Es war an der Medienorientierung mehrfach von einem «Leuchtturmprojekt» sowie von einem «Projekt mit grosser Ausstrahlung» die Rede. Andrea Näf-Clausen, Chefin des Amtes für Raumentwicklung des Kantons Thurgau, sprach von einem geplantem «Standort mit positiver Ausstrahlung» und einer «positiven Adressbildung». Regio Wil-Präsident Lukas Keel seinerseits redete von einem Projekt für nachfolgende Generationen. Die Steigerung der Lebensqualität soll neben dem volkswirtschaftlichen Mehrwehrwert und der Verkehrsentlastung eines der zentralen Ziele von Wil West sein, gleichzeitig wird eine positive Identitätssteigerung der Region angestrebt.

Rücksichtnahme auf die Natur

Die Überbauung soll gemäss David Galatti, Gebietsverantwortlicher im Amt für Raumentwicklung im Kanton Thurgau, kein weiteres blosses Gewerbegebiet, sondern ein Areal mit «hoher Aufenthaltsqualität» werden. Dazu wird beispielweise grosser Wert auf Grünflächen und auf Biodiversität gelegt.

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In dreissig Jahren sollen hier rund 3000 Personen ihrer Arbeit nachgehen. 


Anspruchsvolle Arbeitsplätze

Die Projekt-Verantwortlichen denken in grossen Zeiträumen, bis in zwei bis drei Jahrzehnten sollen im Gebiet zwischen Wil, Sirnach, Dreibrunnen und Münchwilen rund 3000 hochwertige Arbeitsplätze entstehen. Auf Journalisten-Nachfrage hiess es von der Thurgauer Baudirektorin Carmen Haag, dass grosse Lagerhallen oder ein weiteres Einkaufszentrum eher nicht zu den angestrebten Nutzern gehören.

Abstimmungen stehen bevor

Bereits haben Unternehmen bei der Münchwiler Gemeindepräsidentin Nadja Stricker ihr Interesse an einer Ansiedlung gemeldet. Für konkrete Vereinbarungen ist es allerdings noch zu früh, bis Firmen mit ihren Mitarbeitenden im Gebiet Wil West tätig werden können, wir noch geraume Zeit vergehen: 2022 und 2023 stehen verschiedene Abstimmungen auf Kantons- und Gemeindeeben zu Teilaspekten an.

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Der Verlust von Landwirtschaftsland soll entsprechend ausgeglichen werden. 


Verzögerungen nicht auszuschliessen 

Im Jahr 2024 wird mit dem Baustart zur Verlegung der Frauenfeld-Wil-Bahn und der Hochspannungsleitung gerechnet. 2026 soll die Dreibrunnenallee angegangen werden.

Im Folgejahr fahren gemäss Zeitplan die Baumaschinen für die Netzergänzung Nord, den Autobahnanschluss sowie für die Hochbauten auf. Ob diese Zeitetappen eingehalten werden können, wird sich zeigen. Kritiker von grüner Seite haben sich bereits mehrfach zu Wort gemeldet, es ist mit politischen und eventuell rechtlichen Kontroversen bezüglich der geplanten Verkehrserschliessung zu rechnen.