Seit 65 Jahren gibt es die Thalmann Holzbau AG – ein Familienunternehmen mit Sitz an der Tödistrasse in Wil. Marcel Thalmann führt die Firma als Inhaber in zweiter Generation. Nachdem innerhalb der Familie kein Nachfolger gefunden wurde, hat Thalmann bereits vor acht Jahren begonnen, sich mit der Nachfolgeregelung zu befassen. Im dritten Anlauf wurde er fündig: Die Firma Scherrer Schreinerei AG mit Sitz in Niederhelfenschwil hat das Aktienpaket gekauft und führt per 1. September die Thalmann Holzbau AG als eigenständiges Tochterunternehmen weiter. «Es freut mich, einen hölzigen Partner gefunden zu haben. Beide Firmen haben die gleichen Interessen», sagte Thalmann am Dienstag vor den Mitarbeitern beider Schreinereien im Rahmen der Firmenübergabe.

In der Aussenwahrnehmung ändert sich nicht viel. Name und Logo der Firma Thalmann bleiben genauso bestehen wie der Standort. Die zwölf Mitarbeiter behalten ihren Job. Marcel Thalmann bleibt dem Unternehmen als Geschäftsleiter erhalten. Seine Frau Karin hört nach 32 Jahren im Betrieb allerdings auf.

Post inside
Der Standort an der Tödistrasse in Wil und das Logo der Firma Thalmann Holzbau AG bleiben erhalten.

Sich gegen eine Vergabe aufgelehnt
Für Bernhard Scherrer, Inhaber der Scherrer Schreinerei AG, geht mit dieser Übernahme ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Schon als Kind hatte er geträumt, in der Stadt Wil tätig sein zu können. Er suchte schon länger einen neuen Standort zur Expansion. Sein Unternehmen wächst durch diese Übernahme auf einen Schlag von 28 auf 40 Mitarbeiter. «Die Chemie zwischen uns beiden stimmt. Wir sind aus dem gleichen Holz und ergänzen uns gut», sagte Scherrer Richtung Marcel Thalmann. Scherrer ist drei Jahre älter als Thalmann. Jedoch zeichnet sich ab, dass Schwiegersohn Marco Buff-Scherrer das Unternehmen dereinst übernehmen wird. Dieser ist bereits jetzt als Betriebsleiter der Scherrer Schreinerei AG tätig. Auch die Firma Scherrer Fensterbau AG gehört zum Unternehmen.

Bernhard Scherrer hat sich unlängst weit über die Region hinaus einen Namen gemacht, als er sich gegen die Vergabe eines Fensterbau-Auftrags für die Landwirtschaftlichen Schule Salez gewehrt hatte, weil diese einem deutschen Unternehmen zugesprochen wurde. Zwar bekam er nicht recht, erreichte aber immerhin, dass nun die Vergabe-Richtlinien auf Bundesebene überarbeitet werden.