Christoph Hürsch, Präsident der CVP-Fraktion, beurteilt den bisherigen Informationsfluss als «offen und niveaugerecht.» Dieser werde sich bei der nächsten Parlamentssitzung über Rechnung und Geschäftsbericht weiter konkretisieren. Die Zusammenarbeit zwischen Parlament und Stadtrat entwickelt sich für Hürsch «insgesamt positiv, bei verschiedenen Meinungen wird sachlich diskutiert. Der Stadtrat nimmt Anregungen aufbauend zu Kenntnis. Der Stadtpräsident ist sehr diplomatisch und engagiert, beantwortet alle Fragen und unterstreicht den Gesamtwillen des Stadtrats.» 

Auch die Gesprächskultur beurteilt der langjährige Parlamentarier Hürsch als positiv: «Der Stadtrat tritt als Einheit auf.» Die Dialoge sind gemäss seinen Erfahrungen «Offen, angenehm und sachlich. Es wird zugehört und Sorgen und Bedenken werden ernst genommen.» 

Erkennt Hürsch erste Themen, bei denen seitens der Stadtregierung Handlungs- oder Entwicklungsbedarf besteht?  «Die neuen Stadträte sind noch am Einarbeiten. Erste konkrete Erfahrungen deuten darauf hin, dass in einzelnen Departementen noch mehr Selbstbewusstsein aufgebaut werden kann.» 

Die allgemeine erste Bilanz des Fraktionschefs lautet: «Von aussen wird der Stadtrat gemeinverständlich wahrgenommen.» Für eine endgültige Vorher- Nachher-Beurteilung ist es für Christoph Hürsch noch zu früh.

Für Benjamin Büsser, der die SVP-Fraktion präsidiert, stellt einen besseren Zugang zu Informationen fest: «Mit unserer erstmaligen Vertretung im Stadtrat ist der Informationsfluss für uns natürlich viel besser als vorher. Damit hat die SVP-Fraktion jetzt die gleichen Voraussetzungen wie die anderen Stadtratsparteien. Dass dabei unsere Stadträtin die Gewaltentrennung auch bei der Information an die Fraktion respektiert, ist selbstverständlich.»

Die Zusammenarbeit zwischen Stadtrat und Parlament entwickelt sich aufgrund der ersten Erfahrungen  für Büsser «sehr zum Positiven. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass 4 der 5 Stadtratsmitglieder neu und erst seit Januar im Amt sind. Deshalb profitieren sie immer noch von einer gewissen politischen Schonfrist.» 

Die Gesprächskultur zwischen Stadtrat und Parlament bekommt von Büsser eine gute erste Note. «Diese ist bisher sehr gut und ich vertraue darauf, dass es so weitergeht. Das ist eine erfreuliche Entwicklung gegenüber früher, als man oft den Eindruck hatte, der Stadtrat handelt eigenmächtig und vergisst, dass er die Vorgaben des Parlaments umzusetzen hat.» 

Für den SVP-Fraktionschef ist es noch zu früh, um abschliessend beurteilen zu können, ob es bezüglich Stadtrat Handlungs- und Entwicklungsbedarf gibt: «Es ist noch zu früh um dies abschliessend beurteilen zu können, aber ich bin zuversichtlich, dass sich der erste Eindruck während der gesamten Legislatur bestätigen wird.»

Post inside
Bisher gibt es kaum Kritik am neuen Wiler Stadtrat.

Der Fraktionschef der Grüne prowil, Guido Wick, zieht folgende erste Zwischenbilanz: «Die Zusammenarbeit der ersten vier Monate war gut. Dies unterscheidet sich jedoch nicht zu früheren Legislaturen mit Neubesetzungen. Die Qualität der Zusammenarbeit wird sich zeigen, wenn die neuen Exekutivmitglieder angekommen sind, eigene Geschäfte vertreten und v.a. wenn Meinungsverschiedenheiten auftreten. In einem Jahr können wir sicher mehr sagen. Sehr positiv beurteilen wir die offene und unkomplizierte Art des neuen Stadtpräsidenten. Diese wirkt sich vermutlich auch positiv auf den Stadtrat als Kollegialbehörde aus.»

Adrian Bachmann, Fraktionspräsident FDP-glp, gibt folgende erste Bewertung ab: «Wir teilen grundsätzlich die Meinung, dass dem neuen Stadtrat der Auftakt in die Legislatur geglückt ist. Wir nehmen ihn stärker als Team wahr als seinen Vorgänger, und das empfinden wir als positiv.

Wir erkennen eine generelle Gesprächsbereitschaft und ein offenes Ohr gegenüber der Bevölkerung und auch gegenüber dem Parlament. In der Beratung der politischen Geschäfte zeigte sich der neue Stadtrat bisher ausgesprochen konziliant. Die zuletzt behandelten Geschäfte liessen dies gut zu, und diese Grundhaltung ist an sich erfreulich. Sie birgt indes auch die Gefahr, es allen recht machen zu wollen. Davor sollte sich der Stadtrat hüten. Seit der Amtsübernahme wurden im Parlament primär Geschäfte beraten, die noch vom alten Stadtrat «aufgegleist» worden sind, doch hat der Stadtrat bemerkenswert rasch eigene Vorlagen verabschiedet.

Die Nagelprobe über den künftigen Umgang mit dem Parlament wird wohl dann erfolgen, wenn die Mitglieder des Stadtrates erstmals «ihre eigenen» Vorlagen verteidigen und durchsetzen müssen. Ausserdem erwarten wir mit Spannung die demnächst anstehenden Legislaturziele des Stadtrates. Anhand der Legislaturziele werden wir dann besser abschätzen können, welche thematischen Schwerpunkte der Stadtrat in den kommenden vier Jahren setzt.»

Silvia Ammann, Präsidentin der SP-Fraktion, nimmt folgende erste Beurteilung vor:

«Es ist uns wichtig mit dem Stadtrat zum Wohle der Stadt und ihren Bewohnenden Entscheide zu fällen und Perspektiven/ Projekte zu entwickeln.

Aus unserer Sicht hat sich der Informationsfluss nicht grundlegend geändert, ist eigentlich der selbe wie vorher. In Bezug auf die Informationsqualität ist es fast zu früh etwas zu sagen. Die jetzigen Projekte/ Vorlagen sind (alle) vom "alten Stadtrat“ aufgegleist worden, der neue Stadtrat ist daran sich zu finden und wird erst in Zukunft neue Vorlagen präsentieren.

Die Stimmung im Parlament wirkt gelöster und offener - es hat verschieden Einflussfaktoren warum dies so ist. Die Zusammenarbeit in den Kommissionen muss zu Teil noch erarbeitet werden. Es ist nicht nur der Stadtrat neu, auch die Zusammensetzung der Kommissionen sind neu.

Eine Beziehung bzw. Zusammenarbeit muss immer gepflegt werden, wie sich die Zusammenarbeit entwickelt kann niemand voraussagen. Es ist eine Offenheit von allen Beteiligten zu spüren. Dasselbe gilt für die Gesprächskultur. Die Gesprächskultur war nicht per se schlecht und ist jetzt nicht per se top. Es gilt auch die Gesprächskultur unter den Parlamentsmitglieder zu pflegen und zu fördern.

Wie gesagt jede Beziehung braucht Pflege, hier müssen sich alle Beteiligten sich ihrer Rolle/Auswirkung bewusst sein, und bereit sein sich einzubringen und sich positiv für ein Miteinander einzusetzen.

Somit besteht immer Handlungs-und Entwicklungsbedarf. Es ist aber nicht so, dass etwas speziell hervor sticht.»