Gemäss einem Beschluss der Kantonsregierung dürfen die St. Galler Festspiele ab 2023 nur noch jedes zweite Jahr auf dem Klosterplatz durchgeführt werden. Der Wiler Kantonsrat Erwin Böhi brachte in einer Einfachen Anfrage Wil als alternierenden Aufführungsort ins Spiel. Noch ist die Ant- wort der St. Galler Regierung ausstehend.

Gesprächsangebot 

Vor wenigen Tagen haben sich nun Verantwortliche verschiedener Wiler Institutionen in einem Brief an die Direktion der Genossenschaft Konzert und Theater St. Gallen gewandt; sie ist die Veranstalterin der St. Galler Festspiele. Im Schreiben wird ein Treffen einer Delegation von Wiler Funktionärinnen und Funktionären mit der Theaterdirektion für erste Abklärungen vorgeschlagen.

Lokale Kulturträger unterstützen 

Das Schreiben wurde von der IG Kultur Wil initiiert. Sie ist die Dachorganisation der Kulturschaffen- den und -interessierten in der Äbtestadt. IG-Präsident Sebastian Koller sowie Erwin Böhi in seiner Funktion als Vizepräsident der IG figurieren als Erstunterzeichner. Im Weiteren trägt das Schreiben unter anderem die Unterschriften von Stadtpräsident Hans Mäder, Ortsbürgerpräsident Nobert Hodel, Florence Leonetti, Präsidentin des Vereins Classic Openair Wil, von Christian Naef, Präsident der Altstadtvereinigung, von Walter Dönni, Präsident des Vereins Wil Tourismus sowie David Zimmermann, Präsident des Vereins ThurKultur.

Wie aus dem Brief hervorgeht, befürworten alle Unterzeichnenden eine regelmässige Durchführung der Festspiele in Wil, allenfalls in angepasster Form. Diese würden in Wil auf fruchtbares Terrain stossen und könnten auf die Kooperationsbereitschaft der lokalen Kulturträger zählen, heisst es.

Enge Verbindung beider Städte

Weiter ist zu lesen, dass im Rahmen der dritten Renovationsetappe des Hofs zu Wil eine touristische Anbindung des geplanten Wiler Hofbezirks an den St. Galler Stiftsbezirk vorgesehen ist. Die alternierende Austragung der Festspiele würde sich ideal in dieses Konzept einfügen und könnte die enge historische Verbindung zwischen Wil und St. Gallen zur fürstäbtischen Zeit wieder im öffentlichen Bewusstsein verankern.