«Schlichtweg unerwünscht.» So fühlen sich die Vereinsmitglieder des Fahrvereins Wil und Umgebung auf dem Uzwiler Gemeindegebiet. Das geht aus dem offenen Brief von Kassier Werner Schönenberger an den Uzwiler Gemeindepräsidenten Lucas Keel hervor. Es könne nicht angehen, dass ein Verein so behandelt würde, denn er sei eine «Organisation von Freiwilligen». Schönenberger schreibt: «Unsere Mitglieder backen Kuchen für die Veranstaltungen und leisten viel Fronarbeit.» Der Gemeinderat Uzwil würde dies nicht honorieren und lasse jegliche Wertschätzung vermissen. Ganz anders die Stadt Wil, bemerkt Werner Schönenberger im Gespräch mit hallowil.ch, denn diese würde einmal im Jahr einen Anlass für die Freiwilligen organisieren. Damit würde sie auch die Wertschätzung gegenüber ehrenamtlich tätigen Personen zum Ausdruck bringen.

Zankapfel sind Rechnungen, die der Verein zu bezahlen hat und dort vor allem die Gebühren für die Posten «Feuerschutzbewilligung» sowie «Verkehr und Sicherheit». Beide Posten betragen je 50 Franken. Das stört Werner Schönenberger, denn: «Die Gemeinde rührt keinen Finger.» Es dürfe nicht die Lösung des Problems sein, dass die Veranstaltungen des Fahrvereins künftig nicht mehr auf Gemeindegebiet angemeldet und die Abklärungen mit Gemeindeangestellten vermieden würden. Auch dies geht aus dem offenen Brief hervor.

Infrastruktur und «Kulturbär»

Der Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker nimmt gegenüber hallowil.ch zu den Vorwürfen des Fahrvereins Stellung. So hält er etwa fest: «Aus der Unzufriedenheit des Vereins mit Rechnungen für Bewilligungen zu schliessen, dass die Gemeinde Uzwil für Vereine kein attraktives Pflaster ist, scheint etwas weit hergeholt.» Besonders wenn man diese Vorwürfe im Licht des Engagements der Gemeinde betrachte. So seien etwa die Infrastrukturleistungen für den Breitensport gewaltig: «Mehrere hunderttausend Franken im Jahr ist der Gegenwert dessen, was den Vereinen ohne Verrechnung zur Verfügung steht.» 

Man stehe zudem mit den Vereinen im Austausch. Denn vieles auf dem Weg zur Entlastung habe mit dem Beschreiten neuer Wege zu tun. Und dies wiederum bedeute Neuland, Ausprobieren. So seien beispielsweise «zig Formulare für verschiedene Themen» zu einem einzigen Online-Formular geworden, das den Vereinen die Administration erleichtern würde. Darüber hinaus stünde mit dem «Kulturbär» – dem Kulturmanager der Gemeinde – ein Ansprechpartner zur Verfügung, der Hinweise zu Öffentlich-Rechtlichem gebe und als Türöffner fungiere. Darüber hinaus könnte der Verein in Bezug auf die Rechnungen Rechtsmittel geltend machen. «Das ist der Vorteil von Rechnungen der Öffentlichkeit: Es ist klar, wo und bei wem man reklamieren kann», hält der Verwaltungsleiter fest. Thomas Stricker wünscht sich zwar den offenen Dialog, hält aber fest: «Man kann natürlich auch andere Wege gehen.»