Bereits seit 13 Jahren kann Sonnenbräu Rebstein auf regionale Braugerste setzen. Darin hat die Wiler Braugerste einen namhaften Anteil. Den jährlichen Treff am gedeihenden Gerstenfeld nimmt Simon Lumpert, Präsident von IdeeWIL, wichtig, für das Wiler Bier die Beachtung steigern zu können. Dass dies auch gelingt, zeigt die jährliche Generalversammlung mit Thurbobräu im Wiler Stadtsaal, wo immer vor vollem Haus informiert wird.

Qualität setzt professionelle Produktion voraus
Für ein qualitativ hochwertiges Bier ist hochwertige Braugerste mit passenden Inhaltsstoffen wichtige Voraussetzung. Nach heutigem Stand dürfen die Gerstenbauer Erwin und Marcel Rickenmann auf eine ertragreiche Ernte hoffen. Das trockene Wetter sei kein Problem, hingegen dürfen bis zur Ernte in den nächsten Wochen nicht noch Hagelwetter oder lange Regenzeit einsetzen.

Weil nur ein Teil der angebauten Braugerste für das Thurbobräu notwendig ist, konnte IdeeWIL mit Bruno Eschmann aus Niederbüren einen weiteren Abnehmer vermitteln. Eschmanns Whisky, der Baron Single MaltWhisky, hat sich nach Jahren der Reifung auch unter IdeeWIL etabliert.

Wil im Glück beim Anbau
Malz ist geweichte, gekeimte und getrocknete Braugerste. Nur in dieser vermälzten Form kann die in der Gerste enthaltene Stärke im Sudhaus der Brauerei in löslichen Zucker umgewandelt und später von der Hefe in Alkohol und Kohlensäure vergoren werden. Die Qualität des Malzes, aber natürlich auch schon die der Gerste ist deshalb entscheidend für die Qualität des Bieres.

2017 war nach Claudia Graf, Chefin bei Sonnenbräu Rebstein, für die Thurbobräu Gerste ein sehr gutes Jahr. Die Gerste war keinen extremen Witterungen ausgesetzt. Leider war das nicht in allen Gebieten in der für die Sonnenbräu Gerste anpflanzt wird der Fall. Ein Bauer im Rheintal musste einen kompletten Ernteausfall hinnehmen. Die Gerste von Marcel Rickenmann hingegen war für die Malzerei und für die Brauerei ausgezeichnet zu verarbeiten.

Sechs Qualitätsmerkmale getestet
Die Gerste wird in der Mälzerei mit verschiedenen Schnelltest, wie der Bestimmung des Eiweiss- und Wassergehalts kontrolliert. Daneben spielt auch heute noch die Handbonitierung, d.h. die Beurteilung der Gerste nach äusseren Gesichtspunkten eine grosse Rolle.

Dabei beurteilt man folgende Punkte:
Geruch:
sollte rein , frisch, strohig sein; dumpfer, muffliger, schimmliger Geruch deuten auf zu Feuchte Lagerung hin und können Keimungsprobleme und Schwierigkeiten bei der Verarbeitung zur Folge haben
Feuchtigkeit: sollte sich trocken anfühlen und Rieselfähig sein
Farbe und Glanz: soll hellgelb strohfarbig aussehen, grünliche Körner deuten auf zu frühe Ernte hin und grau und matt aussehende Gersten deuten auf verregnete Gerste hin
Rotkorn: Rote Körner deuten auf Schimmelbefall durch Fusarien hin, der zu Gushing im Bier führen kann
Spelzen: Die Spelze soll fein gekräuselt sein, dies ist ein Zeichen für eine dünne Spelze und damit eine gute und extraktreiche Gerste
Diverses: Daneben ist es wichtig, dass die Gerstenpartie keine verletzten Körner und wenig Verunreinigungen, wie Unkrautsamen, Sand, Steine, etc. enthält, die Körner sollten gross, voll, rundlich und gleichmässig sein, der Keimling darf noch nicht zu Keimen begonnen haben und die Gerste muss frei von Schädlingsbefall sein.

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Die Qualitätsvorgaben konnte mit guten Werten eingehalten werden.

Seit 13 Jahren auf regionale Braugerste gesetzt
Nach Claudia Graf ist es der konstant guten Leistung der Braugerstenbauern zu verdanken, dass die Sonnenbräu bereits seit 13 Jahren das Maisbier, das Turbobräu und das Ländlegold mit regionaler Braugerste brauen kann. Diese drei Biere erreichten mit dem Culinariumlabel eine vorteilhafte Auszeichnung. Sonnenbräu produzierte bekanntlich das erste Bier, das das Label erhielt.

Abschliessend der Medieninformation am Gerstenfeld zeigte sich Claudia Graf stolz darüber, dass Sonnenbräu für das Wiler Thurbobräu Partner sein darf. „Bier braucht Heimat“.

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Zusammensetzung für ein gutes Bier
Rohstoffe für 1000 Liter Bier:
160-170 kg Malz
1300-1400 Liter Wasser
1-3kg Hopfen
5-6 Liter Hefe
Umsatz Thurbo 2017: 35‘338 Liter +2.5%
Benötigte Menge Wiler Gerste: 5‘830.77kg
Produzierte Menge Wiler Gerste: 12‘993kg