Verglichen mit der Wetterbuchhaltung liegen die am Freitag gemessenen 35,1 Grad deutlich über dem langjährigen Durchschnitt der Jahreshöchsttemperatur. Der Rekordhalter in der Region bleibt aber der Sommer 2019 mit der höchsten Temperatur von 35,7 Grad. Wüstentage mit über 35 Grad gab es in den vergangenen Jahren nur 2003 einen, 2015 deren zwei und 2019 deren drei.

Die Wettermodelle deuten auf weitere heisse Tage bis weit in den August hinein. Damit dürfte sich der diesjährige Sommer aller Voraussicht nach zu den sieben heisstesten Sommern seit Messbeginn 1864 emporarbeiten.

Seit der Jahrtausendwende zu heisse Sommer

Von den vergangenen 20 Jahren verliefen 16 Sommer überdurchschnittlich warm. Allen voran liegt der Sommer 2003 mit einem Temperaturüberschuss von 3,5 Grad. Der letztjährige Sommer kommt an zweiter Stelle zu liegen und war 2,5 Grad zu warm. Nebst diesen beiden extrem heissen und trockenen Sommern steht aber auch der diesjährige Sommer nicht im Abseits. Bis jetzt brachte er 38 Sommertage (über 25 Grad). und 8 Hitzetage (über 30 Grad). Obwohl der meteorologische Sommer noch bis Ende August andauert, liegen diese Anzahl Tage jetzt schon deutlich über dem durchschnittlichen Jahreswert von 31 Sommertagen und 4 Hitzetagen.

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In heissen Sommern blühen die Kübelpflanzen (hier eine Engelstrompete) besonders üppig. (Bild: Christoph Frauenfelder)


Sommerendspurt wird heiss und schwül

Jetzt erleben wir die Hundstage, die heisseste Zeit des Jahres. Erst nach Mitte August geht die Hochsommerhitze zurück. Der August ist der schwülste Monat des Jahres. Die Temperaturen sind hoch und die Luftfeuchtigkeit steigt spürbar an. Dieser Umstand führt zu Schwüle mit vermehrten Gewittern.

Der Mensch reagiert auf die Schwüle mit erhöhtem Schwitzen. Durch die Verdunstung des Schweisses wird Kühlung auf der Haut erzeugt und damit die Körpertemperatur reguliert. Es ist schwül, sobald der Kubikmeter Luft mehr als 14 Gramm Wasserdampf in gelöster Form enthält. Kürzlich hatte vor einem Sommergewitter die Luft 20 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter. Das wird als extrem drückend empfunden. Tüppig, wie die Schweizer sagen.

Christoph Frauenfelder*
* Der Autor ist Inhaber der Wetterstation Fürstenland «Meteotop» in Niederuzwil.