In einer zweiten Projektphase werden die Abklärungen für eine regionale Feuerwehr unter Zuzug von externen Begleitern vertieft.

Ausschlaggebend für diese Aktivitäten sind folgende Aspekte:

Kurzfristig

• Die Verfügbarkeit von Offizieren tagsüber nimmt ab.

• Die Qualitätsanforderungen der Anspruchsgruppen (z.B. Angehörige der Feuerwehr (AdF), Gemeindebehörden, Gebäudeversicherung) steigen, was grösseren Zeitaufwand pro AdF bedeutet.

• Der Zeitaufwand und die Verantwortung für die Kommandomitglieder steigen stetig an.

• Die Anzahl der Einsätze sinkt stetig, dadurch kann kaum mehr Erfahrung im Ernstfall gesammelt werden.

• Einige Fachbereiche der jeweiligen Feuerwehren haben heute schon Nachwuchsprobleme (Sanität / Verkehr).

Langfristig

• Die Rekrutierung von jungen AdF für einen stabilen Mannschaftsbestand wird zunehmend problematischer.

• Synergien in den Bereichen wie Fahrzeuge, Material oder Ausbildung können besser genutzt werden.

• Die Nachfolgeregelung in den Kommandos gestaltet sich schwierig.

Ende des Jahres 2021 haben die Gemeinderäte der Politischen Gemeinden Sirnach und Münchwilen eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern der beiden Feuerwehren, damit beauftragt ein Strategiepapier für die Neupositionierung auszuarbeiten.

Zusammenarbeit professionalisieren

In mehreren Projekt-Sitzungen und Workshops mit Kader und Mannschaft wurden insgesamt 16 Teilbereiche bearbeitet. Das Vorprojekt I ist abgeschlossen und in einem Handout zusammengefasst. Für die Abklärungen, das Ausarbeiten der Teilbereiche und das Erstellen des Handouts sind bis heute über 500 Stunden geleistet worden.

Das Strategiepapier wurde den Gemeinderäten nach den Sommerferien 2022 vorgestellt. Zusammenfassend resultiert, dass die beiden Feuerwehren per heute grundsätzlich solide aufgestellt sind, die beiden Wehren künftig aber vor grossen Herausforderungen stehen, wie es in einer Mitteilung heisst. Bereits heute werden diverse Aus- und Weiterbildungen gemeinsam durchgeführt. Die Kader der beiden Feuerwehren kennen und respektieren sich und wollen gemeinsam weiterkommen.

Bei einer allfälligen strategischen Neupositionierung, respektive Anpassung der heutigen Strukturen für die Zukunft, ergeben sich folgende Möglichkeiten:

• Anstehende Investitionen können aufeinander abgestimmt werden.

• Jede Feuerwehr kann den Bestand auf die «optimale» Anzahl AdF anpassen.

• Der Fahrzeugpark kann optimiert werden.

• Die strategische Ausrichtung wird so erarbeitet, dass sich weitere Feuerwehren beteiligen können.

Es hat sich gezeigt, dass bei vergleichbaren Organisationen der Einsatz eines professionellen Geschäftsführers sinnvoll ist.

Weiterführung des Projektes

Die Projektgruppe beantragte den beiden Gemeinderäten das Vorprojekt II zu starten. In dieser Phase soll das Projekt mit Unterstützung von externen Projektleitern weiterverfolgt werden. Dazu haben die Gemeinderäte je 30'000 Franken über die nächsten zwei Jahre in den Budgets aufgenommen.

Im ersten Quartal 2023 soll anderen Feuerwehren der Region das Projekt vorgestellt werden, damit diese die Möglichkeit haben, sich an dieser Organisationsüberprüfung zu beteiligen. Im ersten Quartal 2024 sollen die Gemeinden über eine neue Organisation entscheiden. Im Meilensteinplan ist der Start der neuen Organisation auf den 1.1.2026 festgelegt worden.