Schon die alten Kelten wussten: Es braucht nicht viel mehr zum Leben als Wasser und Wald. Der Aufenthalt in einem Wald tut gut, das spüren wir instinktiv, sobald wir einen betreten. Seit den 1980ern wird dieses Gefühl wissenschaftlich erforscht – und es gibt inzwischen einige Erkenntnisse, die das Gefühl empirisch untermauern. Ein Aufenthalt im Wald tut gut. Aber warum ist das so?

So steht etwa fest, dass die Waldluft im Gegensatz zur Stadtluft bis zu 90 Prozent weniger Staubteilchen enthält, dafür aber einige Stoffe, die uns gut tun. So sagt etwa der österreichische Biologe Clemens Arvay gegenüber den Kollegen von NDR und MDR: «Der Wald hilft uns gegen Depressionen, gegen psychische Stressbelastungen und Burnout. Aber er stärkt auch unser Immunsystem, kann uns vor ernsthaften chronischen Krankheiten schützen und sogar vor Herzinfarkt.» So stimulierten etwa Vogelgezwitscher oder die Gerüche im Wald den Parasympathikus. Dieser wiederum ist ein wichtiger Teil unseres vegetativen Nervensystems und dient der Erholung und dem Aufbau körpereigener Reserven.

Allein der Anblick wirkt positiv

Eine der frühesten Studien dazu erschien 1984. Darin wurde der positive Effekt beschrieben, den der blosse Anblick von Bäumen hatte auf Patienten hatte. Die Patienten, die nach einer Operation ins Grüne blicken konnten, wurden messbar schneller gesund als solche, die etwa die Aussicht auf eine Hauswand hatten. Zudem brauchten Letztere mehr Schmerzmittel.

Wohltuende Wälder

«Im Wald kommunizieren Pflanzen untereinander. Sie schütten chemische Verbindungen aus, sogenannte Terpene, und geben sie an die Luft ab. So warnen sie andere Pflanzen vor Angreifern oder Schädlingen, die daraufhin ihr Immunsystem hochfahren, um sich zu schützen», so Clemens Arvay. Dies sei inzwischen auch wissenschaftlich belegt, etwa 40‘000 dieser «Pflanzenvokabeln» seien bereits entschlüsselt. Bei einem Streifzug durch die Wälder empfangen auch wir Menschen solche Signale wie Forscher an der Nippon Medical School in Tokyo herausgefunden haben. Apropos «Nippon»: Gerade in Japan erfreut sich «shinrin yoku», also «Waldbaden», schon lange grosser Beliebtheit und wird gar als Therapie verschrieben.

Ob Bad, Spaziergang oder Wanderung – der Aufenthalt in den Wäldern in und um Wil ist immer wohltuend, ganz gleich wie man ihn nennen mag.