Für den gemeinsamen Austausch unter Kulturschaffenden, Organisatoren und Interessierten und der Kulturverwaltung der Stadt Wil wurde vor wenigen Jahren das Kulturcafé ins Leben gerufen. Am Dienstagabend war es wieder einmal so weit. Acht Kunstbegeisterte – zehn wären wegen der Pandemie zugelassen gewesen – trafen sich im Privathaus von Dorothee und Peter Zumstein in Münchwilen, wo diese zuerst ihre Sammlung zeigten und anschliessend bei einem Apéro zum ebenso gepflegten wie geselligen Gedankenaustausch einluden. Da auch die Wiler Kulturbeauftragte Valentina De Pasquale und ihre Mitarbeiterin Vanessa Kumar von Ort waren, gab es manch interessante Gespräche darüber, was Kultur – und hier besonders die bildende Kunst – in Wil leisten könnte und sollte.

Skulpturen von Fehr, Holzschnitte von Zbinden

Neben Werken von Wiler Kunstschaffenden wie Arthur Wyss und Werner Angst (eine bewegliche Mini-Hühnerschar aus Blech mit dem Titel «Königsfamilie Zumstein») waren auch Zeichnungen und Skulpturen der Thurgauerin Ursula Fehr aus Weingarten bei Lommis oder Holzschnitte des bekannten Berner Künstlers Emil Zbinden (1908-1991) zu sehen, welcher 1936 die Illustrationsarbeit für die Gotthelf-Ausgabe der Büchergilde Gutenberg übernahm und dafür 910 Holzschnitte fertigte.

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein naturalistischer Wolf von Angela Galli. Doch nicht nur in Haus und Garten gab es viel zu sehen, sondern auch an der Hausfassade: Über die zieht sich nämlich ein breiter blauer Strich, die als stählerner blauer Winkel auf dem Hausdach eine dreidimensionale Form annimmt. «Wir haben unser Leben lang schon gesammelt. Eigentlich schon vor der Heirat und nun seit Jahrzehnten zusammen», schilderte Peter Zumstein. Zwar geht zuweilen der Platz aus, aber die Freude am Sammeln nicht: «Dann muss halt etwas anderes wieder abgehängt werden – schliesslich Kunst Leben und Wandel», ergänzte Dorothee Zumstein.

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Psychedelische Farben bringt diese Stoffcollage namens «Drogenbaum» ins obere Stockwerk des zumstein’schen Hauses.