Ein Fest für alle

Diesmal habe gar eine Klasse aus früheren Jahren anlässlich der Schüeli eine Klassenzusammenkunft organisiert, da sich ja sowieso viele Ehemalige dieses Datum vorgemerkt und das schon länger vergangene Schüeli-Feeling wieder einmal auskosten gewollt hätten. Viele Eltern – oder wenigstens ein Teil davon – haben selber schon als Kinder an der Schüeli mitgemacht, nun ist ihr Nachwuchs auf den drei Plätzen in Aktion zu geniessen. Manche Grosseltern erleben ihrerseits nach den eigenen Kindern nun bereits ihre Grosskinder als Fussballstars. Dies ist manchmal fast ein Kunststück, wenn der eigene Nachwuchs im Dorf geblieben oder wieder zurückgekommen ist und nun Enkel der verschiedensten Altersstufen mit von der Partie sind…

Dieses Schülerturnier verbindet wirklich – fast – das ganze Dorf. Besonders hervorgehoben werden darf sicher die Tatsache, dass sich hier viele Menschen begegnen, die sich sonst kaum sehen. Ob man jetzt das Oberuzwiler Bürgerrecht hat, von irgendwoher nach dem Dorf gezügelt ist oder gar aus fremden Ländern kommt – alles unwichtig, denn deren Kinder sitzen gemeinsam in einem Schulzimmer, so passiert Integration auf verschiedenen Ebenen. Die Volksschule leistet hier einen unüberbietbaren Dienst an der Gesellschaft.

Packende Fussballspiele

Natürlich ist das Fussballspielen der Hauptzweck dieses Tages. Man will zeigen, was man kann. Das sieht man auch schnell, wenn man als Zuschauerin oder Zuschauer am Feldrand steht. Bei den Jüngsten ist man oft schon froh, wenn sie wissen, wo das gegnerische Goal ist und das Ziel des Spiels ein Ball in eben diesem Viereck ist. Je grösser die Kinder werden, desto ehrgeiziger wird das Spiel angegangen. Da stehen schliesslich immer auch schon verschiedene Mitglieder von Fussballclubs der Region auf dem Feld. Wird ein Spiel verloren, gibt es nicht selten Tränen. Ein Talentsucher könnte jedenfalls ziemlich schnell sehen, ob jemand mitspielen MUSS oder DARF... 

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Früh übt sich, wer ein Fussballstar werden will...

Private Zaubervorstellung für die Kindergärten

Zauberer Dan White hatte die Kinder im völlig abgedunkelten Singsaal schnell im Sack. Er zauberte sich mithilfe verschiedener Kinder durch alle möglichen Herausforderungen. Und White weiss genau, was Kinder mögen. Immer wieder missriet ihm etwas , was die Kinder mit riesigem Gelächter mit einer Phonstärke bis zum Exzess beantworteten. Und weil White auch ein Bauchredner ist, gab auch das Gespräch mit seinem Seelöwen, der vorlaut und frech aus seiner Kiste heraus Freiheit forderte und danach einen Blödsinn nach dem andern machte, allerlei her. Dass man aus einer Zwanzigernote eine Hunderternote machen kann, hätten die Erwachsenen im Raum vermutlich sehr gerne gewusst, auch die Zuhörerschaft am Abend, die ebenfalls in den Genuss einer Zaubervorführung kam, allerdings diesmal unter erheblicher Lärmbelastung aus dem Festzelt. 

Auf der Homepage des Zauberers Dan White gibt es viele weiterführende Informationen. 

Lehrer-Schüler-Match

Diesmal hatten sich Buben und Mädchen aus der Mittel- und der Oberstufe für ein Mitmachen im Match gegen die Lehrerschaft bewerben können. Erst mussten sie in der Klasse gewählt werden, danach dem Schüeli-OK schriftlich erklären, warum sie gerne mitspielen würden. Wie an grossen Turnieren üblich kamen die beiden Mannschaften mit Balljungen und Ballmädchen auf den Platz, umjubelt vom Publikum. Beherzt stürzten sich die Schülerinnen und Schüler darauf in die Fussballschlacht, um es den Lehrkräften mal so richtig zu zeigen, was ihnen auch gelang, denn genau wie das „grosse“ Team gewannen sie 2:1, ein gutes Omen für den Match später am Abend…

Rückbesinnung auf deutsche Mannschaftsnamen

Waren während vieler Jahre die Mannschaftsnamen meistens englisch, hat sich das etwas gewandelt. Bei den ersten und zweiten Klassen gab es beispielsweise einzig „Black Lions“, sonst waren alle Namen deutsch. Und zudem sehr fantasievoll! Wie sich wohl „Weisse Haie“ auf dem – diesmal ausgesprochen trockenen - Rasen des Oberstufenzentrums fühlten? „Krongespenster“ oder auch „Fussballzebras“ – der Ideenreichtum kennt jeweils keine Grenzen.

Je älter die Kinder werden, desto mehr halten Namen Einzug, welche Rappern oder anderen Youtube-Grössen punkto Schreibweise in nichts nachstehen. „IWeissEsNüme“ oder „HandGlenkMolPi“ oder auch „NeiBitteNödDiä“, aber auch „tschauschuäl“ zeigen klar, wie Jugendliche auf der Oberstufe ihre Chancen einschätzen und wo auf der Schulstufenleiter sie stehen. Auch wenn der Abschied von der Schule bevorsteht – vermutlich werden viele von ihnen doch auch nächstes Jahr wieder an der Schüeli anzutreffen sein…

Schönes „Outfit“

Ob der Eindruck täuscht, dass die Fussballleibchen von Jahr zu Jahr immer schöner und professioneller werden? In vielen Klassenzimmern wurde jedenfalls auch diesmal gezeichnet und auf den Stoff aufgemalt, lauter Einzelstücke zwar, die aber einen einheitlichen Auftritt erlauben. So ist es auch für die Schiedsrichter etwas einfacher, die beiden Mannschaften zu unterscheiden. Viele Mädchen hatten sich Zöpfchen geflochten, damit nicht fliegende Haare den Sieg vereiteln könnten. Und nicht wenige Buben traten stolz mit Frisuren auf, die sie offensichtlich ihren Idole in den grossen Stadien der Welt abgeschaut hatten.

Public Viewing - auf Deutsch: „Öffentliches (Zu-)Schauen

Schon vor zwei Jahren hatten die Verantwortlichen für das Dorffest eine Grossleinwand eingerichtet gehabt, damit die WM im Freundes- und Bekanntenkreis geschaut werden könne. Diesmal wurde auf mehrere grosse Bildschirme gesetzt, wobei ganz angefressene Fussballfans teilweise lieber zuhause mitfieberten, weil im allgemeinen Geplauder doch wichtige Informationen nicht zu verstehen seien. Doch viele wollten sich dieses Gemeinschaftsgefühl nicht nehmen lassen, die vielen Festbänke – es hiess, es seine 80 Garnituren aufgestellt worden – waren jedenfalls sehr gut besetzt. Geteilte Freude – auch über das gute Abschneiden der Schweizer Nationalen – ist schliesslich doppelte Freude. 

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Noch hielt sich die Aufmerksamkeit in Grenzen - doch nach der Werbung begann das öffentliche Match-Schauen, das "Public Viewing" auf mehreren Fernsehgeräten. 

Glanzpunkt Kindergartentanz

Wenn kurz nach Zwölf das mittlere Fussballfeld immer mehr von Publikum umrandet wird, ist es jeweils Zeit für den Schüeli-Tanz. Diesmal boten die verschiedenen Kindergärten mit ihren Lehrerinnen einen magischen Tanz mit farbigen Zaubermänteln. Kinder und Leiterinnen liessen sich auch durch technische Probleme nicht aus der Ruhe bringen – die Musikanlage stieg mehr als einmal einfach aus – und machten einfach dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Seit den Frühlingsferien war an dieser Vorführung gefeilt worden. Die Kinder sind teilweise wirklich noch SEHR klein, da ist es erstaunlich, dass die Kindergärtnerinnen Jahr es für Jahr schaffen, mit allen Kindern ein Gesamtbild zu präsentieren. Für viele Besucherinnen und Besucher gehört dieser Programmpunkt zum schönsten der ganzen Schüeli… 

Mutige Fünftklässler

Die fünfte Klasse von Lehrerin Simone Barner hat zwei Lieder und einen Hiphop-Tanz einstudiert und am Mittag auf der Schüeli-Bühne präsentiert. Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache, trotz des Riesenlärms im Zelt neben der Bühne. Lollipop, dieser fetzige Schlager aus den frühen Fünfzigerjahren, schien den Kindern ganz besonders zu gefallen. Ihr zweites , ebenfalls englisch gesungenes Lied wurde von zwei mutigen Solisten – einem Buben und einem Mädchen – angeführt. Den nachfolgenden Tanz mussten sie gar zwei Mal zeigen, weil die anwesenden Kinder im Publikum nicht mehr aufhören wollten, „Zugabe“ zu schreien. Hier sah man gleich mehrere richtig talentierte Tänzerinnen und Tänzer. Der Applaus war denn auch ohrenbetäubend. 

LOLLIPOP, in der deutschen Version der a capella-Gesangsgruppe DIE SECHSZYLINDER aus dem Münsterland

https://www.youtube.com/watch?v=IL3OPnBfuuM&list=PLYkAfCnZCobc5kftcTOiK09OUlaDEbDio&index=2

Lehrerschaft und andere der Schule verbundene Helferinnen und Helfer vor Ort

Ein solcher Anlass braucht natürlich auch ganz viele Helferinnen und Helfer. Und so kann es passieren, dass eine Mutter die Lehrerin ihres Kindes antrifft und gerne mit dieser ein paar Worte wechselt. Kommunikation heisst auch hier das Zauberwort, denn wer im Gespräch bleibt, kann auch bei möglicherweise auftretenden Schulproblemen viel leichter Lösungen finden, die für alle Seiten passen. Selbstverständlich können auf dem Fussballplatz keine Fachgespräche angeboten werden, aber die Hemmschwelle, eine Lehrkraft zu kontaktieren, sinkt bestimmt, wenn man sich einfach auch so einmal austauschen kann.

Nach einem ausgeklügelten Arbeitsplan werden alle nötigen „Stellen“ besetzt. Die Kinder und Jugendlichen müssen schliesslich auf dem Platz verpflegt werden, die Getränkeausgabe braucht eine Aufsicht, die Bühne muss eingerichtet werden, es braucht Servierpersonal und Leute, die abräumen… Auch die Schulbehörden und die Elternräte bringen sich hier ein, die Schule ist ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor in einer funktionierenden Gesellschaft. 

Samariterposten und Ludothek

In der Nähe des Penalty-Platzes hatte der Samariterverein Uzwil sein Zelt aufgestellt. Da die Temperaturen diesmal äusserst angenehm waren, kam es zu keinen Hitzestörungen. Auch die Wespen fühlten sich diesmal nicht eingeladen, sodass die drei Personen beim Posten entspannt vor dem Zelt auf mögliche Verletzte warten konnten. Und da es diesmal keine Schüeli-Bar gab – sicher eine gute Entscheidung, wollen doch gerade Jugendliche da gerne einmal ihre Grenzen testen – gab es auch an der „Alkoholfront“ wenig zu tun. Die Schüeli ist zudem ein Schulanlass, an welchem Alkohol und Zigaretten in der Regel nichts zu suchen haben, zudem ist der Aufwand für das Betreiben einer solchen Bar nicht unerheblich. Im Singsaal konnten - dies jedoch nur am Samstag - ausserdem die neuesten Spiele der Ludothek ausprobiert werden. 

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Ganz entspannt sitzen hier Mitglieder des Samaritervereins vor ihrem "Erste-Hilfe-Zelt". Es ist gut, wenn sie da sind, aber man ist froh, wenn man sie nicht braucht. 

http://www.samariterverein-uzwil.ch/index.php 

Sponsoren

Kein grosses Fest kommt heute mehr ohne Sponsoren aus. Seit Beginn weg unterstützt die Clientis Bank Oberuzwil den Anlass. Mit den Jahren kamen immer mehr ortsansässige Firmen dazu. Das Schüeli-Programm liest sich heute nebst den Informationen zu den Fussballspielen wie ein KMU-Verzeichnis aus dem Dorf, auch Firmen aus der Region beteiligen sich an den Kosten.

Es lohnt sich unbedingt, auf der Homepage der Oberstufe die Youtube-Filme anzuschauen, welche die Schülerinnen und Schüler selber – in Zusammenarbeit mit der Schulleitung und den beiden Schulsozialarbeiterinnen - gestaltet haben. Man ist erstaunt, erfreut, belustigt und findet bestimmt: Ja, die heutige Jugend kann etwas!

http://www.schulen-oberuzwil.ch/xml_1/internet/de/application/d85/f88.cfm