49 Punkte und Platz sechs stehen am Ende der ersten vollen Saison unter Trainer Ciriaco Sforza zu Buche. Das ist zwar um eine Position schlechter als vergangene Saison, jedoch wurden sieben Punkte mehr geholt. Selbst ein Sieg zum Abschluss bei Lausanne hätte den Äbtestädtern keine Positionsverbesserung mehr gebracht, da die beiden vor ihnen liegenden Teams, Kriens und Winterthur, in der Schlussrunde die volle Punktzahl einfuhren. Der FC Winterthur tat es mit einem äusserst spektakulären 6:0-Erfolg auswärts gegen Rekordmeister GC, der auf peinliche Art und Weise die Barrage verpasste.

In seinem letzten Spiel der Saison musste der FC Wil zuerst gehörig untendurch. Die Lausanner starteten schwungvoll, setzten die Wiler früh unter Druck und kamen auch zu Abschlüssen. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie in Führung gehen würden. Als das Startfurioso nach rund einer Viertelstunde aber schadlos überstanden war, schlugen die Wiler zu. Es war eine Kombination der beiden offensiv produktivsten Spieler des FC Wil. Valon Fazliu schickte Kwadwo Duah auf rechts mit einem Steilpass auf die Reise. Dieser netzte eiskalt ein. Zum zwölften Mal hintereinander erzielten die Wiler den ersten Treffer der Partie.

Turkes schon wieder Torschützenkönig

Somit war ein munteres Auf und Ab lanciert, das bis zur Pause eine 3:2-Führung für die Lausanner brachte. Andi Zeqiri glich aus der Drehung mit dem Aussenrist aus – und gab sieben Minuten später nach einem Fehler im Wiler Aufbauspiel das Zuspiel auf Aldin Turkes, der mit seinem 22. Saisontreffer den Titel des Challenge-League-Torschützen-Königs zementierte. Diesen gewinnt er zum zweiten Mal in Folge. Vergangene Saison hatte er es mit Absteiger Rapperswil-Jona getan – und sich die Krone mit Nico Siegrist von Kriens geteilt.

Nunmehr in Rückstand liegend, waren die Wiler nicht um eine Antwort verlegen. Julian von Moos legte im Strafraum zurück auf Duah, der einen Doppelpack schnürte und mit seinem zwölften Saisontreffer das Skore egalisierte. Und beinahe wären die Wiler gar in Führung gegangen. Der aufgerückte Verteidiger Andrea Padula vergab und musste dann registrieren, dass es die Lausanner auf der Gegenseite besser machten. Turkes zurück auf Schneuwly, der den Hammer auspackte und die Waadtländer zum zweiten Mal in Führung brachte.

Gegentor statt Penalty

Doch die Wiler waren noch nicht besiegt. Mit einem Prachtstreffer Valon Fazlius, seinem zwölften in dieser Saison, meldeten sie sich nach dem Seitenwechsel zurück im Spiel. Der Distanzschuss aus über 20 Metern passte genau und war einfach nur sehenswert. Nun hatten die Äbtestädter ihre beste Phase und waren dem vierten Treffer mehr als einmal nahe. Allen voran Julian von Moos, der alleine vor dem Lausanner Tor an Goalie Dany Da Silva scheiterte. Die Szene lief weiter und die Wiler wollten nach einer Intervention im Strafraum an Duah einen Penalty. Den gab es nicht, dafür einen Gegenstoss, den Dan Ndoye zum 4:3 abschloss. Als Zeqiri mit seinem zweiten Treffer des Tages sechs Minuten später auf 5:3 stellte, war der Mist geführt und der Rest verkam zum Lausanner Schaulaufen.

Die Wiler dürfen für sich beanspruchen, Teil des Spektakels gewesen zu sein. Aber halt doch nicht gut genug, um den Challenge-League-Champion 2019/2020 ernsthaft zu fordern. Alle Teams der Liga hat der FC Wil in dieser Saison mindestens einmal besiegt, ausser Lausanne. Und es bleibt dabei: Die Wiler können auswärts gegen Lausanne-Sport einfach nicht gewinnen. Noch nie in der Vereinsgeschichte ist dies geglückt. Auf den nächsten Versuch müssen sie nun eine Weile warten. Denn Lausanne verabschiedete sich mit diesem Sieg in die Super League. Verdientermassen.

Nur zwei Wochen Sommerpause

Die Wiler verabschiedeten sich in eine zweiwöchige Sommerpause, ehe der Trainingsbetrieb am 17. August wieder aufgenommen wird. Gegen wen in der knapp vierwöchigen Vorbereitungsphase getestet wird, steht noch nicht fest. Saisonstart in die Challenge-League-Saison 2020/2021 ist am Wochenende vom 11. bis 13. September. Bis dahin erwartet Vereinspräsident Maurice Weber einen «intensiven Transfersommer» mit auch einigen Wiler Abgängen Richtung Super League.

Im Video: Die Höhepunkte des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 36. und letzte Runde:
Lausanne-Sport - Wil 5:3
Chiasso - Stade Lausanne-Ouchy 3:1
Grasshoppers - Winterthur 0:6
Kriens - Vaduz 2:1
Schaffhausen - Aarau 2:4

FC Lausanne-Sport – FC Wil 1900 5:3 (3:2)

Pontaise: 1000 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Cibelli.

Tore: 19. Duah 0:1. 24. Zeqiri 1:1. 31. Turkes 2:1. 33. Duah 2:2. 40. Schneuwly 3:2. 55. Fazliu 3:3. 62. Ndoye 4:3. 68. Zeqiri 5:3.

FC Lausanne-Sport: Da Silva; Boranijasevic (86. Loosli), Nganga, Nanizayamo (46. Bares), Flo; Kukuruzovic; Puertas, Schneuwly (79. Oliveira); Ndoye (68. Schmidt), Turkes, Zeqiri (68. Dominguez).

FC Wil 1900: Klein; Rohner, Schmied, Kamberi (82. Traber), Padula (79. Schäppi); Ndau, Abedini (72. Ismaili); von Moos, Fazliu (79. Paunescu), Krasniqi (72. Silvio); Duah.

Bemerkungen: Lausanne-Sport ohne Pasche (gesperrt), Geissmann, Koura, Lukembila (verletzt), Diaw, Monteiro, Ouattara und Machado Correia (nicht im Aufgebot). Wil ohne Brahimi (verletzt), Dimitrou, Bosic und Mayer (nicht im Aufgebot). – 70. Pfostenschuss Dominguez. – Verwarnungen: 56. Ndau (Foul). 63. Rohner (Reklamieren).

Schlussrangliste:
1. Lausanne-Sport 36/73. 2. Vaduz 36/64. 3. Grasshoppers 36/61. 4. Winterthur 36/55. 5. Kriens 36/54. 6. Wil 36/49. 7. Stade Lausanne-Ouchy 36/42. 8. Aarau 36/41. 9. Schaffhausen 36/32. 10. Chiasso 6/23.

Lausanne-Sport steigt in die Super League auf, Vaduz bestreitet die Barrage zur Super League, kein Absteiger in die Promotion League.

Im Video: Maurice Weber will noch mehr Tempo und Jugend

 

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Der Liveticker:

So, wir lassen die Lausanner hier feiern und gehen auf Stimmenfang. Ich bedanke mich für das Interesse während der ganzen Saison. Haben Sie noch einen schönen Rest-Sommer. A bientôt aus Lausanne und bis bald auf hallowil.ch.

Die Spieler des FC Wil bekommen nun zwei Wochen Ferien. Am 17. August erfolgt der Trainingsstart für die nächste Saison. Der Auftakt in die 17. Wiler Challenge-League-Spielzeit am Stück ist dann am Wochenende vom 11. bis zum 13. September. Wir werden auch weiterhin über den Äbtestädter Fussballklub berichten.

Blick auf die anderen Plätze: Vaduz sichert sich mit einer Niederlage den Barrage-Platz: 1:2-Pleite in Kriens. Dies, weil GC gegen Winterthur untergeht und mit 0:6 verliert. Chiasso gewinnt erstmals seit dem Lockdown und siegt gegen Stade Lausanne-Ouchy mit 3:1. Schaffhausen unterliegt zuhause dem FC Aarau mit 2:4.

Schlussfazit: Die Party kann beginnen. Die Lausanner sind gewiss der verdiente Sieger. Sie haben mehr fürs Spiel gemacht und unter Beweis gestellt, dass sie der richtige Aufsteiger in die Super League sind. Aber die Wiler müssen sich für diesen Auftritt nicht schämen. Zumindest in gewissen Phasen des Spiels ist es gelungen, dem Favoriten Paroli zu bieten. Unter dem Motto "spielen und spielen lassen" war das ein wirklich flotter Saisonabschluss. Die Wiler beenden Die Spielzeit auf dem sechsten Platz. Selbst ein Sieg hätte keine Rangverbesserung mehr gebracht, da die vor Wil liegenden Klubs Kriens und Winterthur je gewonnen haben.

Schlusspfiff auf der Pontaise: Der FC Wil verliert gegen den FC Lausanne-Sport mit 3:5.

92. Minute: Ein Distanzschuss von Rohner geht weit drüber. Auch er in Verteidiger-Manier.

90. Minute: Noch drei Minuten Challenge League für Lausanne. Das ist nämlich die angezeigte Nachspielzeit.

90. Minute: Seit dem fünften Gegentor haben es die Wiler nicht mehr geschafft, zu ganz klaren Torchancen zu kommen. Die Luft ist draussen. Wer will es den Äbtestädtern verübeln, nach der sechsten Englischen Woche in Folge.

88. Minute: Der Deckel ist drauf hier. Lausanne kann die letzten Minuten in der Challenge League zelebrieren. Flo ist dem 6:3 nahe, zeigt aber, warum er Verteidiger ist. Der Ball seines Abschlusses ist näher der Cornerfahne als dem Tor. Und so weit stand er nicht vom Wiler Kasten entfernt.

87. Minute: Auch Lausanne wechselt nochmals: Riesen-Jubel beim Eintritt von Loosli. Er ersetzt Boranijasevic.

85. Minute: Beinahe auch hier der sechste Treffer: Oliveira von links. Doch Klein ist da und pariert.

85. Minute: Das sechste Gegentor ist gefallen. Aber nicht hier auf der Pontaise, sondern im Kasten der Grasshoppers. Wahnsinn, was sich im Letzigrund abspielt. 6:0 für Winterthur. GC ist wahrlich im falschen Moment ausser Form. Hier plätschert die Sache nun recht gemächlich dem Ende entgegen.

83. Minute: Seit dem Lausanner Doppelschlag zum 4:3 und 5:3 ist die Luft draussen. Die Wiler scheinen nun nicht mehr zu einer neuerlichen Reaktion fähig zu sein.

82. Minute: Letzter Wechsel beim FC Wil: Traber kommt für Kamberi.

82. Minute: Das Ganze erinnert stark an das  Saisonschluss-Spiel des FC Wil vorletzte Saison. Damals waren die Wiler auf der Maladière letzter Gegner von Xamax, als die Rot-Schwarzen schon fix aufgestiegen waren. Die Neuenburger bekamen den Pokal nach einem 6:3-Sieg gegen Wil. Gibt es hier den sechsten Treffer auch noch?

81. Minute: 1000 Zuschauer sind dabei. Natürlich ausverkauft. Gleich gibt es den Pokal.

 79. Minute: Beide Teams wechseln. Bei Lausanne geht mit Schneuwly noch ein Torschütze raus. Oliveira kommt. Wil wechselt doppelt. Padula hat Feierabend und wird durch Schäppi ersetzt. Zudem kommt Paunescu für Fazliu.

78. Minute: Schmidt will es gleich nochmals wissen. Doch dieses Mal genau auf Klein gezielt.

76. Minute: Hier müsste das 6:3 fallen für die Gastgeber. Schmidt hat wahnsinnig viele Freiheiten im Wiler Strafraum, kann sich die Ecke aussuchen - und schiesst ins Aussennetz.

75. Minute: Zum Thema "fünf Gegentore": GC liegt gegen Winterthur mit 0:5 zuürck. Zuhause. Null zu fünf. Auch Vaduz liegt nun hinten in Kriens - mit 1:2. Das reicht den Liechtensteinern aber für die Barrage wegen der Demontage der Grasshoppers.

72. Minute: Auch der FC Wil wechselt doppelt: Für Krasniqi kommt Silvio. Und Abedini wird durch Ismaili ersetzt. Warmer Applaus übrigens für Silvio. Das Lausanner Publikum hat nicht vergessen, was Silvio für die Waadtländer einst geleitstet hat. In der Europa League. Als Challenge-League-Klub.

70. Minute: Noch keine Minute auf dem Feld, lenkt Dominguez den Ball an den linken Pfosten. Glück für die Wiler.

69. Minute: Doppelwechsel bei Lausanne: Drei Tore gehen von Feld. Feierabend für Zeqiri und Ndoye. Neu dabei sind Dominguez und Schmidt.

68. Minute: TOOOOOR für den FC Lausanne-Sport durch Zeqiri zum 5:3. Die Lausanner sind nun im Spielrausch. Zeqiri trifft zum zweiten Mal an diesem Nachmittag. Der junge Klein im Wiler Tor kann einem leid tun.

67. Minute: Die Lausanner wollen nachlegen. Puertas versucht es zentral vor dem Tor mit einem Abschluss. Klein wehrt nach vorne ab, kann dann den Ball aber doch noch festhalten.

63. Minute: Rohner sieht dann noch Gelb, wegen Meckerns. Wahrscheinlich ging es um die Szene vor dem 4:3. Da hätten die Wiler gerne einen Penalty gehabt bei einer Intervention an Duah. Die Pfeife von Cibelli blieb stumm und im Gegenzug schlug es ein. Verwarnungen sind in der Schlussrunde übrigens ohne Konsequenzen und ziehen keine Gelb-Sperre nach sich. Gelb-Rote und rote Karten hingegen schon.

62. Minute: TOOOOOOR für den FC Lausanne-Sport durch Ndoye zum 4:3. Ganz genau wie vor dem dritten Lausanner Treffer. Eigentlich müssten die Wiler in Führung gehen. von Moos taucht von rechts ganz alleine vor Da Silva auf, vertändelt dann aber. Auch die zweite Welle bringt nichts ein. Dann der Lausanner Gegenstoss. Und nun hat Ndoye seinen Treffer, den er zuvor mehrfach vergeben hatte. Wieder führen die Gastgeber. Würde mich aber verwundern, wenn das schon der letzte Treffer dieses Spiels gewesen wäre.

61. Minute: Krasniqi ist da ganz nahe an der Wiler Führung. Aber es bleibt beim 3:3. Ein richtig toller Match.

60. Minute: Immerhin schon dreimal die Lausanner Aufstiegs-Party angecrasht. Gibt es doch noch den ersten Auswärtssieg gegen Lausanne-Sport in der Wiler Vereinsgeschichte?

56. Minute: Erster Verwarnung des Spiels: Es trifft Wils Ndau nach einem Foul an Boranijasevic.

55. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Fazliu zum 3:3-Ausgleich. Wow, was für ein geiler Treffer. Sorry für die Wortwahl, aber das ist zum mit der Zunge schnalzen. Fazliu stellt unter Beweis, welch feines Füsschen er hat. Aus gut 20 Metern haut er drauf und trifft mit Marke Traumtor zum Ausgleich. Da hat Da Silva gar nichts abzuwehren - und es gibt sogar Applaus vom Lausanner Publikum. Und das einfach nur zurecht. So macht Fussball Spass, wehrte Fussballfreunde. Zwölfter Saisontreffer nun auch von Fazliu. Er ist mit Duah gleichauf.

54. Minute: Lausanne hat weiterhin mehr vom Spiel, ist aber nicht mehr ganz so drückend wie in Phasen der ersten Halbzeit.

52. Minute: Die Ruhe nach dem Sturm. Und vor dem Sturm?

49. Minute: Flugzeit in Lausanne: Für einmal ist nicht der nahe Flughafen Blecherette gemeint, sondern Wils Goalie Klein. Schöner Schuss von Ndoye. Doch der Wiler Goalie fliegt und lenkt die Kugel noch über die Latte. Das wäre sonst wohl das 4:2 gewesen. Schön gemacht von beiden.

48. Minute: Der Auftakt in die zweite Hälfte ist gemächlicher als jener in Halbzeit eins.

46. Minute: Lausanne hat einmal gewechselt: Bares ersetzt Nanizayamo. Wil noch ohne Auswechslung.

46. Minute: Das Spiel ist wieder freigegeben.

Die Mannschaften kehren zurück. Das Wiler Aufwärmen nach der Pause ist dieses Mal sehr kurz ausgefallen und hat sich auf ein paar wenige Sprints beschränkt. Gleich geht es weiter mit der letzten Halbzeit dieser Saison.

Was auch noch festzuhalten ist: Die Feierlichkeiten beschränken sich hier biser auf das Rayon vor dem Stadion. Sonst ist noch nicht viel davon zu merken, dass die Waadtländer den Aufstieg feiern. Folgt dann nach dem Spiel. Die Zielsetzungen scheinen wohl andere zu sein. Oder liegt es am strömenden Regen, der nun eingesetzt hat? Mal schauen, ob bei der Party noch zugelegt wird.

Blick auf die anderen Plätze: Kriens hat ausgeglichen zum 1:1 gegen Vaduz. Trotzdem ist die Barrage-Teilnahme der Ländle-Kicker immer noch relativ gut abgesichert, da GC im Heimspiel gegen Winterthur kurz vor der Pause mit 0:1 in Rückstand geraten ist. Apropos Rückstand: Auch Schaffhausen liegt hinten gegen Aarau mit 0:1. Schlusslicht Chiasso führt dafür gegen Stade Lausanne-Ouchy mit 1:0.

Pausenfazit: Ein munteres Spiel, das zu gefallen weiss. Auch die Wiler tragen ihren Teil dazu bei, selbst wenn sie zurecht in Rückstand liegen. Die Offensivabteilungen sind hier deutlich besser aufgestellt als die Abwehrreihen. Bei beiden Teams. Der Wiler Führungstreffer von Duah kam aus dem Nichts und hielt nicht lange. Nachdem Lausanne die Startphase dominiert hatte, fanden die Wiler nach ihrem ersten Treffer besser ins Spiel und liessen den Ball zum Teil schön und direkt zirkulieren. 12:4-Abschlüsse für die Gastgeber sprechen dann aber doch eine klare Sprache, 9:1-Eckbälle ebenfalls. Aber die Äbtestädter sind noch im Spiel. Und das lässt hoffen.Ob es noch den ersten Auswärtssieg der Vereinsgeschichte gegen Lausanne-Sport gibt, darf jedoch bezweifelt werden. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Pausenpfiff auf der Pontaise: Der FC Lausanne-Sport führt gegen den FC Wil bei Halbzeit mit 3:2. Warmer Applaus von der Tribüne.

44. Minute: Dann ist Lausanne dem 4:2 nahe. Wieder schlecht geklärt der Wiler. Ndoye aus kurzer Distanz. Aber doch deutlich drüber.

42. Minute: Aber die Wiler lassen sich nicht unterkriegen und zeigen hier schöne Ballstafetten. Ein nächste hat ihr Ende auf dem Fuss von Abedini, der den Ball aus relativ kurzer Distanz nicht kontrollieren kann und Richtung Genfersee schiesst.

40. Minute: TOOOOOR für den FC Lausanne-Sport durch Schneuwly zum 3:2. Zuerst haben die Wiler den Führungstreffer auf dem Fuss. Nach einem wirklich schönen Durchspiel über mehrere Stationen schickt Fazliu Verteidiger Padula steil. Dieser scheitert alleine vor Da Silva an diesem. Dann geht es flugs auf die andere Seite. Turkes legt zurück auf Schneuwly, der aus über 20 Metern einen draufhaut. Klein kann sich bei diesem Geschoss zu wenig lang machen und muss zum dritten Mal einen Ball aus dem Netz fischen. Bitter.

38. Minute: Auch die Wiler sind da: Die schnellen Gegenzüge haben es in sich. Alles andere, als so in Lausanne zum Erfolg zu kommen, wäre vermessen.

36. Minute: Ein ganz munteres Spielchen. Lausanne powert weiter. Der auffällige Ndoye versucht es wieder, kommt aber nicht an Goalie Klein vorbei.

33. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Duah zum 2:2-Ausgleich. Was geht denn hier ab? Einen guten Teil des Treffers darf von Moos für sich beanspruchen. Er lässt da Nanizayamo schlecht aussehen, kann dann gerade noch zu Duah zurückspielen, der den Ball humorlos unter die Latte hämmert. Zwölfter Saisontreffer für Duah. Alles wieder offen. So macht es Spass.

31. Minute: TOOOOOR für den FC Lausanne-Sport durch Turkes zum 2:1. Schmied treibt den Ball unbedrängt vor sich hin - und verliert dann die Murmel. Nun geht es schnell. Ein Steilpass und Turkes steht alleine vor Klein. Da muss man den Topskorer der Liga nicht zweimal bitten. Drin das Ding. 22. Saisontreffer des Zugers in Diensten von Lausanne.

30. Minute: Dann die Wiler mit einem ersten Corner. Damit kann die beste Abwehr der Liga aber nicht weiter beunruhigt werden.

29. Minute: Die Wiler lassen viele stehende Bälle zu. Keine gute Idee gegen den Aufsteiger.

25. Minute: Auf der anderen Seite setzt sich von Moos gleich gegen mehrere Lausanner schön durch im Dribbling. Pass auf Fazliu. Doch dessen Schlenzer aus gut und gerne 20 Metern kann Da Silva sicher halten.

24. Minute: TOOOOOR für den FC Lausanne-Sport durch Zeqiri zum 1:1-Ausgleich. Das ging zu einfach. Corner von rechts, Zeqiri, Tor. Und wie. Er trifft aus der Drehung mit dem Aussenrist. Mehr als Begleitschutz der Wiler Abwehrspieler ist das nicht. Verdienter Ausgleich.

23. Minute: Die Wiler Mauer steht sicher.

22. Minute: Gefährlicher Freistoss für Lausanne aus rund 26, 27 Metern Distanz, halbrechts.

19. Minute: TOOOOOOOR für den FC Wil durch Duah zum 0:1. Wie bitte? Das ist mal effizient. Der Wiler Stürmer wird, auf rechts kommend, schön von Fazliu in die Tiefe lanciert und trifft dann eiskalt ins lange Eck. Elfter Saisontreffer für Duah, der nun gleichauf mit Top-Skorer Fazliu ist in Sachen  Tore. Zum zwölften Mal hintereinander geht der FC Wil in einem Spiel in Führung. Wahnsinn.

18. Minute: Vaduz führt übrigens in Kriens. Somit scheint das Barrage-Rennen zugunsten der Liechtensteiner entschieden. Denen genügt ja schon ein Punkt fix.

17. Minute: Das erste Mal in diesem Spiel gibt es mal mehr als zwei Minuten keinen Lausanner Angriff.

15. Minute: Lausanne drückt weiter: Ndoye mit dem nächsten Abschluss von halblinks. Klein im Nachfassen.

13. Minute: Wenn man jemandem erklären soll, wie Einbahn-Fussball geht, dann setzt du ihn am besten heute Nachmittag ins Stade Olympique de la Pontaise. Bekommen die Wiler Zugriff aufs Spiel, bevor es hinten einschlägt?

11. Minute: Dann sind wir, natürlich, wieder in der Wiler Platzhälfte. Lausanne wirbelt. Aber die Wiler bekommen das mit vereinten Kräften geklärt.

9. Minute: Beinahe ein Riesengeschenk von Lausanne-Goalie Da Silva. Sein geplanter Abschlag kann von von Moos geblockt werden. Aber die Kugel flippert nicht ins Tor. Das wäre was gewesen.

8. Minute: Aber dieser Abschluss aus der Drehung von Ndoye ist eher eine Gefahr für den nahe gelegenen Flugplatz als für das Wiler Tor. Hoch und weit vorbei.

8. Minute: Lausanne setzt die Wiler unheimlich früh unter Druck. Die stehen sehr hoch, wie man so sagt. Dritter Corner für die Waadtländer.

6. Minute: Da rauscht ein zweiter Corner von Lausanne an der 5er-Linie an Freund und Fein vorbei. Mehr als ein Raunen der Fans gibt es nicht.

5. Minute: In der Startphase spielt nur Lausanne.

4. Minute: Die erste Ecke können die Gastgeber treten. Doch die Wiler klären sicher.

3. Minute: Mode-Frisur im Waadtland im Sommer 2020? In Blau. Alle Lausanner haben sich den Schopf blau gefärbt für die heutige Aufstiegs-Party.

2. Minute: Gibt es ein besseres Freundschaftsspiel oder was bekommen wir zu sehen? Lausanne versucht sofort das Zepter an sich zu reissen

1. Minute: Das Spiel läuft. Lausanne mit Anstoss.

Kein grosser Klimbim, keine Verabschiedungen. Gleich geht es los. Viel Spass mit FC Lausanne-Sport gegen FC Wil.

Hier kommen die Mannschaften aufs Feld. Natürlich schon einmal grosser Applaus von den Rängen. Das grosse Feiern am Sonntagnachmittag kann beginnen. Da wird sicher das eine oder andere Getränk eingeschenkt. Auch auch die Wiler dem Gegner ein paar Tore einschenken können? Mal schauen ...

Langsam aber sicher füllt sich die Haupttribüne. Es werden natürlich 1000 Zuschauer hier sein. Mehr sind nicht zugelassen. Einen öffentlichen Vorverkauf hat es nicht gegeben. Alle Tickets gingen für Saisonkarten-Inhaber und Sponsoren weg - und natürlich ein paar Journalisten.

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Es ist was im Anzug: Eine Ladung Regen über dem Genfersee. Und auch eine Ladung Spektakel in der Pontaise? (Bild: Simon Dudle)

Geleitet wird das Spiel von Schiedsrichter Luca Cibelli aus Fétigny im Kanton Fribourg.

Lausanne-Trainer Giorgio Contini vertraut in einem 4-1-2-3-System folgenden Spielern. Im Tor steht heute Da Silva. Die Abwehr bilden von rechts nach links Boranijasevic, Nganga, Nanizayamo und Flo. Davor wischt Captain Kukuruzovic die Scheibe. Im Offensiven Mittelfeld sind Puertas (rechts) und Schneuwly. Die drei Stürmer heissen von rechts nach links Ndoye,Turkes und Zeqiri.

Kommen wir zu den Mannschaftsaufstellungen. Wils Trainer Ciriaco Sforza lässt wie üblich in einem 4-2-3-1-System spielen. Im Tor steht heute ein zweites Mal in seiner Challenge-League-Karriere der 19-jährige Klein. Die 4er-Abwehr bilden von rechts her gesehen Rohner, Schmied, Kamberi und Padula. Im defensiven Mittelfeld agieren Ndau (rechts) und Abedini. Im offensiven Mittelfeld spielen von rechts her gesehen von Moos, Captain Fazliu und Krasniqi. Einziger Stürmer ist Duah. Es scheint also keine Abschiedsspiele für Kostadinovic und Silvio zu geben. Ausser, sie würden noch eingewechselt. Captain Muntwiler vorerst auch nur auf der Bank. Bei Kostadinovic wurde heute bekannt, wo seine Zukunft sein wird: beim FC Zürich, wohl als zweiter Goalie. Auffällig ist, dass die Wiler auch am Ende der sechsten Englischen Woche in Folge kaum verletzte Spieler haben. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Ferner fragen wir uns, ob es den Wilern wieder gelingt, den ersten Treffer des Spiels zu erzielen. Das ist in den vergangenen elf Partien immer geglückt. Es ist eine mittlerweile schon stattliche Bilanz. In fünf der elf Fälle hatte es dann nicht zum Sieg gereicht. Und heute?

Zudem wird heute beantwortet, ob es Silvio noch gelingt, in seinem letzten Spiel als Aktiv-Fussballer einen Vereinsrekord zu brechen. 40 Tore hat der eingebürgerte Brasilianer bisher erzielt. An der Spitze der clubinternen Torschützenliste steht Samel Sabanovic mit 41 Toren. Geht heute noch was in dieser Thematik? Am Anfang sicher noch nicht. Denn Silvio steht nicht in der Stammformation. Aber dazu gleich mehr.

Aus Wiler Sicht ist noch die Frage zu klären, ob die Saison auf Platz vier, fünf oder sechs abgeschlossen wird. Um noch vom sechsten Platz wegzukommen, braucht es aber den ersten Auswärtssieg der Vereinsgeschichte gegen Lausanne-Sport – und Schützenhilfe von GC und Vaduz. Es geht aber auch darum, eine ansprechende Saison mit einem Coup zu krönen.

Es ist geschafft: Wir stehen auf der Ziellinie. Und das in einer Saison, die aufgrund des Coronavirus mehr als nur auf der Kippe stand. Mit einer Üfberdosis an Fussball konnte das Championat aber doch noch durchgezogen werden. Heute steht nun noch die letzte Runde an. Herzlich willkommen aus der alt-ehrwürdigen Lausanner Pontaise, die zum Party-Tempel wird. Die Lausanner feiern den verdienten Aufstieg in die Super League. Können die Wiler Party-Crasher spielen? Wir werden es erfahren. Simon Dudle begrüsst Sie aus dem Lausanner Olympiastadion und wünscht einen unterhaltsamen Fussball-Nachmittag.

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Die Vorschau:

Der FC Wil ist in dieser Saison Teil der Aufstiegsfeier. Freilich hat er nicht selbst die Promotion ins Fussball-Oberhaus geschafft, sondern ist letzter Gegner von Lausanne-Sport. Die Waadtländer sind der völlig verdiente Aufsteiger. Über die ganze Saison betrachtet, waren sie das mit Abstand spielstärkste, treffsicherste und vor allem defensiv stabilste Team. Als einzige Equipe der Liga haben die Waadtländer im Durchschnitt bis anhin weniger als einen Gegentreffer pro Partie kassiert.

Somit ist das dringend angestrebte Unterfangen «Aufstieg in die Super League» im zweiten Anlauf Tatsache geworden. Vergangene Saison hatte es Liga-Krösus Lausanne-Sport trotz grosser finanzieller Zuschüsse von Investor Ineos nicht einmal in die Barrage geschafft. Auch in dieser Saison war nicht alles Gold, was glänzte. Nach dem Lockdown schienen die Romands auf gutem Weg, einen 15-Punkte-Vorsprung in wenigen Wochen zu verspielen. Näher als fünf Zähler liessen sie dann aber kein Team heranrücken. Und spätestens nach dem 1:0-Heimsieg gegen Verfolger GC war die Frage über den direkten Aufsteiger geklärt.

Party-Crasher spielen

Da der Aufstieg am Donnerstagabend mit einem souveränen 4:0-Auswärtssieg in Nyon gegen Stade Lausanne-Ouchy eingetütet wurde, kann das letzte Saisonspiel gegen Wil nun zur Zelebration genutzt werden. Während die Lausanner Platz 1 auf sicher haben, weiss der FC Wil noch nicht, auf welcher Position er die Saison beendet. Die Plätze vier, fünf und sechs sind möglich. Wenn es vom sechsten Platz noch aufwärts gehen soll in der Schlussrunde, müssen die Äbtestädter aber etwas Historisches schaffen: einen Auswärtssieg gegen Lausanne-Sport. Das hat es in der gesamten Vereinsgeschichte noch nicht gegeben.

Sollten sich die Wiler aber tatsächlich als Party-Crasher auf der Pontaise erweisen, so braucht es immer noch doppelte Schützenhilfe für Rang vier. Dieser wäre Tatsache, wenn Winterthur sein Auswärtsspiel gegen die Grasshoppers verliert und der SC Kriens zuhause gegen Vaduz nicht über ein Unentschieden herauskommt. Diese Konstellation scheint nicht unrealistisch, kämpfen doch Vaduz und GC im Fernduell noch um den Barrage-Platz.

Stark, schwach, stark

Das Spiel in Lausanne wird darüber entscheiden, ob diese Saison des FC Wil leicht positiv oder leicht negativ gewesen sein wird. Aktuell stehen je 14 Siege und Niederlagen zu buche. Selbst im Falle einer Niederlage auf der Pontaise wird man bei den Äbtestädtern aber von einer ansprechenden Spielzeit sprechen – allerdings mit Schwankungen. Das erste Saisondrittel war mit 23 Punkten sackstark, das zweite Drittel mit 6 Zählern einfach nur schwach, und das dritte Drittel mit bis anhin 20 Punkten wiederum stark. Bedenkt man, dass der FC Wil mit der jüngsten Mannschaft der Liga spielt, sind diese Zahlen aller Ehren wert. Bereits jetzt haben die jungen Wiler sieben Punkte mehr geholt als in der ganzen vergangenen Saison.