Die Wiler Innenstadt gibt schon seit Längerem zu reden. Den einen ist sie zu unbelebt, die anderen finden sie unattraktiv und wieder andere wollen wahrscheinlich gar nichts ändern. Letzteres ist allerdings nicht im Sinne der Stadt wie an der Pressekonferenz zur Lancierung der Plattform «e-City» vom Freitagmorgen deutlich wird. Das bekräftigt auch Jürg Wipf, Präsident IGOB / Wil Shopping und Inhaber der gleichnamigen Goldschmiede. So hält er am Freitag fest, dass der Strukturwandel auch etwas Positives sein könne. Denn: «Was sich ändert, das lebt.»

Beleben und vernetzen

Diese Plattform soll nun das «zentrale Element» sein, um die Innenstadt zu beleben. Nicht umsonst hat man einen «starken, jungen» Bären gewählt, der die Plattform visuell repräsentiert. Ausserdem hat die Plattform den Anspruch, «bärestarch» zu sein. Unter der Marke «e-City» sollen Geschäfte der Stadt Wil vernetzt werden und den Besuchern der Innenstadt Informationen und Orientierung bieten. Zudem werden «missions» angeboten, die einen spielerischen Zugang zu den Angeboten sowie eine neue Wahrnehmung der Stadt ermöglichen sollen. Damit können Punkte gesammelt werden, die vorerst in einem digitalen Marktplatz für digitale «Goodies» eingesetzt werden können. Es sei aber denkbar, dass man dieses System auch auf die reale Welt ausweite.

Entwicklung ist ein Prozess

Überhaupt ist die Entwicklung der Plattform noch nicht abgeschlossen, sie ist eher als Prozess zu verstehen. So wolle man etwa Rückmeldungen der User einfliessen lassen. Auch sind derzeit noch nicht alle Bereiche abgedeckt. So werde man etwa das Gespräch mit den Kulturvertretern im Januar 2022 und mit jenen aus dem Sport im Februar suchen.

Implementiert sind aber bereits die Chatfunktion sowie ein Feed, bei dem Bilder angezeigt werden. Diese kommen vorerst aus der App Instagram, und zwar wenn der Post mit einem entsprechenden Hashtag versehen wird. Stadtpräsident Hans Mäder sagt denn auch, die App solle nicht weniger als das «Wiler Facebook» werden. «Die sozialen Medien sind grundsätzlich eine gute Idee: bilateral und schnell. Aber wir wollen weg von den Tech-Giganten, weg von Amerika», so Mäder weiter.

Shopping Mall unter freiem Himmel

Entwickelt hat die «e-City» die St. Galler Agentur «Ammarkt», die dafür über 20 andere Städteapps analysiert und bewertet hat. Marcel Odermatt, Ammarkt-CEO sagt denn auch, «e-City» sei einzigartig. So eine «Shopping Mall unter freiem Himmel» gäbe es seines Wissens noch nicht in der Schweiz. Die Plattform soll selbsttragend sein: Sie werde durch Beiträge der teilnehmenden Unternehmen sowie durch Werbeeinnahmen finanziert. Die drei Träger Stadt Wil, die IGOB / Wil Shopping und Ammarkt würden die Anschubfinanzierung sicherstellen, mittelfristig solle die Plattform aber eben selbsttragend sein.

Mit Stand am Weihnachtsmarkt

Die App «e-City» steht zum Download bereit, und zwar im Google-Play-Store für Android und im Apple-App-Store für iOS. Heute und morgen sind die Initianten übrigens an einem Stand am Wiler Weihnachtsmarkt anzutreffen, wo sie die App vorstellen.

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Bärestarch: Die Stadt Wil lanciert digitale Plattform (Bild: pd)