Den Anfang machte in der Dreifachturnhalle Waldegg die Versammlung der Politischen Gemeinde, bei der der Antrag einging, die 187‘000 Franken des Gemeindeanteils für den Bühnenanbau des Combo-Projekts in der Sporthalle Waldegg aus der Investitionsrechnung zu streichen. Der Antrag wurde von den Ortsparteien von FDP, die Mitte und SVP eingebracht. Sie begründeten diesen damit, dass „die Halle schon immer nur für den Sport gedacht und konzipiert worden war und sich somit nicht für kulturelle Aktivitäten eignet“. Auch seien der Brandschutz und die Schalldämmung nicht kulturtauglich, was einiges an Kosten verursachte, wollte man die Halle so umgestalten, dass man in ihr Konzerte abhalten könnte. Vertreter der Sportvereine argumentierten, dass die Trainingszeiten schon heute zu knapp bemessen seien und sich bei einem Ja zum Bühnenanbau für ihre Vereine die Situation noch verschärfen würde. Die 158 Stimmberechtigten folgten der Argumentation und befürworteten die Streichung einstimmig. Somit reduzierte sich auch das Minus im Budget 2022 um 18‘700 Franken (die 187‘000 hätten über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben werden müssen).

Budget 2022: Negativ, aber unumstritten

Zum Budget 2022 sagten die Münchwilerinnen und Münchwilen einstimmig Ja wie auch zum unveränderten Steuerfuss von 61 Prozent und der Investitionsrechnung 2022, die Nettoinvestitionen in der Höhe von 4‘250‘000 Franken vorsieht. Das Budget 2022 geht bei einem Aufwand von 13‘550‘600 Franken und einem Ertrag von 13‘154‘600 Franken einen Verlust von 396‘000 Franken vor. Gemeindepräsidentin Nadja Stricker erklärte, dass der Verlust durchs Eigenkapital gedeckt wird, das sich somit auf 4‘234‘000 Franken reduziert. Betreffend der ausserordentlichen Situation wegen des Corona-Viruses zeichnen sich bis jetzt noch keine direkten Auswirkungen ab. Doch seien diesbezüglich Prognosen schwierig, so Stricker.

Mit grosser Mehrheit bei einem Nein wurde die der Kredit von 600‘000 Franken für die Umgestaltung der Werkstrasse Süd – Brunnen- bis Murgtalstrasse – gutgeheissen, welche sich im schlechten Zustand befindet. Mit dem Kredit sollen nicht nur die Belagsschäden ausgebessert, sondern auch die Strasse von 4 auf 5.50 Meter verbreitert werden, was das Kreuzen von einem LKW und PKW ermöglicht und somit die Verkehrssicherheit erhöht. Einstimmig erfolgte die Annahme des neuen Feuerschutzreglements, welches jenes aus dem Jahr 1995 ersetzt und der aktuellen Gesetzgebung angepasst wurde.


Klares Nein zum Turnhallenkredit Oberhofen

Bei der anschliessenden Schulgemeindeversammlung, die vor 150 Stimmberechtigten abgehalten wurde, fanden drei von vier Kreditanträgen der Behörde den Goodwill der Stimmberechtigten. Sowohl der Umbau für das in die Jahre gekommene Natur und Technik (Biologie, Chemie und Physik-Raum) Waldegg (385‘000 Franken), die Integration der Spielgruppe Rägäboge in die Schule Münchwilen (65‘000 Franken) als auch das Programm für die vorschulische Sprachförderung (69‘000 Franken) wurden alle mit grossem Mehr angenommen.

Keine Gnade fand vor dem Souverän der Projekt- und Planungskredit Sanierung Turnhalle Oberhofen (204‘000 Franken). Obwohl Schulpräsident Lukas Weinhappl eifrig für das Vorhaben warb, und darauf hinwies, dass bei einem Nein „weitere drei, vier Jahre vergehen, in der wir keine Lösung haben und Oberhofen keine Turnhalle in der Ortsmitte haben wird“, wurde in der Diskussion ziemlich schnell deutlich klar, dass das Vorhaben wohl scheitern könnte. Denn auch bei diesem Geschäft stellten die bürgerlichen Ortsparteien den Antrag auf Kreditablehnung. Man sollte die Chance nutzen, nicht ein Flickwerk zu beginnen, sondern nun in Ruhe ein Gesamtkonzept ausarbeiten, das nicht nur die Turnhalle Oberhofen, sondern auch die Aussenanlagen umfasse, so der Tenor. Auch das Versprechen Weinhappl, dass man gemeinsam das neue Projekt anschauen und mit mehreren Baukrediten arbeiten könne, verfing beim Souverän nicht, bodigte dieser doch den Turnhallenkredit mit 42 Ja zu 100 Nein. Keine Opposition erwuchs dem Budget 2022, das beim gleichbleibenden Steuerfuss von 93 Prozent von einem Aufwandüberschuss von 431‘100 Franken ausgeht, steht doch dem Aufwand von 13‘886’00 Franken ein Ertrag von 13‘455‘500 Franken gegenüber; das Budget 2022 wurde grossmehrheitlich genehmigt.