Claudio Banculli, Geschäftsleiter beim ZAB, stellte eingangs der Vorstellung vom Dienstagvormittag klar, dass neben der Verbrennung von Abfällen die Verwertung vielfach zugelegt habe. Die Verminderung von Abfällen sei hingegen Sache der Produzenten und der Konsumenten. Während die Siedlungsabfälle mengenmässig kontinuierlich steigen, hätten die separat gesammelten Siedlungsabfälle im gleichen Zeitraum überproportional zugenommen. (siehe Grafiken)


Vermeiden, verringern, verwerten

Der sorgfältige Umgang mit Ressourcen – eine energie- und klimapolitische Forderung – gehört nach Bianculli heute zu den gesellschaftlichen Herausforderungen. Abfälle wie Metalle, Kunststoffe, Altpapier oder Altglas sind Rohstoffe und lassen sich mit Recycling zurück in den Stoffkreislauf führen. Andere Abfälle, die sich nicht für die Wiederverwertung eignen, können über die Verbrennung in Wärme und Strom umgewandelt werden.

Nach Bianculli will der ZAB über die Zusammenarbeit mit «Energietal toggenburg» mit Unterrichtsmodellen an Schulen Jugendliche im frühen Stadium für den Wert von Sekundärstoffen von Abfällen sensibilisieren. Es gehe speziell um die Bereiche Abfall, Recycling und Energie, nach dem Leitsatz «vermeiden, verringern, verwerten». Die Zusammenarbeit mit «Energietal toggenburg» ermögliche eine spielerische Einführung auf den bewussten Umgang mit Abfällen.

Wegbereiter für innovative Projekte

Patrizia Egloff, Geschäftsführerin bei «Energietal Toggenburg», wies auf die Zielsetzungen des Fördervereins hin, eine effiziente Energienutzung und die CO2-neutrale Energieproduktion. Unter den visionären Zielen stehe auch die «2000Watt-Gesellschaft» bis zum Jahr 2059.

Der Förderverein blickt nach Egloff bereits auf 10 Jahre aktive Tätigkeiten zurück. Schweizer Energie-Region sei das Leuchtturmprojekt, indem sie die Bevölkerung laufend für Energieprojekte sensibilisieren. Mit innovativen Projekten wollten sie auch überregional Wegbereiter sein für Investitionen,

 
Das Modell Dampfmaschine zur Sromerzeugung in Betrieb.

Zwei Unterrichtsmodelle

Hansueli Aebischer bei «energietal toggenburg» für die Schulungen zuständig, stellte die beiden Unterrichtsmodelle vor. Das erste Modul, die „Abfallwerkstatt“ für die 2. und 3. Primarklassen, knüpfe nah am Alltag der Kinder an. Die Jugendlichen setzten sich selbst einmal damit auseinander, was zu Hause alles im Abfall lande. Daraus lasse sich erkennen, wie sich durch Trennen Abfall vermeiden lasse. Der Plüsch-Globbi begleite den Unterricht und sensibilisiere als Leitfigur für den Wert von Abfällen als Rohstoffe.

Beim „Energielabor“, dem zweiten Modul für die 4. und 5. Primarklassen, bringt die Globi-Figur das Thema den Schülerinnen und Schülern erlebnisorientiert näher. Auf dieser Schulstufe könne mit interaktiven Experimenten gearbeitet werden, um die Umwandlung der Energieform verständlich zu machen. Labormässig stehen z.B. eine Dampfmaschine im Kleinformat zur Verfügung, um die Energiegewinnung durch Verbrennung verständlich zu machen. Aber auch für Sonnen- und Windenergie-Gewinnung stehen praktische Modelle zur Verfügung. Die Schulungsmodelle können in Schulzimmern oder auch beim ZAB unter Begleitung durch externe erfahrene Lehrpersonen durchgeführt werden. Bereits haben sich Schulen der Region wie Uzwil, Sirnach und Wattwil für das Angebot angemeldet. Das Angebot des ZAB erfolgt für die 35 Mitgliedgemeinden kostenlos.

Pädagogisch und methodisch erprobt

Seitens der pädagogischen Hochschule SG wies Erika Rufer darauf hin, dass die Unterrichtseinheiten „Abfallwerkstatt“ und „Energielabor“ in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Pädagogischen Hochschule St. Gallen erarbeitet und in verschiedenen Testklassen auf methodische und pädagogische Grundsätze überprüft wurden. Die beiden Module sind kompatibel mit dem Lehrplan 21 und werden ab Februar 2019 für die Schulen zur Verfügung stehen.