Wie gross war die Freude bei euch, als ihr erfahren habt, dass ihr bei «Die Höhle der Löwen Schweiz» dabei seid?

Sehr gross. Für uns war aber klar: Wenn wir uns bewerben, dann machen wir das nicht zum Spass. Deswegen haben wir uns sehr gefreut, als wir erfuhren, dass es tatsächlich klappen würde.

Wie habt ihr die Dreharbeiten und das ganze Drumherum erlebt?

Das war enorm aufregend für uns, denn wir hatten bisher keine Fernseherfahrung. Es ist sehr spannend zu sehen, was hinter den Kulissen alles abläuft. Als Zuschauer am TV bekommt man das überhaupt nicht mit. Für uns war auch klar, dass wir unseren Auftritt vor allem als grosse Chance sehen. Deshalb hatten wir uns vorgenommen, die Sache locker anzugehen. Rückblickend hat es einen Riesen-Spass gemacht – auch wenn die Anspannung im Moment schon gross war.

Wie seid ihr auf eure Geschäftsidee gekommen?

Ich hatte damals in Basel gearbeitet, wohnte aber in Zürich und pendelte jeden Tag mit dem Zug. Mit der Zeit ist mir aufgefallen, dass ich für die letzten etwa fünf Prozent meiner Reise, also vom Bahnhof oder der Tramhaltestelle bis zum Büro, fast gleich lang brauchte wie für einen grossen Teil der gesamten Strecke. Und dies, obwohl wir in der Schweiz ja ein enorm gut ausgebautes ÖV-System haben. Auf jeden Fall dachte ich damals, dass es doch eine bessere Lösung geben muss, um auch auf dem letzten Stück effizient vorwärts zu kommen.

Und wie habt ihr untereinander gefunden?

Das ist ziemlich einfach: Zi Fong kenne ich, seitdem wir klein sind. Wir sind in derselben Strasse aufgewachsen und hatten als Kinder schon viel Zeit miteinander verbracht. Martin hatte ich bei der Arbeit kennengelernt.

Ein Start-up in der turbulenten Zeit ist eine grosse Herausforderung. Weshalb habt ihr euch dennoch dafür entschieden, und gesagt, jetzt oder nie?

Wir hatten SoFlow bereits 2015 gegründet, also noch vor der Corona-Krise. Uns ist sicherlich einiges erspart geblieben. Wir haben aber gelernt, dass turbulente Zeiten auch immer die Möglichkeit für Neues bieten. Wir sind sowieso überzeugt, dass das Bedürfnis nach Mikromobilität auch in den kommenden Jahren wachsen wird. Deswegen war klar, dass es der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt war.

Wie geht ihr mit der Konkurrenzsituation um?

Wir glauben, dass die Mikromobilität genug Chancen für verschiedene Anbieter mit sich bringt; da geht es nicht darum, der einzige Anbieter zu sein – ausserdem sind wir auch immer offen für Kooperationen. Wir haben ausserdem den Vorteil, dass wir etwas früher als viele Konkurrenten angefangen haben und schon Erfahrungen machen durften. Auch findet bei uns der gesamte Prozess inhouse statt – von der Entwicklung über das Design bis hin zur Produktion. Dadurch verfügen wir über mehr Knowhow als andere Anbieter und sind in der Lage, schneller auf Veränderungen zu reagieren. Ich glaube, das ist ein ganz entscheidender Vorteil.

Weshalb denkt ihr, kann euer Produkt am Markt bestehen?

Da wir unsere Produkte von A bis Z selbst entwickeln und produzieren, können wir für beste Qualität sorgen. Zudem sehen wir uns als Anbieter von Mobilitätslösungen und arbeiten stets an neuen Produkten und Innovationen – sowohl für Privatkonsumenten als auch für Geschäftskunden. Auch dank der Zusammenarbeit mit Partnern wie BMW sind wir überzeugt, dass wir weiterhin innovative und qualitativ hochwertige Produkte entwickeln werden.

Worin seht ihr die grösste Herausforderung?

Zurzeit bei unseren internen Strukturen, vor allem beim Recruiting. Wir sind in den letzten Jahren rasant gewachsen, konnten aber nicht gleich schnell neue Mitarbeitende rekrutieren. Wir sind stets auf der Suche nach innovativen und motivierten Leuten – gerne auch via Blindbewerbung!

Wo steht ihr derzeit?

Wir sind gerade dabei zu expandieren. Gleichzeitig läuft auch eine Crowdinvestment-Kampagne auf conda.ch. Damit geben wir Mikroinvestoren die Möglichkeit, in SoFlow zu investieren und an unserem Erfolg teilzuhaben. Für die kommenden Monate planen wir, neue Produkte vorzustellen.

Und wohin wollt ihr?

Wir wollen uns langfristig am globalen Markt als wichtiger Player im Bereich Mikromobilität positionieren. Wir sind überzeugt, dass die Mikromobilität und Erschliessung der letzten Meile im kommenden Jahrzehnt immer wichtiger werden wird – und wir möchten dafür die richtigen Lösungen liefern.