«Raum schaffen für unser Wil. Miteinander ein Generationenwerk umsetzen, an welchem wir miteinander arbeiten. Verbesserungen in Sachen öffentlichem Verkehr, Mobilität, Arbeitsplätze und mehr», Wils Stadtpräsident machte Werbung in eigener Sache, als es darum ging die rund 130 anwesenden Bronschhofer und Bronschhoferinnen vom Projekt Wil West und der darin enthaltenen Netzergänzung Nord zu überzeugen. Überraschend viele Besucher finden sich im Ebent Saal ein und wollen Informationen aus erster Hand. Aber sie wollen auch ihre Bedenken anbringen und von diesen Bedenken gab es einige. «Warum braucht es das Ganze überhaupt? Nur schon die Unmengen an Grünflächen, die verschwinden werden ...», bemängelte ein älterer Anwohner des AMP. Eine andere Frau sagte indes, dass es einfach übertrieben sei, was hier verwirklicht werden soll. «Noch mehr bauen, noch weiterwachsen und schlussendlich bleibt man auf den riesigen Kosten sitzen.» In einer Sache hat aber der Stadtpräsident sicherlich recht, indem er betont, dass heute wichtige Strassenverbindungen eher trennen als verbinden.

Post inside
Kurt Hollenstein (am Mikrofon) ist Präsident des Quartiervereins Bronschhofen, dieser organisierte diesen, überraschend gut besuchten, Themenabend im Ebnet Saal.


Wil Vivendo – der 5-Punkte Plan

In fünf Gruppen aufgeteilt durchlaufen die Anwesenden ebenso viele Posten, an welchen sie mit unterschiedlichsten Informationen eingedeckt werden. Als Fachpersonen gaben Auskunft: Marcel Frei (Leiter Tiefbau Stadt Wil) zum Thema Gesamtprojekt aus Sicht der Stadt Wil; Ruedi Vögeli (Projektleiter Grossprojekte Kanton St. Gallen) zu Netzergänzung Nord, aktueller Stand und Zeitplan; Peter Guler (Gesamtprojektleiter Wil West) zur Standortentwicklung; Ursula Egli (Stadträtin Wil) zu politischen Abläufen und rechtlichen Verfahren; Jan Sutter (Umweltingenieur) zur Umweltverträglichkeit. Es taten sich in den Gruppen einige lauten Stimmen hervor, meist Betroffene, die ihre Zweifel und Ängste loswerden wollten. «Wo bleibt da die Sicherheit für die kleinsten Verkehrsteilnehmer?» Oder: «Der ganze Lärm verschiebt sich doch nur, statt dass er gelöst und vermindert wird!» Beschwichtigend sei jedoch festgehalten, dass die Verantwortlichen alles Mögliche in Bewegung setzen wollen, dass der 5-Punkte-Plan aufgehen kann. In besagtem Plan geht es darum, Raum zu schaffen für zukunftstaugliche Mobilität, ein lebendiges Zentrum, wohnliche Quartiere, stadtnahe Arbeitsplätze in Wil West und schlaue Investitionen.

Post inside
Die Wiler Stadträtin Ursula Egli erklärt die politischen Abläufe zum geplanten Grossprojekt Wil West, samt der Netzergänzung Nord.


Die Meinung des Präsidenten

Kurt Hollenstein, in Bronschhofen aufgewachsen und hier wohnhaft, vertritt als Präsident des Quartiervereins Bronschhofen eine klare Meinung zur Standortentwicklung. «Sie muss realisiert werden. Ansonsten werden, die schon jetzt vorhandenen, grossen Verkehrsprobleme in der Stadt Wil und rundherum, nicht mehr zu bewältigen sein. Man hat schon heute täglich und zu fast jeder Tageszeit ein enormes Staupotenzial am Schwanenkreisel, dies birgt auch Gefahren, etwa für die Busfahrer», sagt Kurt Hollenstein. Definitiv gehen an diesem Abend die Meinungen auseinander, was jedoch auch positiv gewertet werden kann. So ist sichergestellt, dass sich die Einwohner mit Wil West und der Netzergänzung Nord befassen, mitdenken, mitdiskutieren – und so bleibt zu hoffen, für eine bestmögliche «Lösung für alle» auch wirklich alle mit im Boot sitzen werden.

Post inside
Sie alle machen Werbung für das Grossprojekt und der ganzen Entwicklung der Region Wil.

Einige Eckpunkte von Wil Vivendo:

  • Bis im Jahr 2040 prognostiziert man eine Verkehrszunahme um rund 20 Prozent.

Man rechnet mit mehreren Tausend neuen Arbeitsplätzen nahe Wil.

Die Zersiedelung soll gestoppt werden.

Man werde die Mitfinanzierung seitens Bund und Kanton ausnutzen.