«Wir sind offen für neue Impulse und Ideen. Sie sind eingeladen, mitzuwirken und mitzugestalten», war auf der Einladung zu lesen. Wie gross die Bereitschaft der neuen Flawiler ist, sich aktiv einzubringen, wird die Zukunft zeigen. Das Interesse am Begrüssungsanlass war jedenfalls nicht überwältigend. Hatten sich vor zwei Jahren noch 150 Neuzugezogene eingefunden, fiel die Zahl diesmal unter 100. Darunter, und das wurde mit Genugtuung registriert, waren viele Familien mit Kleinkindern. Für deren Betreuung standen aus dem Team der Kindertagesstätte Karussell fünf Fachfrauen zur Verfügung.

Zum Brunch, der den Anfang des Anlasses bildete, hiess Schulpräsident Christoph Ackermann willkommen. Er tat dies in Stellvertretung des Gemeindepräsidenten Elmar Metzger, der einer Einladung des Dalai Lama, des Oberhaupts der tibetischen Gemeinschaft, gefolgt war. 

«Wir wollen Sie flawilisieren»

Einleitend erinnerte Christoph Ackermann an den Begriff «flawilisieren». Am 7. August 1836 war Flawil zu europäischer Berühmtheit gelangt. 8000 Männer hatten sich damals auf der Weidegg versammelt, um für mehr Volksrechte zu demonstrieren. Es war der Anfang der heutigen Schweiz. Für die europäischen Nachbarn aber stand flawilisieren gleichbedeutend mit revolutionieren.

«Wenn wir Sie heute flawilisieren, möchten wir Sie nicht zu einer Revolution anstacheln», betonte Christoph Ackermann, «sondern unserer Freude darüber Ausdruck geben, dass Sie zu uns nach Flawil gekommen sind. Wir möchten Ihnen unser Dorf noch ein bisschen näher bringen.»

Drei Gruppen, drei Standorte

Dies geschah im Folgenden auf drei Gruppen aufgeteilt an drei Posten. In der evangelischen Kirche konnte der Turm bestiegen werden, und es wurde die denkmalgeschützte und eben restaurierte Goll-Orgel erklärt. Im Ortstmuseum machte Kurator Urs Schärli mit der Geschichte des Hauses, den Schwerpunkten des Museums und der Sonderausstellung über den Dorffotografen Pius Walliser vertraut. Ernst Siegenthaler führte durch den in der Remise untergebrachten bäuerlichen Museumsteil. In einem Raum des Lindensaal vermittelte Christoph Ackermann ein Bild der Gemeinde.

Achtgrösste St. Galler Gemeinde

Mit seinen rund 10'500 Einwohnerinnen und Einwohnern sei Flawil zwar eine kleine Stadt, habe aber den dörflichen Charakter bewahren können, stellte Christoph Ackermann in seinem Gemeindeporträt fest. Von der Einwohnerzahl her sei Flawil die achtgrösste unter den 77 sanktgallischen Gemeinden. Mit 11 Quadratkilometern Fläche rangiere es allerdings erst an 45. Stelle. Seinen Bekanntheitsgrad verdankt Flawil unter anderem der gut 100 Jahre alten Flawa (Flawiler Watte) und neuerdings auch dem Chocolarium der Schokoladenfabrik Maestrani, in welche das einheimische Unternehmen Munz integriert worden ist.

Christoph Ackermann erwähnte auch die guten Anschlüsse an den öffentlichen Verkehr, die Nähe zum Alpstein, die Naturschutzgebiete Gihrenmoos und Botsbergerriet, die Lägelisnacht und das Label «kinderfreundliche Gemeinde».

Musikalischer Abschluss

Nachdem alle Teilnehmer die drei Posten absolviert hatten, fanden sie sich zum abschliessenden Apéro wieder im Lindensaal ein. Das Trompetenensemble der Musikschule Flawil unter der Leitung von Wolfgang Dautel rundete den Anlass am Mittag ab.