Das Osterfest nahmen, Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und der St. Galler Bauchef Marc Mächler zum Anlass, um die Medien über das Vorhaben „Wil-West“als St. Galler Kantonsgebiet zu informieren. Das im Kanton Thurgau gelegene Gebiet ist bekanntlich Eigentum des Kantons St.Gallen, liegt derzeit aber noch auf Thurgauer Kantonsgebiet. Weil Kantonswechsel in der Westschweiz schon länger an der Tagesordnung sei, dürfe es auch im Osten des Landes einmal zu einem Kantonswechsel kommen, führte der Regierungsrat gegenüber InfoWILplus.ch aus.Die laufenden Planungen für Wil-West mit dem kommenden Autobahnanschluss und der Ansiedlung von Unternehmungen kommt in die entscheidende Phase, bekanntlich mit millionenschwerer Unterstützung seitens des Bundes. Die Gelegenheit ist günstig, um das Gebiet Wil-West als St. Galler Kantonsgebiet zu erklären, nachdem das Land schon Jahrzehnte im Besitz des Kantons St.Gallen liegt.

Die Zentrumsstadt kann wachsen
Stadtpräsidentin Susanne Hartmann zeigte sich über das Vorhaben überaus erfreut. Es gehe ihr zwar nicht darum, einfach mehr Stadtgebiet zu erreichen. Von Interesse sei die Vielzahl an Unternehmungen, welche sich in „Wil-West“ ansiedeln, und dann ihre Steuern an die Stadt und den Kanton abliefern. Das zu erreichende Steuersubstrat ist denn auch das Anliegen der St. Galler Regierung, wie Mächler zu verstehen gab.

Dass Guido Grütter, Gemeindepräsident von Münchwilen, mit kritischem Auge das Vorhaben beurteilt, ist soweit zu verstehen. Seine Stellungnahme: Die Stimmbürgerschaft hat denn einmal darüber zu befinden. Etwas störend sieht es Grütter doch, weil er nicht einmal über einen Landpreis verhandeln könne, das Land gehöre ja bereits den St. Gallern.

Zustimmung beider Kantone erwartet
Nach Marc Mächler, Bauchef der St. Galler Regierung, ist die Zustimmung beider Kantone durchaus in Reichweite. Es könne die Thurgauer auf lange Sicht nicht interessieren, sich um Ländereien der St. Galler kümmern zu müssen.

Nach Stadtpräsidentin Susanne Hartmann kommt das Vorhaben zwar etwas überraschend, zumal es bekanntlich für die Entscheidfindung bereits weit fortgeschritten ist. Im Wechsel ergebe sich auch für beide Kantone eine Win-Win-Situation. Münchwilen sei von langen Landverhandlungen mit Unternehmungen entlastet und Wil könne für die zusätzlichen Aufwendungen bei den Ansiedlungen zusätzliche Arbeitsplätze bieten.

Wegen der laufenden Ostertage am 1. April wurde kurzfristig auf eine öffentliche Orientierung verzichtet.