An einem prächtigen Samstagvormittag im September reisten neun Yamatos in die Gegend, wo das Hornussen seinen Ursprung hat und mit Stolz und Können nach wie vor ausgeübt wird: ins Emmental. Dort, in Krauchthal, wurden sie von vier sympathischen Mitgliedern der Hornussergesellschaft Krauchthal-Hub, Urs Gutknecht, Marcel Streun, Peter Gerber und Marco Richard, herzlich empfangen und, nach einem Begrüssungskaffee, von Vorstandsmitglied und Routinier Urs Gutknecht in die Traditionen und Regeln jenes schweizerischen Nationalsports eingeführt, von dem die meisten Menschen ausserhalb des Mittellandes schon einmal etwas gehört, die wenigstens ihn jedoch schon einmal gespielt haben.

Wären in die Wertung gekommen

Dabei lernten die Yamatos, dass bei der Mannschaftssportart die Kunst darin besteht, dass die schlagende Mannschaft eine Kunststoffscheibe (den «Nouss») so weit wie möglich ins Spielfeld, das «Ries», befördern sollte. Die gegnerische Mannschaft versucht hingegen den Nouss so früh wie möglich, spätestens vor dem Auftreffen auf dem Spielfeld, mit einer flachen Abfangschaufel («Schindel») zu stoppen, oder wie der Profi sagt: «abzutun». Während Spitzenspieler die 78 Gramm schwere Hartplastikscheibe schon mal 370 Meter weit schlagen und beim Abschlag Geschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometern erreichen, buken die Yamatos deutlich kleinere Brötchen, galt es doch erst einmal überhaupt das Ding zu treffen … Immerhin schafften die Besten an die 140 Meter, was deutlich über den 100 Meter lag, die man den Nouss schlagen muss, damit er in einem Match überhaupt in die Wertung gelangt.

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Die Chemie zwischen den Vereinen stimmte

Auf jeden Fall machte dieser ungewöhnliche Sport, bei dem es beim Schlagen auf einen harmonischen Schwung, präzises Treffen, ein gutes Auge und einen ganz gezielten Krafteinsatz ankommt, allen riesig Spass. Da auch die Chemie zwischen den beiden Vereinen sowohl während des Spiels als auch danach – beim gemeinsamen Grillieren – stimmte, wurde bereits jetzt beschlossen, dass dies nicht der letzten Besuch des Schweizerischen-Japanischen Kulturverein Yamato im Emmental sein soll, wünschten sich doch etliche Mitglieder, dass man einmal einem echten Meisterschaftsmatch beiwohnen möchte.