Frau Berger, was fasziniert Sie an der Schauspielerei?

Unterschiedliche Menschen darstellen zu können, ist einfach wahnsinnig inspirierend. Es ist toll in jede Gesellschaftsschicht eintauchen zu können. Es ist ein sehr abwechslungsreicher und intensiver Job.

Welche Art von Rollen spielen Sie am liebsten?

Alle Rollen, die etwas verrücktes an sich haben, mag ich sehr.

Mit welchen aktuellen Projekten sind Sie beschäftigt?

Ich war sehr mit der Textfassung für die getanzte Lesung “Is ma Wurst» im Rahmen der Kulturbühne Wil beschäftigt. Es ist ein Versuch, österreichische Schimpf - und Granteltiraden mit Schweizer Kraftausdrücken zu verbinden. Dabei ist eine Anekdotenreise zwischen Wien und Wil entstanden. Leider habe ich mich aber dann dazu entscheiden müssen, die Lesung abzusagen - da nach dem aktuellen Schutzkonzept nur für ein sehr kleines Publikum gespielt hätte werden können. Aber die Lesung steht und ich werde sie sicher noch zur Aufführung bringen.

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Welche Rolle würden Sie in Ihrem Leben gerne noch spielen?

Die Bösewichtin in James Bond mit Schweizer Dialekt.

Seit wann leben Sie in Wien?

Ich lebe seit 2014 in Wien, ich war als Gast in einem Theater engagiert und verliebte mich sofort in Wien und wusste: Hier will ich bleiben.

Wil und Wien sind nicht nur von der Grösse her sehr unterschiedlich. Welche weiteren Unterschiede erkennen Sie?

Oh, darüber könnte ich ganze Bücher schreiben und vieles davon findet sich in meiner Lesung wieder. Ich sage nur: bestellen Sie in Wien niemals nur Kaffee! Aber insgesamt ist das Leben anders. In Wien hat fast niemand einen eigenen Garten, man trifft sich in den Parks. Das kulturelle Angebot ist riesig und es wird viel öfters genutzt. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn es dann auch wieder erlaubt ist.

Was fällt ihnen als erstes ein, wenn sie an Wil denken?

Der Geruch von den Bissegger-Bürlis, dass man jeden grüsst den man auf der Strasse kreuzt und das Entengeschnatter vom Weier.

Was verbindet Sie heute noch mit Wil?

Natürlich meine Familie und Verwandtschaft. Wil wird immer ein Zuhause für mich bleiben. Es gibt dort so viele Plätze und Menschen, bei denen ich mich geborgen fühle.

Gut zu wissen:

Ambra Berger (Jahrgang 1988) liess sich im deutschen Burghausen zur Schauspielerin ausbilden. Sie spielte unter anderem Bühnenklassiker von Shakespeare, Büchner, Strindberg, Jelinek und weiteren. 2017 konnte sie den Förderpreis der Stadt Wil entgegennehmen.