Voraussetzung dazu sind allerdings ein klarer Plan, Einsatzfreude und eine gewisse Risikobereitschaft. Bei der Planung und in der Gründungs- und Aufbauphase bieten die Jungunternehmerzentren in Flawil, Wil, Gossau und Wattwil Beratung und Unterstützung an. Nachdem 2019 eine Rekordzahl an Beratungen nachgefragt worden ist, hatte der Lockdown zu Beginn des Jahres 2020 einen geringfügigen Rückgang zur Folge. Mittlerweile, so Silvia Zurwerra, seien die Dienstleistungen der Zentren aber wieder stark nachgefragt. Im Jahre 2020 seien über 120 Personen beraten und professionell begleitet worden. Bei 100 Personen habe es sich um neue Kontakte mit der Absicht einer Firmengründung gehandelt.

Veränderte Arbeitsweise

Ganz ohne Auswirkungen auf die Arbeitsweise der Jungunternehmerzentren sind die coronabedingten Einschränkungen nicht geblieben. So beanspruchen einige Jungunternehmer Hilfe bei den finanziellen Überbrückungshilfen der Öffentlichkeit. Einschneidender aber sei, dass Netzwerken und persönliche Kontakte sehr eingeschränkt möglich seien, sagt Silvia Zurwerra, «alle unsere Veranstaltungen mussten und müssen abgesagt werden oder können lediglich virtuell durchgeführt werden.» Im vergangenen Herbst fiel unter anderem das 20-Jahr-Jubiläum der Jungunternehmerzentren den Corona-Massnahmen zum Opfer. Als nächstes steht das Thema «Neuerungen in der Gesetzeslandschaft, Umgang mit Covidkrediten und Härtefallregelung im Kanton St. Gallen» auf dem Programm. Christoph Brunner wird an einer Online-Veranstaltung informieren, eine Woche später auch zum Thema «Jahresabschluss». Ob die weiteren Veranstaltungen über Verkauf, Marketing und Businessplan virtuell oder vor Ort durchgeführt werden können, steht noch nicht fest.


Grosses Netzwerk

Die Zentren, und indirekt auch die Jungunternehmer, können sich auf ein grosses Netzwerk abstützen. 480 Adressen sind es, welche mit den Angeboten regelmässig beliefert werden. Von Fall zu Fall engagieren sich auch Vereinsmitglieder aus Gewerbe und Politik. Von den Restriktionen sind die Branchen sehr unterschiedlich betroffen. Der Grossteil der Beratungssuchenden komme aus Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen, wo die Arbeit mehr oder weniger uneingeschränkt fortgeführt werden könne, sagt Silvia Zurwerra. Dem Bedarf nach Schulungen und Beratungen könnten die Zentren gerecht werden.

Mut zum Risiko nötig

Es sei nicht so, dass beispielsweise alle Betroffenen aus dem Gastgewerbe den Kopf hängen liessen. Ganz aktuell betreut die Stellenleiterin einen jungen Mann, der bereits ein konkretes Projekt für einen Takeaway-Service verfolgt und schon ganz konkrete Vorstellungen bezüglich des Standortes und des Angebots hat. Risikobereite Anwärter blieben meist in der Branche und würden auf ihre Ausbildung und Erfahrung bauen.

20 erfolgreiche Jahre

Das Jungunternehmerzentrum kann auf 20 erfolgreiche Jahre zurückblicken. 6'500 Beratungsstunden sind für Firmengründerinnen und Firmengründer aufgewendet worden. 1'700 Personen zwischen 20 und über 60 Jahren sind beraten worden. 4’000Arbeitsplätze sind geschaffen oder erhalten worden. 100 Netzwerkanlässe sind durchgeführt worden.

Sechs um die Wirtschaft besorgte und verdiente Persönlichkeiten haben im Oktober 2000 den Trägerverein gegründet. Der Verein betrachtete sich als Teil der Wirtschaftsförderung. Er setzte sich zum Ziel, neben bereits bestehender Bestandesförderung und Neuansiedlungen, Jungunternehmer in ihrem Bestreben, neue Arbeitsplätze zu schaffen, zu unterstützen. Die Bezeichnung jung muss nicht unbedingt auf die Person zutreffen, sie steht für das Unternehmen.