«Der Mühleweg verbindet das Weingarten-Quartier mit dem alten Dorfkern», schreibt Gemeinderat Hans Suter in der Mitteilung zur offiziellen Einweihung. Und dieses Verbindende sei das Kernstück des Mühleweg.

In der Mitteilung zur offiziellen Einweihung des «Mühleweg Rickenbach» kommt Techniker Tobias Stricker zu Wort: «Das Projekt besteht aus zwei Teilprojekten: Dem Fussweg und dem Steg über den Alpbach.»

Das Kirchbord sei vor Baubeginn ein stark bestockter Abhang gewesen, welcher nur durch einen kleinen Trampelpfad begangen werden konnte. Damit man überhaupt habe mit den Bauarbeiten beginnen können, musste die nötige Fläche gerodet werden. Nach Rodung und Brückenbau habe man mit dem Bau des südlichen Brückenwiderlagers beginnen können.

«Das südliche Brückenwiderlager ist auf Mikropfählen gelagert, welche über 6 Meter in den Untergrund reichen», wird Tobias Stricker weiter zitiert. Auf der Nordseite sei das Brückenwiderlager in den Bau der Mühle integriert. Bereits einen Monat nach Baustart hätte man die 11,60 Meter lange und 2,40 Meter breite Brückenplatte betonieren können.

Thomas Engel Gesamtleiter Mühle Rickenbach, ergänzt in der Mitteilung, dass bereits 90 Prozent der Wohnungen vermietet seien, auch für die Gewerberäume habe man einen «guten Hauptmieter» finden können, heisst es weiter. Die ersten Mieter seien nach einer Bauzeit von rund 24 Monaten bereits anfangs August eingezogen.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (30.3.20)

Grossprojekt Mühle Rickenbach: Rohbau des Maschinenhauses steht

Wo einst die 55 Meter hohe Mühle Rickenbach stand, wird nun ein 55 Meter hoher Neubau errichtet. Dieser lehnt sich stark an die Mühle an und bietet Platz für 44 Wohnungen. Mittlerweile steht der Rohbau des sechsstöckigen Maschinenhauses. Nun kommt alle 10 bis 13 Tage ein Stockwerk dazu.

Es ist das bisher mit Abstand umfassendste Hochbauprojekt der Region Wil in diesem Jahrtausend. Was im Jahr 2002 mit der Planung begann, befindet sich seit 2018 in der Umsetzung. Die Rede ist von der Mühle Rickenbach, in welcher bis zum Jahr 2002 noch produziert worden war. 55 Meter hoch war der Siloturm mit der Silostube ganz zuoberst. In der zweiten Jahreshälfte 2018 erfolgte der Abbruch. Da eine Sprengung zu gefährlich gewesen wäre, standen mehrere Bagger im Einsatz. Auch der grösste Rückbau-Bagger Europas half phasenweise mit.

Während die Abbruch-Arbeiten immer wieder Zuschauer angelockt hatten, ist es im vergangenen Jahr ruhiger geworden auf der Baustelle. Das betrifft aber nur die Aussen-Wahrnehmung. Denn gearbeitet wird weiterhin emsig. Zuerst ging es vergangenes Jahr mit den Tiefbauarbeiten weiter. Im Mai wurde dann der erste grosse Kran für den Aufbau geliefert – ein zweiter kam später dazu.

«Ab jetzt vor allem in die Höhe»

Mittlerweile steht der Rohbau des sechsstöckigen Maschinenhauses. «Dank dem relativ milden und niederschlagsarmen Winter sind die Arbeiten zügig vorangeschritten. Ab jetzt reduziert sich der Hochbau auf den Perimeter des Siloturms, der aus zwei Wohnungen pro Stockwerk besteht. Das heisst: Von nun an geht es vor allem in die Höhe», sagt Thomas Engel, Projektleiter der Eberle Nafag AG.

Im Erdgeschoss sind die Gewerberäume und vier Ateliers bereits gut sichtbar. Darüber kommen Wohnungen zu liegen. Alles in allem werden es 44 Wohnungen zu 2 ½, 3 ½ und 4 ½ Zimmern sein. Der Zeitplan sieht nun vor, eine ganze Silo-Etage in rund 13 Tagen fertigzustellen. Effektiv waren im sechsten Obergeschoss aber nur zwölf Tage nötig. «Durch die Wiederholung der verschiedenen Arbeitsgänge in jedem nachfolgenden Stockwerk dürfte sich der Arbeitsaufwand für die weiteren Stockwerke bei etwa 10 Tagen einpendeln», sagt Thomas Engel.

351 Fenster, 382 Türen, 3672 Quadratmeter Parkett

Gleichzeitig werden nun die ersten Fenster und Türen eingebaut. Diese kommen ausschliesslich aus der Schweiz. Insgesamt werden in der Mühle Rickenbach 351 Fenster- und Fensterfronten sowie 382 Türen verbaut. Um Fehler zu verhindern, ist eine genaue Planung zwingend. Als Basis dafür wurde eine Excel-Liste aufbereitet, in der für jede einzelne Türe die Eigenheiten wie zum Beispiel Brandschutz oder weitere Ausrüstungen festgelegt worden sind. Diese Excel-Liste ist 185 Zeilen lang und 45 Spalten breit. Exakt im Voraus geplant werden müssen auch die Bodenbeläge. Ganze 3672 Quadratmeter hochwertiger Eichen-Parkett werden verbaut. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist in etwas mehr als einem Jahr geplant, so dass die ersten Wohnungen im Sommer 2021 bezogen werden können. Die gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 25 Millionen Franken.

Auf der Baustelle herrscht übrigens auch dieser Tage Betrieb – trotz Coronavirus. «Wir nehmen die Vorgaben des Bundes zur Eindämmung der aktuellen Pandemie sehr ernst. Mit Desinfektionsmittel, zusätzlichen Möglichkeiten zum Händewaschen mit Warmwasser und durch das Einhalten der geforderten Abstände werden die entsprechenden Risiken bestmöglich reduziert», sagt Thomas Engel.