«Es geht mir gut», sagt Jigme Shitsetsang auf Anfrage von hallowil.ch. Er sei noch etwas müde und ausgelaugt. Er sei aber froh, dass er nach einem fünftägigen Spitalaufenthalt im Kantonsspital Graubünden in Chur nun wieder zu Hause sei. «Ich muss in den nächsten Wochen wohl oder übel ein wenig Geduld üben», so Shitsetsang. Doch was ist genau passiert? «Am Mittwoch vor einer Woche war ich im Bünder Skigebiet Arosa mit einem Freund Skifahren», erzählt der Wiler Stadtparlamentarier. Es sei ein sonniger und schöner Tag gewesen. Die Piste sei zwar etwas hart, aber es seien nicht viele Menschen auf Skis und Snowboards unterwegs gewesen. Er und sein Kollege seien erfahrene, sichere und gemütliche Skifahrer, die nie ausserhalb einer Piste fahren. «Weil mein Kollege das Skigebiet in Arosa besser kennt als ich, fährt er normalerweise vor mir», erzählt der Politiker, «aber an diesem Vormittag fuhr er ausnahmsweise – und glücklicherweise – mir hinterher.» Gegen zehn Uhr passierte das Unerwartete: Shitsetsang stürzte aus unerklärlichen Gründen während der Fahrt. «Ich selbst kann mich an den Sturz nicht erinnern», so Shitsetsang. Sein Begleiter habe gesehen, wie es ihn um 180 Grad durch die Luft gewirbelt habe. 

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Nach dem Skiunfall im Bündner Skigebiet Arosa muss sich Stadtparlamentarier und Kantonsrat Jigme Shitsetsang wohl oder übel eine Auszeit gönnen. (Bild pd)

«Es kann jedem passieren»

Beim Sturz hat sich Shitsetsang nebst Prellungen im Brust- und Rippenbereich auch eine Gehirnerschütterung zugezogen. «Die Frakturen im Augenbereich und ein Knöchelbruch wurden kurz nach dem Sturz erfolgreich operiert», sagt der FDP-Kantonsrat. Trotz des schweren Sturzes ist er der Meinung, dass er grosses Glück hatte. Der Rückenpanzer und der neu gekaufte Skihelm hätten ihn vor schlimmeren Verletzungen geschützt. «Mir zeigt das, wie wichtig eine gute, hochwertige und kontrollierte Skiausrüstung ist», ist Shitsetsang überzeugt. Deshalb lege er besonderen Wert darauf, vor jeder Wintersaison die Ski-Ausrüstung der ganzen Familie in einem Fachgeschäft kontrollieren zu lassen. «Die Skibindung korrekt einstellen, Skikanten schleifen und wachsen lassen.» Er denke, dass Wintersportler – egal, ob Anfänger der Fortgeschnittene – an der Ausrüstung eben nicht sparen sollten. «Denn ein Unfall kann innerhalb von einer Sekunde jedem passieren», sagt er. Und eines legt er besonders ans Herz: «Regelmässig einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen und damit das Wissen auffrischen.» Das sei im Alltag, im Strassenverkehr und auch im Freizeitbereich bedeutend. Sein Kollege habe mit Ruhe und Wissen richtig gehandelt bis die Sanitäter gekommen seien. «Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, wie bedeutend die Erste Hilfe ist», meint Shitsetsang, der seinem Freund für das korrekte Reagieren dankbar sei. 

Auf die Frage, ob er jetzt Angst vor dem Wintersport hat, antwortet Shitsetsang: «Nein, ich habe jetzt keine Angst vor dem Skifahren.» Er habe eher einen gesunden Respekt, den er auch schon vor seinem schweren Unfall hatte. Er wolle definitiv wieder auf den Skis stehen. «Für diese Saison muss ich den Wintersport definitiv an den Nagel hängen», sagt der Stadtparlamentarier.