Es war wohl ein Vergeltungsschlag, und zwar einer mit entsetzlichen Folgen. Im Jahr 1292 ging Wil in Flammen auf. Das Städtchen brannte bis auf die Grundmauern nieder. Wahrscheinlich war es ein Racheakt, weil die Wiler ein paar Jahre zuvor das habsburgische Städtchen Schwarzenbach angezündet hatten. Der verheerende Wiler Stadtbrand ist eines der Ereignisse, die in der neuen Ausstellung «Wil brennt! Von Feuer und Feuerwehr…» im Stadtmuseum im Hof zu Wil dargestellt werden.

Es ist die 25. Präsentation von Museumsleiter Werner Warth, die er seit 2001 im Stadtmuseum Wil erarbeitet hat. Auf Stelen und in Vitrinen mit Texten und Bildern, in einem digitalen Fotoalbum auf einem interaktiven Bildschirm, bei einem Quiz oder in über drei Stunden Filmaufnahmen werden die Feuersbrünste und ihre Folgen thematisiert. Neben dem Stadtbrand von 1292 werden der Brandfall Brockmann von 1961, der Brand des Pneuhauses Grob im Jahr 1970 oder der Brandfall Kuster von 1997 mit Bildern, Dokumenten und Filmaufnahmen, unter anderem von Tele Wil oder aus dem Archiv des Sicherheitsverbunds Wil, behandelt. Die Ausstellung umfasst auch historische Feuerwehrgewänder und Feuerwehrhelme sowie Einsatzmaterial. Es ist Werner Warth ein Anliegen, auch die Brandbekämpfer zu würdigen. Mit welchem Fahrzeug die Feuerwehr in den 1930er Jahren im Einsatz stand, zeigte der Feuerwehrverein Wil, der bei der Vernissage mit einem restaurierten Saurer von 1932 anwesend war. (ph)