Es ist Dienstagabend in Wil – und sie demonstrieren wieder, die Corona-Massnahmengegner. Sie sind weniger und leiser geworden. Zwischen 80 und 100 Personen dürften sich versammelt haben, Trychler sind weder zu sehen noch zu hören. Dafür haben sie dieses Mal eine Bewilligung, wie Philipp Gemperle, Kommunikationschef der Stadt Wil, auf Anfrage von hallowil.ch bestätigt: «Wir haben ein Gesuch erhalten und auch bewilligt.»

Eine solche Bewilligung ist in der Regel an Auflagen geknüpft, auch für die Massnahmengegner in Wil. So sei etwa die vorgeschlagene Route – von der Allee über die Obere Bahnhofstrasse bis zum Hofplatz – bewilligt worden. Zudem sei nur ein kurzer Halt erlaubt worden, und zwar auf dem Hofplatz, ergänzt Gemperle. Dort habe die Stadt auch den Einsatz von Lautsprechern erlaubt, auf der restlichen Route allerdings nicht. Diese Auflagen gefallen den Gegnern nicht. Wummernde Bässe aus einem Lautsprecher begleiten den Demozug bis in die Altstadt, ein eigentlich nicht erlaubtes Megaphon verstärkt den Ruf nach Freiheit. Auf dem Hofplatz angelangt knallt mehrfach eine Peitsche, einige Teilnehmende fordern Wachsamkeit und Ähnliches, erneut durchs Megaphon. Kurz vor Acht treten die Demonstranten den Rückzug an. Am Schwanenkreisel trennen sich schliesslich die Wege von Massnahmengegnern und Berichterstatterin.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (14.1.22)

Wil: Demonstrationen brauchen eine Bewilligung

In Wil hat diese Woche eine Kundgebung von Gegnern der Covid-Massnahmen stattgefunden. Die Stadt Wil weist darauf hin, dass es sich dabei um eine unbewilligte Demonstration handelte. Künftige Organisatoren müssen mit einer Anzeige an die Staatsanwaltschaft rechnen.

Die Stadt Wil hält fest, dass organisierte Veranstaltungen einer Bewilligung bedürfen. Auch das Verwenden von Lautsprecheranlagen ist bewilligungspflichtig. Die Organisatoren wie auch die Teilnehmenden einer derartigen Veranstaltung werden beim Fehlen einer Bewilligung mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Weitere Gesetzesverstösse, namentlich das Abbrennen von Feuerwerk, Vermummung oder Sachbeschädigungen, werden durch die Kantonspolizei St.Gallen an die Staatsanwaltschaft rapportiert.

Hier finden Sie den Artikel zur Kundgebung von Gegnern der Covid-Massnahmen vom letzten Dienstag. 

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