Am gemeinsamen Kadertag von Niederhelfenschwil und Zuzwil trafen sich rund 30 Offiziere und Unteroffiziere der beiden Ortsfeuerwehren zur Weiterbildung. Schwerpunkte bildeten die Themen Chemiewehr, Unwetterraster, Heuwehr und Polycom.Zu Beginn des Weiterbildungstages liess sich das Kader der beiden Organisationen für die ortsspezifischen Informationen und Übungsvorbereitungen in den eigenen Depots orientieren. Dabei gaben die Kommandanten die Tagesziele und die Ausbildungsthemen bekannt. Wie seit Jahrzehnten begann das Treffen der Feuerwehr Niederhelfenschwil in der St.Johanneskirche mit dem traditionellen Agatha-Gottesdienst. Diakon Primo Grelli leitete die kurze Feier und richtete besinnliche Gedanken an die teilnehmenden Kaderleute. Diese wirkten in Gebet und Gesang aktiv mit. Der Diakon segnete das Agathabrot und übergab es dem Kommando als willkommene Znüniverpflegung.

Verantwortungsbewusstes Kader
Patrick Mader, Kommandant der Ortsfeuerwehr Niederhelfenschwil legte als Tagesziele Kenntnisse der Chemiewehr auf Stufe Ortsfeuerwehr, die Vorgehensweise Unwetterraster bei Elemetarereignissen, Massnahmen bei überhitzten Futterstöcken und Bedienung des Polycom fest. Beim Rückblick auf das Jahr 2017 mit acht Einsätzen schnitt er das Problem der gefährlichen Sturmschäden beim Strassenabschnitt Hohrain an. Er werde das mit dem Förster besprechen. Gegenwärtig liege der Personalbestand seines Korps bei 45 AdF. Er stellte einen guten Besuch der Aus- und Weiterbildungskurse fest. Bei der Besetzung der Chargen für die Übungen 2018 fand er bereitwillige Unteroffiziere und Offiziere.

Gemeindepräsident dabei
Am Einstieg in den Kadertag im Mehrzweckgebäude nahm auch Gemeindepräsident Simon Thalmann teil. Einleitend ergriff er das Wort, um dem Kader und der ganzen Feuerwehr für den Einsatz zum Schutz und Wohl der Bevölkerung zu danken. „Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr. Sie geniesst auch in der Bevölkerung breites Vertrauen und grosse Wertschätzung als Sicherheitsgarant“, lobte der Gemeindepräsident. Ein Lernprozess höre nie auf und deshalb schätze er die Bereitschaft, sich am Kadertag und in den Kursen weiterzubilden. Der vorgesehene Entscheid für das geplante Zusammengehen mit Wil oder Uzwil bedürfe noch einiger Abklärungen, antwortete er auf eine Frage eines Mitbürgers.

Ausbildung im Depot
Zur weiteren Ausbildung verschoben sich die Helfenschwiler nach Zuzwil, wo am Mittag auch das Essen im Restaurant Kreuz angesagt war. In zwei Lektionen wurde am Vormittag das gemischt zusammengestellte Kader der beiden Feuerwehren mit theoretischen Lektionen in die Themen Chemiewehr und Unwetterraster eingeführt. Als Instruktoren erteilten im Feuerwehrdepot der Zuzwiler Kommandant Major Rolf Kreis und Oberleutnant Ralf Peter die Lektionen.

Vorgehen bei Chemieereignissen
Ralf Peter befasste sich in seiner Lektion mit den Möglichkeiten der Ortsfeuerwehr bei Chemiestörfällen. Er erklärte die Zuständigkeit und die Massnahmen der Ortsfeuerwehr bei solchen Ereignissen. Je nach Grösse des Unglücks müsse eventuell der Chemiestützpunkt angefordert werden. In einem Einsatz müsse die GAMS-Regel angewendet werden. Diese beinhalte die Bereiche: Gefahr erkennen, Absperren, Menschen/Tiere retten, Spezialkräfte einbeziehen. Anhand von vier Fallbeispielen stellte er den Gruppen die Aufgabe, das Vorgehen zu überdenken und in Stichworten auf einem Plakat festzuhalten. Bei der Präsentation wurde dann die Lösungen diskutiert und notfalls ergänzt.

Einsätze dokumentieren
Am zweiten Arbeitsplatz im FW-Depot instruierte Rolf Kreis den Ablauf bei Unwetter-Einsätzen. Er konzentrierte sich vor allem auf den Unwetterraster, mit dem der ganze Verlauf in einem Katastrophenfall dokumentiert wird. Für die Führung im Depot seien die Informationen des Erkundungselements wichtig, damit sie die Wasserwehr effektiv einsetzen könne, erklärte Kreis. Sämtliche Abläufe seien auf dem Unwetterraster zu rapportieren. Am Nachmittag übernahmen Major Patrick Mader und Marc Monstein die Ausbildung. Mader machte auf die Gefahren bei Überhitzung von Heustöcken aufmerksam und erläuterte das Vorgehen der Feuerwehr. Monstein seinerseits erklärte die Funktionen des Polycom.