Die Jungwacht (JW) Lenggenwil prägte in den vergangenen vier Jahrzehnten das kulturelle Dorfleben massgeblich mit. 1978 gaben Peter und Pirmin Bernhardsgrütter, Alex Egli und weitere Initianten den Anstoss zur Gründung der Jugendorganisation. Die Pflege kirchlicher und weltlicher Bräuche und Traditionen, zum Beispiel das jährliche Chlauseinschellen oder die Theateraufführungen, standen neben der üblichen Freizeitgestaltung im Mittelpunkt. Bedeutende Anlässe wie die grossartigen Freilicht- oder Bühnentheater unter der Regie von Peter Bernhardsgrütter oder die publikumswirksamen Fasnachtsveranstaltungen fanden in den letzten Jahrzehnten weit über die Region hinaus grosse Beachtung. Nun liess sich die Scharleitung als Jubiläumsanlass zum 40-jährigen Bestehen der JW Lenggenwil mit der erstmaligen Durchführung eines XtremeRuns etwas neues, für Lenggenwil aussergewöhnliches einfallen.

Breite Unterstützung
„Die Idee mit dem XtremeRun kam bei uns auf, weil wir vor etwa fünf Jahren an einem gleichen Event in Malters LU mit einer JW-Gruppe teilnahmen“, begründete OK-Präsident David Meienhofer im Gespräch mit dem Korrespondenten von hallowil.ch die Wahl. „So ein abenteuerlicher Wettkampf draussen in der Natur, mit Abenteuer, Sport, Schweiss, Dreck und Schlamm verbunden, ist ein Spiegel unseres JW-Vereinslebens“. So machte sich das einsatzfreudige OK, bestehend aus JW-Leitern und einigen externen Personen, an die intensiven Vorbereitungen. Es galt eine geeignete Strecke zu finden, mit den Grundstückbesitzern zu verhandeln sowie die notwendige Infrastruktur und die achtzehn aufwändigen Hindernisse aufzubauen. „Besonders gefreut hat mich, dass wir für unser Vorhaben eine breite Unterstützung fanden. Wir können auf zahlreiche, grosszügige Sponsoren und mehr als 100 Helferinnen und Helfer zählen“, betonte David Meienhofer. In der letzten Woche vor der Grossveranstaltung hätten über zehn junge Leute mehrere Ferientage für die Erstellung der Hindernisstrecke geopfert und jeden Abend seien noch zusätzliche Mitglieder dazu gekommen, lobte er die Beteiligten.

Nachwuchs zeigte Begeisterung
Am 1. September herrschte in Lenggenwil Hochbetrieb. Um zehn Uhr schickte der Starter rund 130 Mädchen und Jungs auf eine Strecke von 1,5 km, die mit zehn Hindernissen gespickt war und zweimal zu absolvieren war. Kurz nach dem Start hatten sie entlang der Dorfstrasse bereits die ersten Hindernisse zu bewältigen. Zehn Hindernisse, etwas weniger anspruchsvoll als bei den Erwachsenen, aber nicht mit weniger Spass verbunden, galt es zu bezwingen. Die Teilnehmenden wurden in die Startkategorien Kids U9, Kids U11, Kids U13 und Kids U15 eingeteilt. Bei der Rangverkündigung am Mittag erhielten pro Kategorie die drei schnellsten Mädchen und die drei schnellsten Buben einen Preis. „Man konnte mit Interesse beobachten, wie die Kids die Herausforderungen trotz kühlem und nassem Wetter annahmen und sich begeistert durch Schlamm, Wasser oder über Kletterhindernisse kämpften“, stellte OK-Mitglied Natalie Brägger nach dem Rennen fest.

Viele Zuschauer
Nach Beendigung des Laufs konnten sich die Kids in einem Wasserbecken vorwaschen und anschliessend unter einer der 50 zur Verfügung stehenden Duschen von Schmutz und Schweiss befreien. Ergänzend zum XtremeRun ermöglichte ein Spielpark mit Kletterwand, Galgen und anderen beim Schulhaus weiteres Vergnügen für die Kinder. Die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer konnten sich entlang der Dorfstrasse und in den Verpflegungsposten auf dem Streckenabschnitt Gjücht mit Feinem vom Grill, mit Pommes Frites und Getränken verköstigen. Dort stand auch ein Aussichtsturm, der den Überblick auf einen grossen Teil der Strecke ermöglichte. Aufgrund der Regenfälle stellte das Helferteam auf der Spielwiese der Primarschule kurzfristig ein Festzelt mit integrierter Festwirtschaft auf. Dieses war in der Mittagspause und nach den Rennen sehr gut besetzt.

Anspruchsvoller Hindernislauf
Am Nachmittag waren die über 350 teilnehmenden Jugendlichen ab fünfzehn Jahren und die Erwachsenen gefordert. Sie konnten einzeln starten oder als Duo die Strecke aufteilen. Bei Gruppen ab vier Startenden kamen für die Rangierung die vier besten Resultate in die Wertung. Es waren zwei Runden von 5 km Länge und achtzehn Hindernisse zu bewältigen. Diese bedeuteten für die Läuferinnen und Läufer eine echte Herausforderung. Es ging über Rampen, Strohballen und Pneus, durch einen Wald von Pfählen, durch ein Spinnennetz, durch Schlammpfützen und Röhren und zum Schluss durch eine Wassermulde ins Ziel. „Der XtremeRun war ein megageiler Event, der uns richtig Spass machte. Schon zu Beginn des anspruchsvollen Rennens forderten uns spektakuläre Hindernisse wie das Schlammbad oder die Überquerung des Wasserfalls heraus“, sagte eine begeisterte Läuferin. Von vielen Seiten kamen anerkennende Lobesworte für die ausgezeichnete Organisation und die attraktive Strecken- und Hinderniswahl.

Auch Lenggenwiler auf dem Podest
Mit Spannung erwarteten die Teilnehmenden und die Zuschauer gegen Abend die Rangverkündigung. In der Einzelwertung liefen bei den Frauen Sandra Rechsteiner, Niederbüren, Seline Helfenberger, Arnegg und Sereina Lusti, Lütisburg auf‘s Podest. Bei den Männern erzielten Waldeab Mengsteab, Wittenbach Sven Lusti, Lütisburg und Hansueli Frei, Waldstatt die schnellsten Zeiten. In der Wertung „Duo“ siegten Silvan Schlauri/Ramon Hug, Gossau vor Silvan Keller/Janosch Wick, Andwil. Den 3. Rang belegten die Lenggenwiler Brüder Otmar und Pirmin Germann. Die Mannschaftswertung gewann das Team Schönengrund 1 mit Simon Buff, Andrin Wehrlin, Patrick Preisig, Elias Raschle vor JW/BR Wattwil 1 mit Fabian Egger, Fabio Wyrsch, Rico Wälle, Silvan Wyrsch. In dritten Rang folgt Lenggenwiler Fasnacht mit Diego Koller, Fabian Löhrer, Lars Kappeler, Severin Löhrer. Am Abend feierte die Jungwacht zusammen mit dem OK, den Teilnehmenden und vielen Gästen bei der XtremeRun Party ihren 40. Geburtstag. Die Partyband „Seerugge Feger“ sorgte für die musikalische Unterhaltung und Stimmung.

Ausführliche Ranglisten können unter xtremerun lenggenwil abgerufen werden.