Wie geht es mit dem Immobilienmarkt weiter? Was heisst das für die Gasversorgung in der Region. Erfahrene Praktiker referierten zum Marktmittler-Event bei den Technischen Betrieben Flawil, gaben Tipps und beantworteten Fragen. Über 50 Personen hatten sich für den Anlass angemeldet und wurden über Trendbewegungen, Risiken, Fördermöglichkeiten sowie Planungsgrundsätze informiert.Zum Marktmittler-Event hatten die Werkbetriebe der Stadt Gossau, die Technischen Betriebe Flawil, Uzwil und Wil im Gebäude der TB Flawil an der Unterstrasse eingeladen. Luca Zillig begrüsste die Gäste und legte die Schwerpunkte auf die heute geltenden Fakten. Er stellte Patrik Schmid, von Wüst Partner AG vor, der unter den Titel „Immobilien – Fluch oder Segen?“ referierte.

Eigentumswohnungen fehlen
Schmid zeigt die Entscheidungsgrundlagen auf, wann eine Immobilie, ein Renditeobjekt, saniert werden sollte und sich der Eigentümer besser für eine Ersatzbaute stark macht. Aus der Investorensicht erklärt er verschiedene Aspekte in der Immobilienbranche. Vor zehn Jahren haben sich die Nachfrage und die Bautätigkeit die Waage gehalten. Steter Rückgang der Bautätigkeit von Einfamilienhäusern bis heute. Während die Nachfrage nach Eigentumswohnungen sehr hoch geworden ist, sei kaum ein genügendes Angebot vorhanden.

Bei Mietwohnungen gelten nicht die gleichen Kriterien, hier sind andere Punkte zu beachten. Beispielsweise sind die Anbindung an den ÖV, der Arbeitsweg, die Grünflächen und die Einkaufsmöglichkeiten wichtige Aspekte. Steuern, Schulwege, Lärm können den Ausschlag geben, dass in eine andere Wohnung gezügelt wird.

Hat Gas noch Zukunft?
Peter Graf und die Technischen Betriebe referieren
„Gas vom Auslaufmodell zum Zukunftsmodell?“ Peter Graf stellte fest, dass die Umweltqualität vom Gas falsch gewichtet werde. Im Vordergrund stehe meist die CO2 – Belastung. Also man geht von einer Verminderung aus - zur Vermeidung, bis zum Rückbau. Gas habe aber eine Schlüsselrolle für die Energie; überschüssiger Strom lässt sich zu Methan umwandeln und so speichern. Mit der sogenannten Wärme-Kraft-Kopplung lassen sich verschiedene Energiequellen kombinieren und effizient einsetzen.

Graf erklärte weiter: „Wir haben in der Schweiz beschränkte Holzvorräte und leider haben wir im Land keine grossen Gasspeicher“. So müsse der Kontext im europäischen Raum gesucht werden. Leider seien ökonomische Lösungen nicht in Sicht. Roman Obrist „MuKen – Stand der Dinge im Kantons St. Gallen“. MuKen = Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich. Obrist zeigte auf, dass eine gasbetriebene Wärmepumpe durchaus eine Option ist. In vielen Kantonen sind die Bestimmungen von MeKen differenziert ausgelegt. D.h. die politischen Prozesse verzögern, damit die Empfehlungen angewendet werden können. Mit der Anerkennung von Biogas würde der Prozess beschleunigt. Es sind formal-juristische Probleme, die verzögern.

Luca Zillig und Christoph Strassmann, Technische Betriebe Flawil und Wil gaben Tipps, wie die Föderprogramme zu verstehen sind. Die Förderungen des Kantons und die der Gemeinden seien kumulierbar. Mit Gas fahren hat Zukunft, unterstrich Zillig. Er schloss den Event mit einem kleinen Präsent für jeden Teilnehmer: Tragtasche mit Grillverpflegung, einem (Gas)Ball und vielen Informationen.