«Wir hatten in unserer Firma noch nie so wenige Krankheitstage wie momentan», erzählt der Geschäftsführer einer Firma für Liegenschaftsunterhalt mit rund 130 Mitarbeitenden. Marc Flückiger führt dies auf die erhöhte Hygiene zurück: «Die Mitarbeitenden tragen Schutzmasken und waschen und desinfizieren die Hände häufiger.» Zudem haben sie kaum Möglichkeiten, um in den Ausgang zu gehen und sich dort bei Kontakten mit anderen Menschen anzustecken. Damit muss seine Firma derzeit kaum auf Temporärkräfte zurückgreifen.  

Qualifizierte Bewerber

Weiter merkt der Unternehmer, dass die Qualifikationen der Stellenbewerber zugenommen haben. «Berufsleute, die ihren Job anderswo infolge Stellenabbau durch die Pandemie verloren haben, können sich mittlerweile auch einen Einsatz im Reinigungsdienst vorstellen.»

Online als Rettungsanker

In Gesprächen mit anderen Geschäftsführerinnen und Inhabern von Gewerbebetrieben stellt Flückiger fest, dass die einzelnen Branchen in Wil sehr unterschiedlich von den Einschränkungen betroffen sind. Das Baugewerbe sowie das Baunebengewerbe mussten kaum einen markanten Auftragsrückgang hinnehmen.

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Professioneller Liegenschaftsunterhalt ist trotz Pandemie gefragt (Symbolbild). 

Und wer online Produkte oder Dienstleistungen anbieten konnte, war tendenziell weniger mit beträchtlichen  Umsatzeinbussen konfrontiert, dagegen wurden die Gastronomie und die Eventveranstalter eher hart getroffen. «Firmen, die in ihrem Angebot breit aufgestellt sind haben Ausweichmöglichkeiten, wenn etwa die Restaurants als Abnehmer der Produkte wegfallen, können sie vermehrt auf Privatkundschaft setzten», sagt das Vorstandsmitglied des Gewerbevereins.

Promotionsaktion geplant

Flückiger glaubt, dass bei den Kunden derzeit ein Nachholbedarf an Produkten und an Dienstleitungen besteht, der dem Wiler Gewerbe bald zu vermehrten Umsätzen verhelfen wird. 

Für die kommenden Wochen plant der Gewerbeverein eine Aktion, die das wirtschaftliche Leben in der Stadt nach den Lockerungen der Schutzmassnahmen wieder ankurbeln soll. Noch kann Flückiger dazu kaum Konkretes sagen, da das Projekt noch in der Planungsphase steckt.