Schweizer Kriegsfreiwillige hatten eine besondere Kampftaktik, die sie besonders gefürchtet machte, heisst es in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. 

Sie bildeten eine Formation aus Speer- und Helebardenträgern, weiter aus Kämpfern mit Kurz- und mit Langschwertern sowie aus Vorderladerschützen. Auf diese Weise überfielen sie die gegnerischen Truppen, bevor sich diese als Ritter mit ihren Pferden in Schlachtordnung aufgestellt hatten. Auftragskrieger an den gefährlichsten Stellen in dieser Schweizer Kampfgruppe erhielten doppelten Sold.  

Begehrte Schweizer

Ab dem 15. Jahrhundert waren die Schweizer Reisläufer, die sich als Soldaten in fremde Kriegsdienste begaben, begehrt. Sie standen seit den Schlachten in Morgarten und Sempach im Ruf, unbesiegbar zu sein. 

Viele Kriegsherren wollten möglichst viele eidgenössische Kriegsknechte in ihren Reihen, dies steigerte die Aussicht auf einen Sieg. Allerdings kam es dabei auch vor, dass Schweizer gegen Schweizer kämpfen mussten.

Armut und Beutezüge

Überbevölkerung, Armut, Abenteuerlust, Aussicht auf Beute sowie der Sold lockten gemäss Wikipedia viele Schweizer zwischen 1400 und 1848 in fremde Kriegsdienste. 

Zum Teil gingen sie auf eigene Faust, zum Teil waren sie als Formation unterwegs. Es gab sogenannte Schweizer Regimenter. Eine St. Gallische Kompanie kämpfte beispielsweise an der Seite Venedigs gegen die Türken. Sie stand unter dem Kommando des Wilers Johann Kienberger.

Lukratives Geschäft

Einer der bekanntesten Reisläufer der Toggenburger Schriftsteller Ulrick Bräker (1735 – 1798), der von einem geschickten Werber in preussische Kriegsdienste gelockt wurde.

Vermittler von Kriegsknechten konnten mit Provisionen ein gutes Einkommen erwirtschaften. Ein bis heute bekannter äbtischer Kadermann aus Wil ist Fidel von Thurn. Der Aussenminister des Klosterstaates vermittelte gegen Entgelt zuerst für Frankreich, später für Deutschland Schweizer Truppen.

Erfolg oder Tod 

Eine ganze Reihe von Wilern machten Militärkarriere und kamen als bezahlte Soldaten in der Welt herum. Einige mussten allerdings fern der Heimat ihr Leben lassen. Gemäss den Pfarrbüchern starben zwischen 1700 -1856 50 Wiler in fremden Kriegsdiensten.

Beispielsweise starb ein Familienmitglied aus dem früher in Wil verbreiteten Geschlecht Servert im 18. Jahrhundert in Algerien. Ein weiterer Servert stand als Hauptmann in Sizilien im Einsatz, ein anderer brachte es zum Oberst in der spanischen Infanterie, ein weiterer erreichte eine Generalsrang. Auch aus dem Wiler Geschlecht Schär sind im 18. Jahrhundert einige Offiziere in spanischen Diensten bekannt.

Ein Onkel des letzten Fürstabtes Pankraz Vorster starb als Oberstbrigadier in Pamplona. Ein Wiler mit Nachnamen Ledergerber stand in britischen Diensten. Ein weiterer Ledergeber soll auf Malta von den Türken getötet worden sein.

Ausgestorbene Familien

Chronist Karl J. Ehrat, der obigen Angaben zusammengetragen hat, schreibt, dass die militärischen und verwaltungstechnischen Erfahrungen in fremden Heeren dem öffentlichen Leben der Stadt zugute kamen. Verschiedene Heimkehrer bekleideten anschliessend in Wil ein Amt. Wie Ehrat anmerkt, sind auch einige Wiler Geschlechter infolge der Todesfälle auf dem Schlachtfeld ausgelöscht worden.