Qualitativ war es höchst unterschiedlich, was am Bahnhof Wil auf Gleis 1 geboten wurde. Dort stand während der Sommermonate ein Klavier, auf dem gespielt werden durfte. Festzustellen war aber doch, dass manch ein «kleiner Mozart» in der Region Wil zu leben scheint. Auch wenn damit das Problem des Wiler Bahnhofplatzes nicht nachhaltig gelöst werden konnte, so trugen die zahlreichen Ad-hoc-Konzerte doch zu einem angenehmen Ambiente bei und verkürzten manch einem die länger gewordene Wartezeit auf den Zug.

Mal schauen, ob dieses Klavier im nächsten Sommer wieder aufgestellt wird. Vielleicht würde es zu einem Trumpf im Wahlkampf, wenn sich die Politiker im Spielen des Wiler Stadtliedes gegenseitig überbieten würden. Oder man könnte die Ressortverteilung im Stadtrat am Klavier erledigen. Wer am besten spielt, wird Schulpräsident. Wer am wenigsten Töne trifft, muss das Departement Bau, Umwelt und Verkehr übernehmen.

Wie auch immer: In Wil scheint in Mode gekommen zu sein, ein Klavier in der Öffentlichkeit aufzustellen. Denn am Wochenende wurde an der Ecke Konstanzerstrasse/Ulrich-Rösch-Strasse ein Klavier entdeckt, das darauf zu warten schien, bespielt zu werden. Allerdings gab es kein winterliches Openair-Konzert. Das dürfte weniger am Wetter gelegen haben. Sondern viel mehr daran, dass das Klavier in der Nische eines privaten Grundstücks stand. Oder vielleicht läuft der Wiler Wahlkampf noch nicht auf Hochtouren.