Fast alles neu macht der November. Dass Wil einen neuen Stadtpräsidenten bekommt, war klar. Dass aber gleich vier der fünf Mitglieder der Exekutive ab dem 1. Januar 2021 neu sein werden, ist dann doch eine Überraschung. Jene drei Kandidaten mit den besten Ergebnissen sind alle «neu». Erst dann kommt mit Dario Sulzer (SP) der einzige «Bisherige». Die Hauptaussage der Wilerinnen und Wiler ist unmissverständlich: Sie wollen Veränderung.

Diese Haltung scheint sich zwischen den beiden Wahlgängen akzentuiert zu haben. Wäre im ersten Wahlgang des relative Mehr ausschlaggebend gewesen, so hätten Daniel Meili (FDP) und Jutta Röösli (parteilos) die Wiederwahl geschafft. Da sie das Absolute Mehr aber deutlich verpasst hatten, mussten sie – wie alle anderen Kandidaten – in den zweiten Wahlgang, um dort die Wiederwahl zu verpassen.

Die Video-Statements der Stadtpräsidiums-Kandidaten:

 
Video: Mykhailo Zinchenko

Die Video-Statements der neu gewählten Stadträte:

 
Video: Mykhailo Zinchenko

«Das ganze Umfeld bricht weg»

Besonders bitter war der Nachmittag für Daniel Meili. Er ist im Sommer zum zweiten Mal angetreten, um Wiler Stadtpräsident zu werden. Nach dem ersten Wahlgang musste er dieses Vorhaben begraben. Nun reichte es ihm nicht einmal für die Wiederwahl in den Stadtrat. Und das wegen gerade einmal 52 Stimmen. «Der Trend hin zum Neuen war wohl stärker, als dass die Stadt schnell auf Touren kommt. Es ist eine sehr schwierige Situation für mich und ich muss mich nun komplett neu orientieren. Als Stadtrat und momentan Stadtpräsident ist mein ganzes Umfeld die Stadt. Dieses bricht nun von einer Sekunde auf die andere weg. Ich werde das mit meiner Frau bei einem guten Glas Wein besprechen. Aber es wird auch so vorwärtsgehen ab dem 1. Januar», sagt Meili.

Bei Daniel Stutz (Grüne Prowil) hielt sich die Enttäuschung in Grenzen, obschon er von allen acht Kandidaten am wenigsten Stimmen machte. «Ich habe einen guten Job gemacht, kann die Früchte aber nicht mehr ernten. Das BUV ist gut aufgestellt. Gefehlt hat mir eine gute Unterstützung der Presse. Die hat eine schlechte Rolle gespielt und wichtige Themen nicht aufgenommen. Darunter hat die Stadt Wil gelitten», sagt Stutz. Die ebenfalls nicht wiedergewählte Schulratspräsidentin Jutta Röösli (parteilos) war für hallowil.ch am Sonntagabend nicht für eine Stellungnahme erreichbar.