Am 10. Februar des kommenden Jahres haben die Romanshorner Stimmbürger einiges zu tun. Da bei den Gesamterneuerungswahlen des Stadtrats gleich fünf der neun Mitglieder nicht mehr antreten, sind neue Köpfe gesucht. Nun steht fest: Der in Romanhorn wohnhafte Philipp Gemperle (FDP) bewirbt sich für dieses Amt. Er wurde vom Romanshorner Freisinn als Nachfolger für Patrik Fink (FDP), der nicht mehr antritt, nominiert. Aus Wiler Optik ist das interessant, weil Gemperle seit diesem Jahr Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Wil ist. Politische Erfahrung besitzt der 33-Jähirge nicht. Zu den Beweggründen der Kandidatur sagt Gemperle: «Seit David H. Bon Stadtpräsident ist, kam Aufbruchstimmung auf. Ich möchte Volksnähe beweisen, um den etwas verloren gegangenen Rückhalt in der Bevölkerung zurückzugewinnen.»

Wie gross Gemperles Wahlchancen sind, ist noch schwierig zu beurteilen. Bis am 17. Dezember können Wahlvorschläge eingereicht werden. Bis jetzt ist er der einzige Neue. Die Rekrutierung von Kandidaten scheint sich schwierig zu gestalten. Sein FDP-Parteikollege David H. Bon stellt sich für eine dritte Amtsperiode zur Wiederwahl als Stadtpräsident. Allerdings sucht eine überparteilich zusammengesetzte Findungskommission (ohne FDP) nach Gegenkandidaten für das Präsidium. Die Stadtregierung stand in den vergangenen Monaten wiederholt in der Kritik und eine beantragte Steuererhöhung wurde schon zweimal hintereinander abgelehnt.

Reduziertes Pensum im Falle einer Wahl

Braucht die Stadt Wil schon wieder einen neuen Kommunikations-Chef? Nein. Denn es handelt sich in Romanshorn um ein Miliz-Amt. Würde Gemperle gewählt, reduzierte er sein Pensum in Wil von derzeit 100 auf 90 Prozent. «Auch dann würde ich mich weiterhin mit Herzblut für die Stadt Wil einsetzen», sagt Gemperle.