zu langen Bällen, die keinen Abnehmer finden.

15. Minute: Da kommen die Wiler mit Ballet über die rechte Seite. Er spielt einen flachen Pass in den Strafraum, der aber weder einen Wiler noch einen Thuner erreicht. So gibt es Einwurf für die Gäste.

15. Minute: Thun mit deutlich mehr Spielanteilen als die Wiler. Die Gäste lassen aber die Genauigkeit im letzten Drittel vermissen. So entsteht kaum Gefahr für das Wiler Tor.

11. Minute: Eckball für Thun: Da Silva kommt von der Strafraumgrenze zum Abschluss. Sein Schuss geht aber weit über das Tor.

9. Minute: Langer Ball der Thuner aus de Verteidigung zu Munsy. Er gewinnt zwar das Laufduell gegen Izmirlioglu, Köhn kommt aber gut aus dem Tor und krallt sich das Leder vor dem Thuner Stürmer.

7. Minute: Was für eine Chance für die Thuner: Nach einem Freistoss von der linken Seite kommt Sutter vollkommen alleine vor dem Wiler Tor zum Kopfball. Sein Timing ist aber verbesserungswürdig. So geht der Ball deutlich am Wiler Tor vorbei.

4. Minute: Die Wiler ein erstes Mal offensiv: Haile-Selassie im Zusammenspiel mit Fazliu auf der linken Seite. Die Flanke von Fazliu geht aber an Freund und Feind vorbei.

3. Minute: Muntwiler markiert ein erstes Mal sein Revier gegen Da Silva. Der Freistoss für die Thuner versandet aber ohne Gefahr.

1. Minute: Ein erster Vorstoss der Thuner über die linke Seite. Die Flanke in den Strafraum behändigt Köhn aber sicher.

1. Minute: Das Spiel ist freigegeben.

So, gleich geht es los. Viel Spass mit FC Wil gegen FC Thun.

Die Mannschaften sind da, wobei die Wiler mit etwas Verspätung deutlich nach den Thunern erschienen sind. Es gibt nun noch eine Ehrung. Steward Kurt Bösch wird verabschiedet. Zudem führt der Wiler Botschafter Roland P. Poschung den Promi-Anstoss aus. Er ist übrigens in Zweisimmen im Berner Oberland aufgewachsen. So, auch das hätten wir. Lasset uns nun Fussball spielen.

Noch wenige Minuten, bis es hier losgeht. Das Wetter könnte durchaus besser sein. Petrus hat die Schleusen geöffnet und es giesst wie aus Kübeln. Die wenigen Zuschauer auf der Gegentribüne trotzen aber diesen widrigen Umständen.

Geleitet wird das Spiel vom Super-League-Schiedsrichter Lionel Tschudi aus Neuenburg.

Thuns Trainer Marc Schneider hat sich für ein 4-1-2-3-System entschieden. Im Tor steht Hirzel. Die 4er-Abwehr bilden  von rechts her gesehen Vasic, Rüdlin, Sutter und Hefti. Davor spielt Fatkic. Hinter den Stürmern agieren Karlen (rechts) und Breitenmoser. Die drei Angreifer sind von rechts nach links Da Silva, Captain Munsy und Schwizer.

Die Aufstellungen sind bekannt. Die Wiler spielen unter der Leitung von Alex Frei in einem 4-2-3-1-System. Im Tor steht Köhn. In der Verteidigung spielen von rechts nach links Talabidi, Izmirlioglu, Sauter und Kronig. Im defensiven Mittelfeld laufen Capain Muntwiler (rechts) und Krasniqi auf. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts her gesehen Ballet, Fazliu und Haile-Selassie. Einziger Stürmer ist Camara. Brahimi, Ndau, Ismaili und Zumberi sind verletzt oder im Aufbautraining, Neuzugang Kamber ist noch nicht spielberechtigt.

Guten Fussball-Abend, geschätzte Freunde des runden Leders. Herzlich willkommen aus dem Wiler Südquartier zur 2. Runde der Challenge League und zum ersten Heimspiel der Saison des FC Wil. Die Äbtestädter empfangen den Absteiger aus dem Berner Oberland, den FC Thun. Spannend wird sein, ob die Wiler an die Leistung vor Wochenfrist gegen den FC Aarau anknüpfen können. Hoffen wir auf einen unterhaltsamen Anlass hier im nassen Bergholz. Pascal Ibig führt Sie durch die Partie.

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Die Vorschau:

Für Wils neuen Trainer Alex Frei ist die Ausgangslage klar: «Die Thuner sind einer von zwei Top-Kandidaten für den Aufstieg in die Super League. Wir sind klarer Aussenseiter.» Er sagt aber auch, dass man die Schwächen des Gegners kenne und wisse, wie die Berner Oberländer zu besiegen seien. Benennen will er diese Schwächen freilich nicht öffentlich.

Tatsächlich gibt es gute Argumente, die Thuner als Favorit zu sehen. Die Mannschaft spielte, trotz Abstieg, bisher ein ansehnliches Jahr 2020. Mit gerade einmal neun Punkten war die Equipe von Trainer Marc Schneider im Winter in die zweite Saisonhälfte gestartet und hätte beinahe den Ligaerhalt doch noch geschafft. Auch wenn in der Sommerpause der eine oder andere Leistungsträger wie Matteo Tosetti oder Basil Stillhart abhandengekommen ist, haben die Thuner nach wie vor ein Kader, das in der Lage sein müsste, an der Spitze der Challenge League mitzuspielen.

Frei will nicht «mauern»

Der Saisonstart ist den Thunern allerdings alles andere als optimal geglückt. Im Cup gab es gegen den FC Luzern trotz ansehnlicher Leistung eine 0:1-Heimniederlage. Sechs Tage später kamen die Berner Oberländer im ersten Meisterschafts-Heimspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy nicht über ein 2:2 hinaus. Zwar führten sie zur Halbzeit mit 2:0, mussten aber im Prinzip froh sein um diesen einen Punkt. 18:8 lautete das Schussverhältnis für die Waadtländer. 9:1-Corner durften die Lausanner treten. Sollte nun auch in Wil der erste Saisonsieg ausbleiben, dürfte in Thun schon die eine oder andere Warnglocke zu läuten beginnen.

Also darf man auch auf die Reaktion des Super-League-Absteigers gespannt sein. Die Wiler können dem mit einer gewissen Entspanntheit begegnen. Einerseits ist ihnen der Saisonstart – trotz Cup-Out – gut gelungen, da der FC Aarau nach einem Rückstand noch mit 3:1 besiegt werden konnte. Andererseits wäre es für die neuformierte Wiler Mannschaft kein Beinbruch, wenn gegen Thun nicht die Punkte Nummer vier, fünf und sechs dazukämen. Selbstredend sind diese das Ziel. Trotz selbst ernannter Aussenseiterrolle gedenkt Frei nicht, zu «mauern», weil es «Catenaccio» unter ihm ganz grundsätzlich nicht geben werde.

Revanche für die Cup-Niederlagen?

Die Wiler wollen sich zudem für zwei Cup-Niederlagen an den Berner Oberländern revanchieren. In den vergangenen beiden Saisons gastierten die Thuner jeweils im Bergholz. Vor zwei Jahren siegten sie souverän mit 3:0, vor ziemlich genau einem Jahr im Penaltyschiessen, nachdem 120 Minuten keinen Sieger gebracht hatten. In der Meisterschaft liegt der letzte Vergleich schon rund elf Jahre zurück. Damals siegten die Wiler in Thun mit 3:1. Gespielt wurde noch im Stadion Lachen.

Von der personellen Seite gibt es vor dem Thun-Spiel folgendes zu berichten: Kastrijot Ndau und Argtim Ismaili sind noch längere Zeit verletzt. Während man bei Ndau hofft, dass es womöglich noch zu einem Einsatz in diesem Jahr reicht, so ist dies bei Ismaili nicht mehr realistisch. Seine Hüftprobleme sind gröberer Natur. Mergim Brahimi und Lavdim Zumberi befinden sich noch im Aufbautraining und stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Neuverpflichtung Robin Kamber ist noch nicht im Besitz einer Spielbewilligung.