Viele Spiele in der jüngeren Vergangenheit des FC Wil ähneln sich. Er ist zwar im Grundsatz auf Augenhöhe mit dem Gegner, lässt aber in der Offensive die Durchschlagskraft vermissen. Defensiv werden zudem Einladungen ausgesprochen, welche die Widersacher annehmen. Und vor allem kassieren die Wiler zu viele Penaltys. In jedem der drei letzten Spiele traf der Gegner vom Elfmeterpunkt aus.

Alle diese Punkte traten auch in der Stockhorn Arena von Thun ein, wo die Wiler zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte zu einem Pflichtspiel aufliefen. Ein ansehnlicher Start blieb wie immer in der bisherigen Saison ohne Torerfolg. Viele klare Torchancen waren es allerdings nicht, wobei Maren Haile-Selassie die beste hatte und seinen Abschluss knapp am Lattenkreuz vorbeifliegen sah. Doch mehr Hochkarätiges kam vor der Pause nicht und auf einen Wiler Schuss auf das gegnerische Tor wartete man in Halbzeit eins vergebens. Das war im vorangehenden Spiel gegen Schaffhausen nicht anders gewesen.

Thuns Rüdlin trifft mit der ersten Ballberührung

Die Berner Oberländer waren effektiver. Ausgerechnet der ehemalige Wil-Spieler Nias Hefti, bereits in der Startphase eingewechselt, traf nach gut einer halben Stunde. Nachdem die Wiler einen Corner nicht geklärt bekamen, konnte der Bruder von Silvan Hefti von der Strafraumgrenze aus abziehen. An diversen Beinen vorbei traf er zur Führung der Gastgeber. Auch das passt zur bisherigen Wiler Saison. Erst ein einziges Mal erzielten sie den 1:0-Führungstreffer. Und noch gar nie trafen sie vor der Pause.

Auch nicht neu ist, dass die Wiler in Rückstand liegend durchaus zu einer Reaktion fähig sind. So auch in der Stockhorn Arena. In einer frühen Phase nach der Pause traten die Wiler dominant auf und näherten sich dem Ausgleich an. Doch ein weiterer stehender Ball vor dem eigenen Tor brachte sie weiter auf Abwege. Ein Corner der Gastgeber landete an der Strafraumgrenze vor den Füssen von Fabian Rüdlin, der via Innenpfosten traf. Er stand zu jenem Zeitpunkt nach seiner Einwechslung noch keine 30 Sekunden auf dem Platz und netzte mit dem ersten Ballkontakt ein.

Schön spielen allein genügt nicht

Die Wiler brauchten einige Zeit, um sich neu zu sammeln. Und so richtig wollte es nicht mehr gelingen. Zwar hatten Philipp Muntwiler und Samuel Ballet Chancen auf den Anschlusstreffer, aber es fehlte auch in diesen Aktionen die Durchschlagskraft. Tief in der Nachspielzeit wurde den Gastgebern nach einem Foul von Samel Ballet an Grégory Karlen ein Penalty zugesprochen, den Kenan Fatkic wuchtig zum 3:0 verwertete. Bemerkenswert: In den letzten fünf Spielen kassierten die Wiler vier Penaltys, die alle zu einem Gegentor führten.

Nach dem Spiel in Thun ist festzuhalten: Die Wiler drehen sich im Kreis und der nächste Entwicklungsschritt lässt auf sich warten. Vor allem in der Offensive ist zu wenig Power da. Seit nunmehr sieben Spielen warten die Wiler auf einen Sieg und haben in der Tabelle nur noch das abgeschlagene Schlusslicht Chiasso hinter sich. In diesen sieben Partien erzielten die Äbtestädter lediglich drei Tore. Alle Gegentreffer in dieser Phase kassierten sie aus ruhenden Bällen – ausser ein Gegentor in Neuenburg, das seinen Ursprung in einem viel zu kurz geratenen Rückpass von Valon Fazliu hatte. Auch wenn es nun falsch wäre, den Stab über der jüngsten Challenge-League-Mannschaft zu brechen, so ist doch festzuhalten, dass schön spielen allein nicht genügt und nun auch Resultate hermüssen. Die nächsten Gegner heissen der Reihe nach allerdings GC, Stade Lausanne-Ouchy sowie Winterthur und haben es alle in sich.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 10. Runde:
Thun - Wil 3:0
Stade Lausanne-Ouchy - Schaffhausen 2:2
Winterthur - Kriens 1:1
Chiasso - Aarau verschoben
Grasshoppers - Xamax verschoben

FC Thun – FC Wil 1900 3:0 (1:0)

Stockhorn Arena: 15 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Cibelli.

Tore: 34. Hefti 1:0. 62. Rüdlin 2:0. 93. Fatkic (Foulpenalty) 3:0.

FC Thun: Hirzel; Wetz, Sutter, Havenaar, Kablan; Fatkic, Hasler (62. Rüdlin); Da Silva (80. Salanovic), Karlen, Dzonlagic (4. Hefti); Chihadeh (62. Kyeremateng).

FC Wil 1900: Köhn; Talabidi (73. Kamber), Izmirlioglu, Sauter (73. Zumberi), Kronig; Muntwiler, Krasniqi (81. Camara); Brahimi, Fazliu, Haile-Selassie; Jones (46. Ballet).

Bemerkungen: Thun ohne Schwizer (gesperrt), Breitenmoser (krank), Castroman, Rordigues, Vasic (verletzt) und Fuhrer (nicht im Aufgebot). Wil ohne Abubakar, De Mol, Mayer, Ndau, Blasucci, Ismaili (verletzt), Sarcevic, Schäppi, Paunescu und Abazi (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 45. Brahimi (Foul). 72. Fatkic (Foul). 81. Hefti (Foul).

Rangliste:
1. Grasshoppers 8/16. 2. Thun 10/15. 3. Stade Lausanne-Ouchy 8/13. 4. Schaffhausen 10/13. 5. Kriens 10/12. 6. Winterthur 6/11. 7. Aarau 8/11. 8. Xamax 6/9. 9. Wil 9/9. 10. Chiasso 7/2.

Nächste Spiele (8.+ 9.+ 11. Runde):
Montag, 23. November: Aarau - Grasshoppers (20.00 Uhr, Nachtragsspiel 9. Runde)
Dienstag, 24. November: Chiasso - Xamax (19.00 Uhr, Nachtragspiel 8. Runde), Winterthur - Stade Lausanne-Ouchy (19.00 Uhr, Nachtragsspiel, 8. Runde).
Freitag, 27. November: Aarau - Winterthur (19.00 Uhr), Kriens - Stade Lausanne-Ouchy (19.00 Uhr), Wil - Grasshoppers (20.00 Uhr), Schaffhausen - Xamax (20.00 Uhr).
Samstag, 28. November: Thun - Chiasso (18.15 Uhr).

Alex Frei im Video: «Haben schwierige Wochen vor uns»

 

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Der Liveticker:

Ich bedanke mich für das Interesse an diesem Liveticker und wünsche ein schönes Rest-Wochenende. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil nun bis zum Jahresende mit lauter Spielen an Dienstagen und Freitagen. Am kommenden Freitag gastiert ab 20 Uhr Rekordmeister GC im Sportpark Bergholz. Auch von jener Partie berichtet hallowil.ch mit einem Liveticker.

Schlussfazit: Das genügt so nicht. Offensiv lassen die Wiler auch in diesem Spiel die Durchschlagskraft vermissen. Defensiv lassen sie zu viel zu. Der Thuner Sieg ist mit 3:0 zwar ein Tor zu hoch, aber allemal verdient. Somit drehen sich die Wiler im Kreis und finden nicht aus der Negativspirale. Schon seit sieben Spielen in Serie sind sie sieglos.

Schlusspfiff in der Stockhorn Arena: Der FC Wil verliert gegen den FC Thun mit 0:3.

93. Minute: TOOOOOR für den FC Thun durch Fatkic per Foulpenalty zum 3:0. Er zimmert den Ball unter die Latte. Staubtrocken.

92 .Minute: Penalty für Thun. Ein glasklares Foul von Ballet an Karlen.

90. Minute: Drei Minuten Nachspielzeit gibt es noch. Das dürfte nicht mehr viel ändern an der Grosswetterlage am Stockhorn.

90. Minute: Das wird das siebte Spiel in Folge ohne Sieg. Bei drei erzielten Toren. Das ist halt schon richtig mager.

87. Minute: Das Spiel plätschert seinem Ende entgegen. Offensiv haben die Wiler zu wenig anzubieten.

85. Minute: Thun kontert fast zum 3:0: Und wieder wäre es ein Einwechselspieler gewesen. Salanovic dringt von halbrechts in den Strafraum ein. Aber Köhn pariert stark.

83. Minute: Solche Dinger müsste man halt nutzen: Haile-Selassie von rechts zur Mitte. Ballet nimmt den Ball direkt. Aber auch direkt auf Goalie Hirzel.

81. Minute: Vierter Wechsel bei Wil: Camara kommt für Krasniqi. Nun sind es zwei Sturmspitzen.

81. Minute: Gelbe Karte für Thun: Hefti trifft es für ein Foul in der neutralen Zone an Izmirlioglu.

80. Minute: Weiterer Wechsel bei Thun: Da Silva geht runter, Salanovic kommt.

79. Minute: Die Thuner sind da dem 3:0 näher. Ein einfacher Doppelpass genügt. Doch der Abschluss von Da Silva geht dann drüber.

79. Minute: Aber um ehrlich zu sein: Es deutet eigentlich nichts auf eine Wiler Aufholjagd hin.

76. Minute: Die Thuner haben ja in den letzten beiden Spielen je in der Nachspielzeit ein Tor kassiert und damit jeweils zwei Punkte vergeigt. Damit dies wieder passierend kann, bräuchte es aber demnächst mal den Wiler Anschlusstreffer.

75. Minute: Corner von Fazliu. Muntwiler kommt ran, Marke Verteidiger. Harmloser Abschluss.

72. Minute: Doppelwechsel beim FC Wil: Kamber kommt für Talabidi. Und Zumberi spielt neu für Sauter. Die Wiler nun defensiv noch mit einer Dreierkette: Kronig, Izmirlioglu, Muntwiler. 

72. Minute: Erste Verwarnung gegen einen Thuner: Fatkic sieht nach einem taktischen Vergehen an Muntwiler Gelb.

70. Minute: Seit dem  zweiten Gegentor sind die Wiler völlig von der Rolle.

69. Minute: Auch das passt ins Bild: Fouleinwurf von Sauter.

65. Minute: Beinahe fällt das 3:0. Da Silva wird nicht angegriffen und zieht dann ab. Köhn kann zum Corner klären. Bei eben diesem greift der Wiler Goalie dann daneben, ohne das es weiteres Ungemach gibt.

63. Minute: TOOOOOOR für den  FC Thun durch Rüdlin zum 2:0. Nach einem Corner behindern sich Köhn und Muntwiler gegenseitig. Der Ball wird vom Wiler Goalie vor die Füsse von Rüdlin geklärt. Der mit einem Dropkick via Innenpfosten. Wieder ein Einwechselspieler. Rüdlin hat schon im Hinspiel in Wil für die Berner Oberländer getroffen. Hier netzt er mit dem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechslung ein.

63. Minute: Doppelwechsel beim  FC Thun: Chihadeh wird ersetzt durch Kyeremateng. Und Hasler hat auch Feierabend und wird durch Rüdlin ersetzt.

61. Minute: Eine Stunde rum. Die gröbste Wiler Sturm und Drang-Phase scheint schon durch zu sein.

58. Minute: Aber immer noch etwas zu viele Stockfehler bei den Gästen. Das treibt Frei an der Seitenlinie zur Weissglut.

56. Minute: Auch wenn der frühestes Treffer der Saison nicht fällt: Die Wiler drücken nun.

54. Minute: Beinahe Haile-Selassie mit dem frühestens Tor der Saison. Sein Abschluss im kurzen Eck ist aber zu harmlos. Kurz später Ballet mit einem Knaller aus der Distanz. Aber drüber.

52. Minute: Die Wiler sind jetzt etwas aktiver und offensiver. Gelingt noch der frühestes Treffer dieser Saison? Der fiel vor der Nati-Pause gegen Schaffhausen in der 55. Minute. Das müsste jetzt zügig gehen.

49. Minute: Wieder schreien die Wiler nach einem Hands-Penalty. Dieses Mal ist es bei Hasler eng. Laut TV-Bildern aber wohl wieder alles korrekt.

48 Minute: Es sind diese einfachsten Fehlpässe zum Gegner, die schmerzen. Wie gerade eben von Izmirlioglu. Völlig unbedrängt.

46. Minute: Der angetönte Wiler Wechsel: Jones ist nicht mehr gekommen. Für ihn dafür Ballet.

46. Minute: Das Spiel läuft wieder.

Die Mannschaften kommen zurück. Die Wiler zuerst, um noch das traditionelle Mini-Einlaufen nach der Pause zu machen. 2-3 Sprints für jeden. Und dann geht es gleich los. Samuel Ballet wird kommen bei den Gästen. Ein Stürmer.

Pausenfazit: Das Spiel bestätigt bisher vieles, was schon in den letzten Partien zu sehen war: Offensiv tun sich die Äbtestädter schwer. Hinten ist das soweit in Ordnung, aber halt nicht vor Fehlern sicher. Da die Ostschweizer auch im zehnten Pflichtspiel dieser Saison keinen Treffer vor der Pause erzielen, liegen sie halt einmal mehr im Rückstand. Die Thuner Führung geht in Ordnung, weil die Berner Oberländer im Verlauf der ersten Halbzeit etwas aktiver geworden sind. Die Wiler blieben bis zur Pause ohne einen einzigen Schuss auf das Thuner Tor, wie schon im letzten Spiel gegen  Schaffhausen. Einmal mehr ist zu bilanzieren, was schon so oft zu schreiben war in dieser  Saison zur Pause: Es muss mehr kommen nach dem Seitenwechsel.

Pausenpfiff: Der FC Thun führt gegen den FC Wil bei Halbzeit mit 1:0.

45.+1. Minute: Die erste Verwarnung des Spiels ist Tatsache: Und zwar für Wils Brahimi für ein Foul an Kablan.

45. Minute: Ein Minute Nachspielzeit wird angezeigt.

45 .Minute: Hier müsste Thun das 2:0 machen: Nach einer Flanke von rechts kommt Havenaar aus kurzer Distanz mutterseelenallein vor dem Tor an den Ball. Aber auch hier: Marke Innenverteidiger. Er lupft die Kugel drüber. Da können sich die Wiler beim ehemaligen Teammitglied bedanken.

44. Minute: Thun will nachlegen: Chihadeh schiesst, doch Izmirlioglu kann blocken.

43. Minute: Es deutet momentan nichts darauf hin, dass den Wilern der erste Treffer der Saison vor der Pause gelingt. Auf einen Gäste-Schuss aufs gegnerische Tor warten wir noch.

40. Minute: Damit wird das natürlich taff hier. Thun ist hinten top organisiert, die Wiler einmal mehr offensiv limitiert.

39. Minute: Ein weiterer Wiler Corner findet den Kopf des Ex-Wilers Havenaar. Keine Gefahr.

34. Minute: TOOOOOR für den FC Thun durch Hefti zum 1:0. Nach dem abgewehrten Corner stehen gleich drei Thuner an der Strafraumgrenze frei. Hefti nimmt die Offerte an und schiesst an allen Beinen vorbei ein. Die Wiler sind mal wieder im Rückstand. Zur Erinnerung: Erst einmal in dieser Saison erzielten die Äbtestädter den ersten Treffer des Spiels.

33. Minute: Schöne Parade von Köhn: Nach einem lapidaren Fehler im Aufbauspiel der Wiler macht Thun schnell. Chihadeh dann sehenswert. Doch Köhn ist mit den Fingerspitzen noch dran. Das war wichtig.

33. Minute: Havenaar aus der Distanz, Marke Innenverteidiger. Unplatziert daneben.

30. Minute: Tja, wie erwartet treffen hier zwei defensiv gut organisierte Teams aufeinander. Ein Offensiv-Feuerwerk ist es nicht. Beidseitig.

27. Minute: Frei ändert dies und wird ein erstes Mal laut. Ihn nervt, dass Brahimi und Jones einen Angriff nicht sauber fertig spielen und eine mögliche Chance nicht entsteht.

26. Minute: Es ist übrigens fast ein Geisterspiel. 15 Zuschauer dürfen ins Stadion im Kanton Bern. Dementsprechend ruhig ist es in der Stockhorn-Arena.

24. Minute: Ein Wiler Corner: Fazliu mit dem Ball zur Mitte. Sauter gewinnt den Zweikampf. Doch wirkliche Gefahr sieht anders aus.

22. Minute: Ein munteres Hin und Her. Soweit ein ansehnlicher Start der Wiler. Wie erwartet ein Spiel auf Augenhöhe.

19. Minute: Die Gastgeber mit einem ruhenden Ball. Freistoss von weit links, höhe Strafraum. Das macht bei Thun Fatkic. Er zieht den Ball auf den hinteren Pfosten. Dort kommt Sutter mit dem Kopf ran. Doch der Ball geht am linken Pfosten vorbei.

16. Minute: War da ein Hands im eigenen Strafraum des Ex-Wilers Havenaar dabei? Die mitgereiste Wiler Delegation fordert einen Elfer. Laut den TV-Bildern war das aber wohl eher Brust. Und das wichtigste: Die Pfeife von Ref Cibelli bleibt stumm. Kein Penalty.

13. Minute: Die Thuner sind wieder an der Reihe und kommen in den Wiler Strafraum. Doch Izmirlioglu haut die Murmel weg. Doch ein Rush später zieht Da Silva ab. Aber rund einen Meter zu hoch.

9. Minute: Beinahe der Wiler Führungstreffer: Schöner Vorstoss. Talabidi legt an der Strafraumgrenze quer zu Haile-Selassie. Der schliesst direkt ab. Ganz knapp am rechten Lattenkreuz vorbei. Es wäre das mit Abstand frühste Wiler Tor dieser Saison gewesen. Getroffen haben die Äbtestädter vor der Pause ja noch nicht.

7. Minute: Dann auch die Thuner ein erstes Mal: Karlen geht auf halbrechts durch. Dann macht er aber halb Chip, halb Flanke. Das ist noch keine Gefahr für Köhns Tor.

4. Minute: Thun muss bereits ein erstes Mal wechseln: Dzonlogic ist schon wieder raus und wird durch den ehemaligen Wiler Hefti ersetzt. Nias Hefti.

4. Minute: Der erste Abschluss gehört dem FC Wil: Kronig flankt von links zur Mitte. Haile-Selassie kommt mit dem Kopf ran, bringt aber zu wenig Druck hinter den Ball. Dieser trudelt relativ gemütlich in Behind.

1. Minute: Das Spiel läuft. Auf geht's.

Die Mannschaften sind da. Gleich geht es los mit FC Thun - FC Wil. Viel Vergnügen.

Geleitet wird das Spiel von Luca Cibelli aus Fétigny im Kanton Fribourg.

Thun-Trainer Carlos Bernegger lässt in einem  4-2-3-1-System mit Goalie Hirzel beginnen. Die 4er-Abwehr bilden von rechts her gesehen Wetz, Captain Sutter, Havenaar und Kablan. Im defensiven Mittelfeld spielen Fatkic (rechts) und Hasler. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts nach links Da Silva, Karlen und Dzonlagic. Einzige Sturmspitze ist Chihadeh.

Kommen wir nun zu den Mannschaftsaufstellungen. Die Wiler beginnen wie oft in einem 4-2-3-1-System mit Köhn im Tor. Die Verteidigung bilden von rechts her gesehen Talabidi, Izmirlioglu, Sauter und Kronig. Im defensiven Mittelfeld laufen Captain Muntwiler (rechts) und Krasniqi auf. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts nach links Brahimi, Fazliu und Haile-Selassie. Einziger Stürmer ist Jones. Vorbelastet und bei einer weiteren Verwarnung gesperrt sind Fazliu und Ballet. Ihnen droht also eine Pause im GC-Spiel.

Aus Wiler Sicht stellt sich die Frage, wie die zuletzt ziemlich sattelfeste Thuner Abwehr überwunden werden soll. Nur gerade drei Tore haben die Wiler in den letzten sechs Meisterschaftsspielen erzielt. Eines mehr gab es im Test-Kick gegen den FC St. Gallen, der seit dem letzten Pflichtspiel gegen Schaffhausen ausgetragen wurde und ein 4:4 (nach 0:4-Rückstand) einbrachte. Defensiv wird es darum gehen, die Fehlerquote möglichst tief zu halten.

Nach zweieinhalb Wochen ohne Pflichtspiel geht es für den FC Wil heute in der Challenge League weiter. Zum ersten Mal überhaupt gastiert er für ein Pflichtspiel in der Thuner Stockhorn Arena. Schafft er ausgerechnet gegen den erstarkten Super-League-Absteiger den Turnaround und kehrt nach sechs Partien ohne Vollerfolg auf die Siegesstrasse zurück? Wir werden es miterleben. Simon Dudle ist im Berner Oberland und tickert durch ein hoffentlich spannendes Spiel an einem ziemlich frischen Spätherbst-Abend.

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Die Vorschau:

Kann der upgedatete Spielplan eingehalten werden, steht der FC Wil vor einem heissen Fussball-Spätherbst. Sieben Partien sind innerhalb des nächsten Monats angesetzt – angefangen mit dem Gastauftritt beim FC Thun. Zum allerersten Mal laufen die Äbtestädter in der 2011 eröffneten Stockhorn Arena auf, mal abgesehen von zwei Testspielen in den Jahren 2015 und 2018. Denn seit der Einweihung der schmucken Arena spielten die Berner Oberländer immer in der höchsten Spielklasse – und die Wiler eine Liga darunter.

Doch diesen Sommer mussten die Thuner in der Barrage gegen den FC Vaduz in den sauren Apfel beissen. Nach dem Abstieg brauchten die Berner Oberländer einen Moment, um sich neu zu orientieren. Mit dem Trainerwechsel von Marc Schneider zu Carlos Bernegger nach der dritten Runde kam die Trendwende. Vor allem die Defensive ist erstarkt. In den sechs Partien unter Bernegger mussten nur noch vier Gegentore hingenommen werden. Nie gab es mehr als einen Verlusttreffer pro Spiel. Und hätten die Thuner zuletzt gegen die Grasshoppers und Schaffhausen nicht jeweils in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand kassiert, sie wären das Team der Stunde – und Challenge-League-Leader.

Die Wiler brauchen das Messer am Hals

Wobei das mit der Rangliste so eine Sache ist. Da wegen Corona-Fällen in verschiedenen Teams bisher schon neun Partien der zweithöchsten Spielklasse verschoben werden mussten, ist die Tabelle unübersichtlich. Wils Trainer Alex Frei nennt es «nahezu eine Wettbewerbs-Verzerrung», da auf jenen Klubs mit vielen verschobenen Partien ein grösser Siegesdruck laste als auf den anderen.

Bei den Wilern musste bisher ein Spiel verschoben werden – das Derby gegen Winterthur vor der Länderspielpause. Die Partie wird am Dienstag, 8. Dezember nachgeholt. Darum sind die Äbtestädter seit rund zweieinhalb Wochen ohne Pflichtspieleinsatz. Zur Überbrückung wurde ein Testspiel gegen den FC St. Gallen ausgetragen, bei welchem in der letzten halben Stunde ein 0:4-Rückstand ausgeglichen wurde. «Das war ein Abbild unserer Saison. Wir müssen immer das Messer am Hals haben, bis es klappt», sagt Frei. Die drei Spieler, welche bei jenem Testspiel wegen positiven Corona-Tests gefehlt haben, sind nach der zehntätigen Quarantäne in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt.

Defensiv stabil, offensiv harmlos

Mit der Entwicklung der Mannschaft ist Alex Frei nur teilweise zufrieden. Ihm gefällt, dass ein eigener Spielstil entwickelt wurde und die Defensive grossmehrheitlich gut organisiert ist. In den vergangenen fünf Partien mussten nur fünf Gegentore hingenommen werden. In der Offensive hat der Übungsleiter allerdings «Nachholbedarf» geortet. Lediglich drei Tore wurden in den vergangenen sechs Spielen erzielt. Das sind gleich viele wie beim bis dato letzten Pflichtspielsieg vor knapp zwei Monaten, notabene gegen den FC Thun. «Die Zielstrebigkeit vor dem Tor fehlt noch. Es hat sich bisher kein Spieler herauskristallisiert, der Verantwortung übernehmen würde», sagt Frei. Seit sechs Spielen warten die Wiler auf einen Sieg.

Dass die Äbtestädter in den ersten neun Pflichtspielen dieser Saison vor der Pause noch kein Tor erzielt haben, stört Alex Frei hingegen nicht allzu stark. Vielmehr interessiert ihn das Gesamtbild und die Entwicklung der Mannschaft. «Es ist eine Frage der Zeit, bis es klappt», sagt Frei. Er sieht sein Team im Berner Oberland «nicht als Favorit», aber auch «nicht als krasser Aussenseiter» und nennt den Gegner «schlagbar».