Der FC Zürich wollte vor heimischem Publikum mit den Fans und einem Heimsieg den direkten Wiederaufstieg in die Super League feiern. Doch durch diese Rechnung machten die Äbtestädter einen dicken Strich. Ex-FCZler Silvano Schäppi und Mattia Bottani sorgten für die Überraschung im Letzigrund und fügten dem Aufsteiger die erste Heimniederlage der Saison zu. «Der FC Wil 1900 lebt», freute sich Jacobacci nach dem Schlusspfiff.Vorangegangen waren jedoch 95 Minuten harte Arbeit. Die Ausgangslage vor der Partie schien vermeintlich klar. Auf der einen Seite der Aufsteiger FC Zürich, der noch kein Heimspiel in der aktuellen Saison verloren hat. Auf der anderen Seite der FC Wil 1900, der im Letzigrund noch überhaupt nie gewinnen konnte und in den letzten 21 Spielen lediglich einen Vollerfolg realisieren konnte. Oft war es zu Letzt der Fall, dass man im Abschluss zu wenig Effizienz an den Tag legte. Der Bergholz-Club hatte also bei den Stadtzürchern nichts zu verlieren. Nach 40 Sekunden schickte Koné Dwamena ein erstes Mal in die Tiefe, doch dieser kam gegen Deana leicht zu spät.

Fehlende Effizienz im ersten Durchgang

Bis zur ersten Chance des FC Wil 1900 waren gut fünf Minuten gespielt. Mattia Bottani überlief Nicolas Stettler und spielte zurück auf den besser postierten Erhan Yilmaz, dieser drosch den Ball aber klar über das Tor. Nach 13 Minuten erneut die Wiler im Angriff, Maroufi verfehlte den Kasten nur knapp. Vom FC Zürich war in dieser Starphase in der Offensive nur wenig zu sehen. Nach einem Abspielfehler von Steven Deana profitierte Raphael Dwamena und setzte umgehend Moussa Koné in Szene, dieser verzog jedoch deutlich. Weil auch Wil im Abschluss zu wenig konzentriert agierte und die nötige Effizienz noch vermissen liess, ging es mit einem 0:0 in die Pause. Umso effizienter agierte der Bergholz-Club nach dem Seitenwechsel. Doch auch der FCZ wurde nach Wiederanpfiff zunehmend stärker. 53 Minuten waren gespielt, als Dwamena den eingewechselten Marchesano in Szene setzen konnte. Doch Deana war hellwach und konnte dessen Versuch zur Ecke klären.

Ex FCZ’ler legt Weiche zum Sieg

Eine Zeigerumdrehung später erhielt der FC Wil 1900 endlich den Lohn für die harte Arbeit, Schäppi liess nach dem Doppelpass mit Breitenmoser Kecojevic keine Abwehrchance. Baumann im Zürcher Tor konnte dessen ersten Versuch zwar noch abwehren, gegen den Nachschuss war aber auch dieser machtlos. Für den linken Aussenverteidiger war es ein ganz besonderes Tor, kickte Schäppi zwischen 2010 und 2014 noch für den Nachwuchs des FC Zürich. Seither absolvierte der wirblige Wiler 70 Meisterschaftspflichtspiele für die Äbtestädter. Doch auch der Aufsteiger lebte noch, nach einem Freistoss in der 60. Minute stieg Dwamena am höchsten, köpfelte jedoch knapp über das Tor. Wenige Augenblicke später sorgte jedoch wieder eine Szene im Zürcher Strafraum für Aufsehen. Im Zweikampf mit Marchesano ging der auffällige Shaho Maroufi zu Boden und erhielt von Luca Gut den verdienten Foulelfmeter.

Bottani als eiskalter Penaltyschütze

Mattia Bottani setzte sich das Spielgerät auf den Punkt und liess sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und verwandelte sicher. Es war das erste Tor im dritten Penaltyversuch der aktuellen Spielzeit. In der Schlussphase drehten die Hausherren noch einmal auf und versuchten, sich der drohenden Heimniederlage zu stemmen. Nach 71 Minuten köpfelte Bangura knapp neben den Pfosten, in der Nachspielzeit scheiterte Schönbächler am glänzend reagierenden Deana. Zwischenzeitlich hätten die Gäste sogar noch auf 3:0 erhöhen können, Bottani traf diesmal jedoch nur den Pfosten. Damit blieb es beim überraschenden aber verdienten 2:0 Auswärtserfolg der Wiler. Der erste Sieg der Ostschweizer im Letzigrund überhaupt. «Damit hat wohl niemand gerechnet, aber der Sieg ist sicher verdient», freute sich Johan Vonlanthen. «Eine bravouröse Leistung meiner Mannschaft heute. Sie haben sich diesen Sieg verdient», war auch Jacobacci die Erleichterung und Freude anzusehen.

FC Zürich – FC Wil 1900 0:2 (0:0)

Letzigrund - 10’135 Zuschauer. – Sr: Luca Gut.

Tore: 55. Schäppi 0:1. 64. Bottani (Foulpenalty) 0:2.

Zürich: Nov. Baumann; Stettler, Bangura, Kecojevic, Kempter; (62. Voser), Rohner, Rüegg (53. Marchesano), Kukeli, Schönbächler; Koné (62. Cavusevic), Dwamena.

Wil: Deana; Stadelmann, Roesler, Stillhart, Schäppi (90. Bühler); Scholz; Maroufi, Yilmaz, Breitenmoser, Bottani (92. Latifi); Vonlanthen (87. Fazli).

Bemerkungen: Zürich ohne Alesevic, Chiumiento, Kleiber, Kryeziu, Sarr (alle verletzt), Vanins, Brunner, Nef, Buff, Rodriguez, Winter und Yapi (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Ajeti, Gjoshi, Gomis, Huber, Lombardi, Mlinar, Ozokwo (alle verletzt) und Freid (nicht im Aufgebot). – 91. Pfostenschuss Bottani.