Mit jeweils deutlich über 100 Marktfahrenden ist der Wiler Weihnachtsmarkt der wohl grösste in der Region. Er erstreckt sich von der geschmückten Altstadt bis in die Obere Bahnhofstrasse – und das während drei Tagen. Dieses Wochenende ist es wieder soweit. Am Freitag ab 15 Uhr und am Samstag sowie Sonntag jeweils ab 10 Uhr kann man sich nach dem passenden Weihnachtsgeschenk umsehen.

Nicht alles ist wie im vergangenen Jahr. In der Oberen Bahnhofstrasse sind die Häuschen anders angeordnet. «Wir ziehen die Stände etwas weiter die Obere Bahnhofstrasse hinunter, weil wir mehr Stände haben. Diese werden in der Mitte angeordnet, dass die Geschäfte keine Bretterwand direkt vor ihren Eingängen und Schaufenstern haben», sagt Philipp Gemperle, Sprecher der Stadt Wil auf Anfrage von hallowil.ch.

«Potenzial wird nicht genutzt»

Doch mit dem Weihnachtsfrieden ist es deshalb bei den Ladenbesitzern trotzdem nicht weit her. Oder zumindest nicht bei allen. «Die Anordnung der Häuschen ist lieb- und leblos», findet Natal Müller von der Buchhandlung Ad Hoc, die im oberen Teil der Oberen Bahnhoftrasse liegt. Er bemängelt zum Beispiel, dass gewisse Häuschen nach rechts offen sind und andere nach links. «Da muss man eine Schlangenlinie laufen. Es wäre besser gewesen, wenn gewisse Häuschen quer gestellt worden wären. Dann wäre auch der Zugang zu den Geschäften nicht versperrt worden.» Aus seiner Sicht hätte man auf diese Weise auch umgehen können, dass nun ein Korridor deutlich breiter ist als der andere, damit die Feuerwehr im Notfall durchfahren kann. «Viel mehr Leute werden auf der breiten Seite laufen», sagt Müller. Er befürchtet wenig Umsatz in seinem Buchladen an verkaufsstarken Tagen – «wie immer, wenn ein Anlass stattfindet auf der Oberen Bahnhofstrasse». Ein Markt gehörte auf einen Platz und nicht auf eine Strasse. Viele Städte würden es vormachen. «Dann geht man zuerst auf den Markt und dann noch einkaufen. Die Stadt Wil hat so viel Potenzial, nutzt es aber nicht», sagt Natal Müller.

Ganz grundsätzlich findet der Buchhändler die Gestaltung der Oberen Bahnhofstrasse nicht mehr zeitgemäss. Er fordert, dass Bäume und Bänkli in die Mitte angesiedelt werden, um Begegnungsraum zu schaffen. Er überlegt sich nun, seine Vorhaben mittels Unterschriftensammlung Kraft zu verleihen.