Laut Statistik verbringen Menschen im Durchschnitt rund 90 Prozent des Tages in Innenräumen. Die entsprechende Beleuchtung beeinflusst die Befindlichkeit. Körperfunktionen und Licht stehen in enger Verbindung. So wird der hormonell gesteuerte Wach-Schlaf-Rhythmus stark von der Beleuchtung beeinflusst. Insbesondere Personen mit Einschlafschwierigkeiten sollten sich daher abends in Räumen aufhalten, die von Lichtquellen mit maximal mittlerer Intensität erhellt werden. Es wird auch empfohlen, nicht bis kurz vor dem Zubettgehen am Computer zu sitzen oder das Handy oder den Tabletcomputer zu nutzen, ihre Monitore geben einen Lichtanteil ab, der die Ausschüttung des Schlafhormons hemmt.

Wichtig: Eine gedämpfte Beleuchtung ist nicht überall angemessen, bei Kellertreppen, im Bastelraum sowie auch beim nächtlichen Weg zur Toilette senkt erhöhte Helligkeit die Unfallgefahr. Und wer tagsüber gerne regelmässig in den eigenen vier Wänden turnt oder seine Fitness trainiert, sollte für eine intensivere Beleuchtung sorgen. Sie wirkt aktivierend.

Post inside
Lichtquellen beeinflussen nicht nur Stimmungslage, sie steuern auch den Wach-Schlaf-Rhythmus. (Symbolbild gefunden bei Unsplash.com)  


Digital gesteuerte Beleuchtung

Dank digitalem Fortschritt sind für Wohnräume mittlerweile sogenannte smarte Lichtlösungen erhältlich. Sie passen ihre Beleuchtungsstärke der jeweiligen Tageszeit und den entsprechenden Aktivitäten an. Entsprechende Beratung über angepasste Beleuchtung bekommt man beim Elektriker.

Im Wohnbereich empfehlen Fachleute je nach Zimmergrösse zwischen drei und sieben Lampen zu positionieren. Sie sollten auf die Funktion der jeweiligen Zone abgestimmt sein. Der Essbereich sowie die Spielecke dürfen heller sein, beim kuschligen Sofa wird reduziertes Licht als angenehmer empfunden.

Post inside
Mehrere  Lampen im Raum imitieren die Hell-Dunkel-Zonen in der Natur. (Foto: Pixabay.com) 


Genügend Helligkeit zum Arbeiten

Wie sehr die entsprechende Beleuchtung die Befindlichkeit beeinflusst, ergab eine Untersuchung der Universität München. In einer Autofabrik liessen Forscher zwei Gruppen von Mitarbeitern ihren Schichtdienst bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen verrichten. Die Mannschaft, die bei intensiver Beleuchtung von 1500 Lux arbeitete, verzeichnete während der Nacht nicht nur weniger Müdigkeitsattacken, sie fühlte sich auch stimmungsmässig besser als ihre Kollegen, die mit der gewohnten Beleuchtung von 500 Lux vorlieb nehmen mussten.

Mit anderen Worten: Wer beispielweise in den Abendstunden für eine Prüfung lernen muss, sollte unbedingt auf einen Arbeitsplatz mit guter Beleuchtung achten.

Überanstrengung vermeiden

Ob man bei der Lektüre von Lehrbüchern oder beim Schreiben von Diplomarbeiten immer wieder unter Kopfschmerzen und tränenden Augen leidet, wird von den vorhandenen Lampen mitbestimmt. Konzentriertes Schauen bei schwacher Beleuchtung über längere Zeit überanstrengt die Augen- und die Nackenmuskulatur. Reduzierte Kontraste zwischen dem Papier und den Buchstaben überfordern die Augen. Grelles Licht wird dagegen von hellweissem Papier reflektiert, es kann die Augen unangenehm blenden, wie man dies etwa vom Lesen in der Mittagssonne kennt.

Eine Leselampe sollte einen Schirm oder ein milchiges Glas aufweisen, damit wird der Blendeffekt reduziert. Welche Lichtstärke gewählt werden soll, muss individuell unterschiedlich beurteilt werden. So benötigen etwa Menschen, die aufgrund von Alterssichtigkeit klein gedruckte Buchstaben nur mit Mühe entziffern können, eine etwas intensivere Beleuchtung.

Simuliertes Tageslicht

Fachleute bemängeln, dass die in Wohn- und Arbeitsräumen eingesetzten Glühbirnen und Leuchtstoffröhren in der Regel nur einen Ausschnitt des Strahlenspektrums des Tageslichtes abgeben. Seit einiger Zeit sind deshalb Leuchtkörper auf dem Markt erhältlich, die dem natürlichen Licht möglichst nahe kommen. Sie werden vor allem unter dem Begriff «True-Light» vertrieben. Laut Händlerangaben wirkt diese Art von Beleuchtung besonders augenschonend. Ausserdem fördert sie die Konzentration und das Leistungsvermögen.

Wach-Schlaf-Rhythmus berücksichtigen

Unter dem Begriff «Tunable Withe» sind LED-Lampen im Handel erhältlich. Ihre Farbtönung ist variabel. Sie sowie die Intensität der Beleuchtung wirken sich auf die Stimmungslage und auf das Wohlbefinden aus. Gelblich getöntes Licht erzeugt eine behagliche Stimmung, grell-weisses Licht wirkt aktivierend und konzentrationsfördernd. Insbesondere bei LED-Lampen kann eine Verschiebung der Lichttönung in Richtung gelblich wichtig sein. Mit ihrem Anteil an blauem Licht wirken sie ähnlich wie ein Koffeinstoss, der der natürlichen abendlichen Müdigkeit entgegenwirkt. In der Folge verschiebt sich der Wach-Schlaf-Rhythmus. Es kann zu Schlafdefiziten kommen, die langfristig die Gesundheit beeinträchtigen. Die Erhöhung des Gelbanteils fördert die Vorbereitung auf den Schlaf.

Post inside
Speziell in der dunkleren Jahreszeit sollte man sich täglich im Tageslicht aufhalten. Es hält die innere Uhr in Balance. (Foto: Adrian Zeller) 


Gut zu wissen:

Sorgfältig gestaltete Beleuchtungsverhältnisse in Innenräumen tragen zu einem höheren Wohlbefinden bei, zusätzlich muss man regelmässig für ausreichend Kontakt mit Tagelicht sorgen. Auf diese Weise bleibt die innere Uhr, die verschiedene Körperfunktionen reguliert in der Balance. Zudem werden dadurch vermehrt stimmungssteigernde Botenstoffe ausgeschüttet. Dazu ist ein mindestens 30-Minütiger Aufenthalt im direkten Tageslicht zweckmässig, etwa in Form eines Spaziergangs oder einer Velorunde.