Marianne Rapp Obmann weiss, dass der Secondhandmarkt für Luxusprodukte wächst und grosses Potenzial hat. Immerhin beschäftigt sie sich seit über 20 Jahren beruflich mit Luxus- und Sammelobjekten und kennt den Vintagemarkt für gesuchte und wertvolle Einzelstücke. Als Geschäftsführerin des Wiler Auktionshauses Rapp verfügt sie über ein breites und internationales berufliches Netzwerk im Luxusmarkt. Das alles sind Gründe, warum Rapp Ohmann den Onlineshop Kaleaz gegründet hat. «Das Spektrum reicht von ausgesuchten Schmuckstücken verschiedener Stilrichtungen und Epochen über Uhren beliebter Marken bis hin zu Luxus- und Vintagehandtaschen und Accessoires der angesagten Brands», teilt das Wiler Auktionshaus in einer Medienmitteilung mit. Alle Produkte werden von einem Expertenteam mit langjähriger Berufserfahrung geprüft und im Internet gut nachvollziehbar beschrieben.

«Attraktive Preise locken und Konsumenten könnten mit ausgesuchten Schmuckstücken oder Uhren und gesuchten Designertaschen dem Einheitslook entkommen», sagt Rapp Ohmann. Somit sei es möglich, einen ganz individuellen Stil zu entwickeln. Die jüngere Generation hätte entdeckt, dass Designerartikel oder signierte Schmuckstücke bekannter Juweliere oder Uhren renommierter Schweizer Marken weniger an Wert verlieren als sogenannte Noname-Produkte. Es erstaune sie deshalb nicht, dass zum Beispiel gut gepflegte Designertaschen von Chanel, Gucci oder Hermès von der Grossmutter oder Luxusuhren von Rolex, Omega, Breitling oder IWC vom Grossvater direkt dem Enkelkind zum Tragen weitergegeben werden. Hingegen mache sie die Erfahrung, dass jüngere Menschen beim Kauf von Luxusartikeln bereits mit dem Gedanken spielen, die Objekte nach einer gewissen Zeit wieder zu verkaufen: «Dies heizt den Luxus-Secondhandmarkt zusätzlich an und sorgt für wirtschaftlichen Aufschwung in der Branche.»

Jüngere Kundschaft im Visier

Gemäss der Boston Consulting Group wird der Umsatz mit Secondhand-Luxusmarken im Jahr 2021 schon fast zehn Prozent des gesamten Luxusmarktes ausmachen. Betreiber von Secondhandgeschäften berichten, dass die hohe Nachfrage auf das gestiegene Nachhaltigkeitsbewusstsein zurückzuführen sei. «Die Kundschaft lebt bewusster», sagt Rapp Obmann. Und weiter: «Immer mehr Menschen kaufen sich für ihr Geld lieber gebrauchte gute Sachen, statt es für Neuwaren auszugeben, die schneller abgenutzt sind.» Für die Top-Marken sei dies «gar keine so schlechte Nachricht», weiss die Vintageexpertin. Sie stellt auch an ihren Luxusgüterauktionen fest, dass dieser Trend je länger desto mehr dazu führe, dass teure Markennamen Zugang zu neuen, jüngeren Kundengruppierungen erhielten – zu Zielgruppen notabene, die sich die Produkte neu gar nicht leisten könnten. (pd)

Post inside
Immer mehr junge Menschen interessieren sich für Luxusgüter aus zweiter Hand, die sie sich neu nicht leisten könnten. (Bild pd)