Cheftrainer Alex Frei nahm auf dieses Spiel hin in der Startformation einige Änderungen vor. Reichmuth, Talabidi und Lukembila wurden für ihre guten Leistungen im Testspiel vergangene Woche mit einem Startelfeinsatz belohnt. Die Wiler begannen das Spiel offensiv und versuchten die Hausherren früh unter Druck zu setzten. Das gelang in den ersten fünf Minuten ganz gut. Was den Wilern aber immer wieder zu schaffen machte, war der sandige Untergrund. So rutschten sie oft im entscheidenden Moment aus oder schlugen in den Rasen. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Waadtländer immer spielsicherer. In der 13. Minute war es dann Kabacalman der mit einem langen Pass aus dem Mittelfeld Koné lancierte. Die Wiler Verteidigung stand in dieser Situation nicht gut abgestimmt, sodass Koné alleine auf Keller zulaufen konnte. Keller kam aus dem Tor und Koné hätte zum mitgelaufenen Vladi spielen können. Er entscheid sich aber für einen Lupfer und versenkte den Ball mit all seiner Routine zur Yverdon-Führung.

Die Wiler konnten nicht reagieren. Zu überlegen war Yverdon. Die Mannschaft von Uli Forte wusste, wie sie die Wiler vor Probleme stellen konnte. Das Muster glich sich sehr oft. Es wurden drei bis vier kurze Pässe im Mittelfeld gespielt, gefolgt von einem Ball in die Tiefe für das Offensiv-Trio Kabacalman, Vladi und Koné. Diese Pässe stellten die Wiler fortwährend vor Probleme. Erschwerend kam hinzu, dass den Wilern in der Offensive völlig die Durchschlagskraft fehlte. Oft spielten sie einen langen Ball aus der Verteidigung auf Stossstürmer Lukembila, der aber im Sturm alleine auf weiter Flur gegen drei Yverdon Spieler vollkommen chancenlos war. Als sich die Heimmannschaft ab der 40. Minute mehr zurückzog hatten die Wiler ihrerseits wieder mehr Spielanteile. So kam es, dass Reichmuth in der 42. Minute den ersten Schuss der Wiler aufs Tor abgab, aber ohne Erfolg. Bis zum Pausenpfiff waren die Wiler dann auf einmal die überlegene Mannschaft.

Wieder zwei späte Gegentore

Die Wiler starteten auch in die zweite Halbzeit aktiv und versuchten ihr Glück in der Offensive. Was aber auch daran lag, dass sich Yverdon aufs Kontern verlegte. Die Wiler machten sich aber das Leben selber schwer, indem sie im Spielaufbau sehr viele Fehlpässe spielten und so dem Gegner den Ball relativ nahe am eigenen Tor schenkten. Und jedes Mal, wenn die Stürmer der Waadtländer vor dem Wiler Tor auftauchten brannte es lichterloh. Es war der Ungenauigkeit der Yverdon-Stürmer zu verdanken, dass die Wiler im Spiel blieben. So setzte zum Beispiel Koné in der 61. Minute seinen Kopfball vollkommen alleistehend aus drei Metern neben das Tor.

Die Wiler ihrerseits versuchten sich in der Hälfte der Heimmannschaft festzusetzten. Was ihnen aber fehlte war eine wirkliche Torchance. Lediglich Kamber, der aus 25 Metern Torhüter Salvi prüfte und Brahimi, dessen Befreiungsschlag sich gefährlich auf das Yverdon-Tor senkte, hatte in der gesamten zweiten Halbzeit richtige Chancen. Ansonsten versuchten es die Wiler oft mit hohen Bällen, sahen aber gegen die Verteidiger kein Land. Und so kam es, dass ein Konter von Yverdon tatsächlich noch von Erfolg gekrönt war. Fargues schickte mit einem Steilpass Koné auf die Reise. Dieser schüttelte ohne Mühe Muntwiler ab und versenkte den Ball aus halblinker Position in der weiten Ecke. Torhüter Keller war chancenlos und Koné schnürte seinen Doppelpack. 

In der 88. Minute konnte dann nach schönem Durchspiel Beleck vollkommen frei vor Torhüter Keller den Ball aus sechs Metern zum 3:0 einschieben. Hier waren die Wiler zwar zahlreich im Straum zugegen, keine fühlte sich aber für Beleck zuständig. So verloren die Wiler verdient mit 0:3. Wieder ein 0:3 in Yverdon, wieder mit späten Gegentoren. Da hat Cheftrainer Alex Frei einiges zu arbeiten mit der Mannschaft, damit man dies abstellen kann. Die nächste Chance haben die Wiler bereits kommenden Freitag, wenn Neuchâtel Xamax im Bergholz gastiert.

Yverdon Sport FC – FC Wil 3:0 (1:0)

Stade Municipal: 540 Zuschauer – Sr: Huwiler

Tore: 13. Koné 1:0, 84. Koné 2:0, 88. Beleck 3:0

Yverdon Sport FC: Salvi; Jaquenoud (86. Eleouet), Hajrovic, Gétaz, Le Pogam (75. Fargues); Vladi (75. Beleck); Kabacalman (67. Malula), Lusuena, Zock, Silva; Koné (85. Kalezic).

FC Wil: Keller; Talabidi (63. Dickenmann), Izmirlioglu, Muntwiler, F. Frei; Kamber, Ndau; Bahloul, Reichmuth (72. Silvio), Brahimi (85. Jones); Lukembila.

Bemerkungen: Wil ohne Zumberi (gesperrt), Daniel, De Mol, Fazliu, Ismaili, Malinowski und Sauter (alle verletzt), Abazi (krank) und Heule (nicht im Aufgebot). Yverdon ohne: Blum, Rodrigues (beide gesperrt), Morelli (verletzt), Hautier und Nite (beide nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 21. Kamber (Foul), 32. Lusuena (Foul), 45. Muntwiler (Reklamieren), 73. Zock (Foul)