Kürzlich konnten sich rund 50 Eschliker, Sirnacher und weitere Interessierte ein Bild vor Ort machen, wie es mit dem gebiet rund um die zwei Ziegeleiweiher weitergehen könnte.Dass sich die beiden Ziegeleiweiher einem Renaturierungsprojekt entgegen sehen, ist bekannt. Die Frage bleibt, ob man irgendwann Badegäste willkommen heissen kann. Das Naherholungsgebiet lockt seit Jahren viele Spaziergänger und Naturfreunde an, doch das Gebiet als Bijou zu beschreiben wäre doch übertrieben. Durch eine Revitalisierung beider Weiher soll in erster Linie die Wasserqualität aufgewertet werden. Die optisch markanteste Veränderung wäre die Öffnung des Kanals auf der Südseite. Der neue Bach mit dem Namen „Kwattbach“ würde das Industriegebiet Riedt entwässern. Zudem würde der Zufluss von sauberem Wasser in den heute sehr nährstoffreichen und deswegen verschlammten Weiher die Wasserqualität verbessern. Ob man in einem der Weiher irgendwann mal Schwimmen gehen kann, wissen die Götter, das Thema an sich interessiert jedoch die Bevölkerung. Am Donnerstagabend fand vor Ort ein Informationsanlass statt. Mit dabei waren nebst den Gemeindepräsidenten Kurt Baumann (Sirnach) und Hans Mäder (Eschlikon) auch die Grünen Kantonsräte Toni Kappeler und Kurt Egger (Parteipräsident TG), Beat Imhof (Präsident Grüne Partei Eschlikon) und rund 40 Interessierte. Etliche Fragen wurden hierbei betreffend Wasserpegel, Finanzierungen und dergleichen gestellt. Kaspar Fröhlich vom Ingenieurbüro Wasserbau Fröhlich AG mit Sitz in Frauenfeld beantwortete diese.

Der Kostenteiler
Mit den Bauarbeiten soll im herbst 2018 begonnen werden. Die Gesamtkosten von rund 700'000 Franken würden sich dementsprechend wie folgt aufteilen: 232'000 Franken von der SBB als Werkinhaber, 250'000 Franken vom Bund, 84'000 Franken vom Kanton und 132'000 Franken von der Gemeinde Eschlikon (der Eschliker Souverän müsste dies an der Gemeindeversammlung und innerhalb des Budgets genehmigen).

Ziegeleiweiher
Nach Jahren der Besprechungen, Konzepte, Stellungnahmen und Planungsarbeiten geht es jetzt vorwärts mit der Aufwertung der Eschliker Ziegeleiweiher. Der Grüne Kantonsrat Toni Kappeler nimmt Stellung dazu:
"Eigentlich wären die Ziegeleiweiher ein Juwel: ein hervorragendes Naturschutzgebiet und ein attraktives Naherholungsgebiet vor den Toren Eschlikons. Dass sie es aber nicht nur wären, sondern tatsächlich auch sind, braucht es dringend einige Aufwertungsmassnahmen. Das jetzt vorliegende Projekt ist ausgereift, der Kostenteiler bestimmt und wie so oft bei solchen wasserbaulichen Renaturierungen profitiert nicht nur die Natur. Das Naherholungsgebiet wird massiv aufgewertet, die Hochwassersicherheit verbessert, das Industriegebiet Riedt entwässert und zudem kann ein Industrieprozess massgeblich verbessert werden. Kernstück der renaturierungsmassnahmen ist die Öffnung des Kanals südlich der Bahnlinie und die Einleitung des neuen Baches (dann mit dem Namen Kwattbach) in den südlichen Ziegeleiweiher. Dieser Bach wird auch das Industriegebiet entwässern, und der Zufluss von sauberem Wasser in den heute sehr nährstoffreichen und deshalb verschlammten Weiherwird die Wasserqualität verbessern. Zudem ist eine Wasserentnahme aus dem Weiher durch die benachbarte InnoRecycling zur Reinigung von Kunststoffabfällen geplant. Das spart nicht nur kostbares Trinkwasser - die wasserentnahme aus der Tiefe des Weihers trägt ebenfalls zur Verbesserung der Wasserqualität bei."