Die Ortsgemeinde Wil betreibt am Hofberg einen Rebberg, bestehend aus einem Teil auf Bronschhofer Boden und einem Teil auf der Wiler Seite. Zwischen den bei-den Rebbergen liegt eine Wiesenfläche. Diese Lücke wird nun geschlossen. Die Ortsgemeinde Wil erwirbt nach jahrelangen Bemühungen das rund 5000 Quadrat-meter grosse Grundstück von einer Erbengemeinschaft. Über den Verkaufspreis hat der Ortsbürgerrat mit der Verkäuferschaft Stillschweigen vereinbart.

Der Ortsbürgerrat erachtet den Kauf der Parzelle als naheliegende und sinnvolle Arrondierung des Rebbergs, damit eine Verbindung und somit ein zusammenhän-gender Weinberg entsteht. Dieser erstreckt sich durch den Zukauf über eine Fläche von rund 220 Aren. Der Erhalt und die Pflege einer gesunden und lebenswerten Landschaft gehört zu den Kernaufgaben der Ortsgemeinde Wil. Der Ortsbürgerrat vertritt die Meinung, dass durch den Erwerb und das Versehen der Fläche mit Reb-stöcken nicht nur eine ökologische Aufwertung des Landes vorgenommen wird, sondern auch die Attraktivität des bei Wanderern und Spaziergängern beliebten Geländes zu gesteigert werden kann. „Durch die Erstehung des Grundstücks möch-ten wir das langfristige Bestehen des Rebbergs sichern“, sagt Ortsgemeindepräsi-dent Norbert Hodel.

Schwieriges Wein-Jahr

Im Richtplan der Stadt Wil ist der Rebberg als schützenswert eingestuft. Der Zukauf des Grundstücks entspricht dem Richtplan, in welchem festgehalten ist, dass der Weinberg erhalten und nach Möglichkeit ausgedehnt und mit dem angrenzenden Rebgebiet in Bronschhofen verbunden werden soll. Der Schutz des Rebbergs ist nicht das einzige Motiv des Ortsbürgerrats für den Kauf der Parzelle, sondern hat auch kulturhistorische Gründe. Die Erweiterung folgt der jahrhundertealten Traditi-on des Betreibens eines Rebbergs am Hofberg durch die Ortsgemeinde. „Der Er-werb der Landfläche ist auf einen langfristigen Horizont ausgerichtet“, sagt Hodel und fügt an, dass die Ortsgemeinde Wil dazu beitragen möchte, „das Kulturgut Trauben/Wein zu bewahren“. Welche Traubensorte angepflanzt wird, steht noch nicht fest. Die Rebstöcke werden im Verlauf der nächsten Jahre angebracht.

Die Ortsgemeinde Wil bewirtschaftet den Rebberg mit verschiedenen Traubensor-ten: Blauburgunder, Müller-Thurgau und Regent. Die Ernte fiel im Jahr 2019 ge-mäss Rebwart Edi Kümin durchschnittlich aus, sowohl bezüglich der Menge als auch bezüglich des Oechsle-Grades. Bei den Blauburgunder-Trauben ergab sich eine Menge von 5,7 Tonnen (Oechsle: 87,2), bei den Müller-Thurgau-Trauben eine Menge von 4,2 Tonnen (Oechsle: 73,9) und bei den Regent-Trauben eine Menge von zwei Tonnen (Oechsle: 75,8). Kümin ist mit dem Ergebnis von 11,9 Tonnen zu-frieden, weil es sich wegen der starken Feuchtigkeit und dem Pilzdruck um ein schwieriges Jahr handelte. Aus den Trauben werden der Federweise „Wiler Gold“, ein Weisswein aus Rotwein-Trauben, gekeltert sowie der rote und weisse Stadtwy. (pd/red)