Seit rund eineinhalb Jahren ist Wil dank Karin Keller-Sutter Bundesrat. Und in einem halben Jahr rückt Wil noch ein Stück näher an die Bundeshauptstadt heran – endlich wieder. Denn ab dem Fahrplanwechsel im kommenden Dezember gibt es stündliche Direkt-Züge nach Bern.

Möglich macht dies allerdings nicht die gestiegene Bedeutung der Stadt Wil, sondern ein bahnbetriebs-technischer Grund. Die Strecke von Zürich nach St. Gallen soll in weniger als einer Stunde zurückgelegt werden. Der schnellste Zug – ohne Halt in Wil, Uzwil, Flawil und Gossau – braucht momentan 62 Minuten. Auch ohne bauliche Anpassungen ist es möglich, die Fahrzeit auf 59 Minuten zu drücken. Dann nämlich, wenn man den Zug mit Neigetechnik zum schnellsten macht. Dieser kann dann schneller fahren. Bis jetzt hält der Neigezug in Wil, Uzwil, Flawil und Gossau. Ab Dezember nicht mehr. Oder in der Fahrplansprache formuliert: Der IC5 wird zum Sprinter. Der IC1, der heute Sprinter ist, wird hingegen entschleunigt und hält in Wil, Uzwil, Flawil und Gossau. Da dieser IC1 von Bern her kommt und dann wieder nach Bern fährt, ist die Direktverbindung an die Bundeshauptstadt für das Fürstenland wiederhergestellt. Und das stündlich. Davon profitieren neben Wil auch Uzwil, Flawil und Gossau. Welches Rollmaterial für den Zug nach Bern eingesetzt wird, steht laut SBB noch nicht fest.

Vollknoten wird wiederhergestellt

Bereits das zweite Mal in kurzer Zeit gibt es somit für den gebeutelten Bahnhof Wil gute Neuigkeiten. Ende April war bekannt geworden, dass der zerfallene Vollknoten am Bahnhof Wil wiederhergestellt wird – wenn auch erst im Jahr 2035. Die zum Teil langen Wartzeiten in Wil mangels Anschlusses sind dann Geschichte.

Eine weitere Anpassung auf dem Bahnnetz ab Dezember 2020: Die S1, welche halbstündlich von Wil nach St. Gallen fährt, hält künftig auch in St. Gallen Bruggen, was allerdings in erster Linie für Bruggen ein Mehrwert ist, da dieser Bahnhof dadurch einen durchgehenden Halbstundentakt erhält. Bei der Frauenfeld-Wil-Bahn gibt es abends in beide Richtungen je einen zusätzlichen Spätkurs. Sie wird man an sieben Tagen die Woche noch um 0.26 Uhr in Frauenfeld Richtung Wil abfahren können.

Pünktlichere Stadtbusse?

Vieles neu wird im Dezember auf dem Busnetz der Stadt Wil. Denn das Buskonzept Wil 2021 wird eingeführt. Es gibt neue Streckenführungen, zum Beispiel im Neulanden- und Hofberg-Quartier – und eine Taktverdichtung in Rossrüti sowie an der Bronschhoferstrasse in Wil. Zusatzkurse zur Hauptverkehrszeit nach Rossrüti/Wuppenau werden hingegen eingestellt. Mit diesen Anpassungen sollen die Fahrplanstabilität und die Anschluss-Qualität am Bahnhof Wil gesteigert werden.

Allerdings kann das Konzept noch nicht vollständig umgesetzt werden. Es harzt bei einer neuen Linie südlich des Bahnhofs. Geplant ist, dass neu Busse auf der Glärnischstrasse und im Gebiet Stelz verkehren. Die Vergabe im Einladungsverfahren ging an das Unternehmen Wil Mobil, welches auch den Wiler Stadtbus betreibt. Allerdings wurde von einem Mitbewerber Rekurs erhoben und das Verfahren ist immer noch laufend. Momentan ist geplant, die Glärnischstrasse und Stelz ab Dezember 2021 zu erschliessen – also ein Jahr später als vorgesehen. Bis dahin bleibt alles beim Alten.

Auch Zuzwil profitiert

Mehr Postauto-Verbindungen gibt es ab Dezember für Zuzwil. Die Anzahl Kurse erhöht sich am Abend. Am Samstag besteht zudem neu ein Viertelstundentakt zwischen Wil und Zuzwil.

Auch in Flawil gibt es eine Anpassung: Der von Burgau kommende Bus Richtung Bahnhof Flawil wird neu die Haltestelle Lindengut statt Bahnhofstrasse bedienen.