Stark durchfroren geniesst man es gerne etwas ausführlicher in der Wanne. Und auch unter der heissen Dusche verweilt man an klirrendkalten Tagen gerne etwas länger. 

Dies kann unangenehme Folgen haben: Heisses Wasser und aggressive Stoffe, die in manchen Duschgels und Badezusätzen enthalten sind, lassen die oberste Hautschicht aufquellen. Dabei werden ihr wichtige Hautfette entzogen und ihr Schutzfilm wird lückenhaft. 

Vermehrtes Hautbrennen

Wie Forscher festgestellt haben, stellen die Talgdrüsen, die für den schützenden Fettfilm auf der Haut sorgen, bei minus 8 Grad ihre Tätigkeit ein, der Oberflächenschutz wird dünner. 

Wer bei demnach bei tiefen Aussentemperaturen in die Wanne steigt oder sich unter die Dusche stellt, hat oft schon einen reduzierten Schutzmantel. 

Die Folgen sind unangenehm: Die Körperoberfläche beginnt zu brennen und zu jucken; sie wird anfällig für kleinere Verletzungen und für Ekzeme. Sogar die Reibung durch die Stoffe einzelner Kleidungsstücke kann strapazierte Haut zusätzlich reizen.

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In der kalten Jahreszeit duscht man gerne etwas wärmer, deshalb benötigt die Haut besondere Pflege. (Foto: pixabay PublicDomainPictures) 


Nährstoffversorgung nimmt ab

In den Wintermonaten muss die Haut oft weitere grosse Belastungen über sich ergehen lassen: Abrupte Wechsel von geheizten Arbeits- und Wohnräumen oder von öffentlichen Verkehrsmitteln nach draussen in die Minustemperaturen, dies bedeutet für die rund 2 Quadratmeter grosse Körperhülle viel Stress. 

Der kleine Kälteschock bewirkt, dass sich die Blutgefässe rasch verengen, damit das Entweichen von Körperwärme verhindert wird. Als Nebeneffekt reduziert sich die Nährstoffversorgung der obersten Hautschichten.

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Schwitzen beim Wintersport lässt die Hautschichten aufquellen, deshalb muss man ihren Schutzfilm mit einer Lotion unterstützen. (Foto; pixabay Simon) 


Schwitzen auch im Winter

Auf jedem Quadratzentimeter Haut befinden etwa 15 Talg- sowie 100 Schweissdrüsen über die pro 24 Stunden 0,5 bis 1,5 Liter Flüssigkeit sowie verschiedene Schlackestoffe abgesondert werden.

Die Vorstellung, dass man nur bei hohen Temperaturen schwitzt, ist unzutreffend. Auch hormonelle Veränderungen, körperliche Anstrengungen, Stress und Angst, Alkoholkonsum, scharfe Gewürze und weiter auch heisse Tees und Suppen forcieren die Körperausdünstungen zu jeder Jahreszeit.

Unter Mützen, Skihelmen und Schals kann es selbst bei Minusgraden zu einem eigentlichen Feuchtigkeitsstau kommen. Ähnliches gilt auch für die im Winter meistens etwas dickere Bettdecke.

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Während der Pandemie wird häufiges Hände waschen empfohlen, dazu sollte man ein hautfreundliches Reinigungsmittel verwenden.  (Foto: pixabay slavoljubovski) 

Rund ein Drittel der Flüssigkeitsreserven des Körpers befindet sich in den Hautdepots. 

Normalerweise sorgen Hautfette dafür, dass nicht übermässig viel Feuchtigkeit nach aussen abgeben wird. Im Winter, bei trockener Haut, kann der Körper seine Flüssigkeitsreserven kaum mehr genügend schützen.

Wer Wert auf gesundes und vitales Aussehen legt, sollte deshalb auch im Winter jeden Tag rund zwei Liter Flüssigkeit in Form von Suppen, Kräutertees, Mineralwasser oder flüssigkeitsspeicherndem Obst und Gemüse zu sich nehmen. 

Ausreichender Flüssigkeitsnachschub gibt der Haut nicht nur neue Spannkraft, er verhindert auch dass Stoffwechselprozesse nur auf Sparflamme laufen.

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Lotionen helfen der Haut ihre Schutzfunktion gegen Mikroben sowie als Flüssigkeitsspeicher besser ausführen zu können. (Foto:pixabay Adore Beauty NZ) 

Die richtige Pflege macht es aus, Tipps von hallowil:

  • Zur Hautreinigung milde, möglichst pH-freundliche Produkte verwenden. Nicht täglich den ganzen Körper einseifen; wichtig sind vor allem die Achselhöhlen und die Schamgegend, wo die Schweissabsonderung erhöht ist
  • Haare höchstens drei Mal in der Woche waschen, dabei auf mildes Shampoo und nicht zu heisses Wasser achten
  • Alkoholhaltige Tonics und Aftershave wirken zwar erfrischend, aber sie trocknen die Haut aus, es sind alkoholfreie Alternativen auf dem Markt
  • Tägliches ausführliches warmes Duschen oder Baden vermeiden; statt Schaumbäder besser ölhaltige Zusätze verwenden. Beim anschliessenden Abtrocknen eher tupfen als rubbeln, andernfalls wird der pflegende Ölfilm gleich wieder abgewischt. Eine Wassertemperatur von ca. 35 Grad möglichst nicht überschreiten
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Regelmässige sanfte Hautpflege reduziert das Risiko von Juckreiz und von Ekzemen. (Foto: pixabay Monfocus) 


  • Wechselwarmes Duschen oder Wassertreten trainiert die Blutgefässe und intensiviert die Hautdurchblutung
  • Auf die ganzen Köperoberfläche mindestens ein Mal pro Tag eine rückfettende Lotion auftragen, am besten abends, dann ist die Haut besonders aufnahmefähig. Exponierte und empfindliche Stellen wie Dekollete, Hals (besonders nach dem Tragen von Rollkragenpullis), Ellbogen, Unterschenkel und Fusssohlen brauchen meistens eine Extraportion Pflegemittel
  • Die Hautpflege von innen nicht vernachlässigen: Dazu gehören ausreichender Schlaf, regelmässige Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, abwechslungsreiche Ernährung sowie mindestens 2 Liter Flüssigkeitszufuhr pro Tag
  • In der Heizperiode in den Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen für genügend Luftfeuchtigkeit sorgen (Zimmerpflanzen, Luftbefeuchter oder nasses Tuch auf dem Heizkörper)