Es hat schon fast Tradition, dass der ZAB positive Zahlen präsentiert. So auch am Donnerstag-Vorabend im «Toggenburgerhof» in Kirchberg, wo es um das Budget für das Jahr 2019 ging. Bei einem Gesamtertrag von rund 35 Millionen Franken wird trotz fast vier Millionen Franken Abschreibungen ein Gewinn von 3,7 Millionen Franken erwartet. Dieser soll für die Bildung von Rücklagen für künftige Projekte verwendet werden. Das Budget basiert auf rund 145‘000 Tonnen Abfällen, die in den Thermischen Anlagen Bazenheid verarbeitet werden.

Zu grossen Diskussionen führten die Zahlen genau so wenig wie eine Ersatzwahl in den Verwaltungsrat. Nach sechsjähriger Tätigkeit trat die Gossauer Stadträtin Gaby Krapf zurück. Ersetzt wird sie durch Roland Hardegger, Gemeindepräsident von Zuzwil. Da dieser bisher Mitglied der Kontrollstelle war, wurde auch in der Kontrollkommission eine Ersatzwahl fällig. Einstimmig gewählt wurde Claudia Martin, Stadträtin von Gossau.

Post inside
Zuzwils Gemeindepräsident Roland Hardegger wurde in den Verwaltungsrat des ZAB gewählt.


Auf dem Weg zum Düngerproduzenten

In einem weiteren Traktandum ging es um die geplante Phosphor-Gewinnung. Da die aus der Schlammverbrennungsanlage des ZAB anfallende Asche phosphorhaltig ist, drängt sich eine weitergehende Nutzung dieser Asche auf. Der ZAB ist bestrebt, den in der Asche enthaltenen Phosphor in Form von Dünger wieder in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen. Die technische und wirtschaftliche Machbarkeit für die Rückgewinnung und Veredelung des Phosphors am Standort Bazenheid ist mittlerweile nachgewiesen und entsprechende Gespräche mit Behörden sowie möglichen Partnern und Abnehmern der Düngerprodukte sind im Gang. Bis im Herbst 2019 wird es darum gehen, ein entsprechendes Bauprojekt in Bazenheid für die Düngerproduktion auszuarbeiten. Die Realisierung ist für die Jahre 2020 bis 2022 geplant.

Post inside
Der Phosphor soll in Form von Dünger wieder in den natürlichen Kreislauf gebracht werden.


Der ZAB macht Schule

Zudem wurden zusammen mit dem Verein „Energietal Toggenburg“ in den vergangenen Monaten zwei neue Unterrichtsangebote für Primarschulen erarbeitet. Die neuen Angebote für die Primarschulen werden im Einzugsgebiet des ZAB angeboten und durch den ZAB finanziert. Die Lehrkräfte, welche den Abfall- und Energieunterricht in den Schulen durchführen, werden durch das Energietal Toggenburg ausgebildet.

Im Zentrum stehen eine „Abfallwerkstatt“ für die 2./3. Klasse sowie ein Modul „Energielabor“ für die 4./5. Klasse. Abfälle sind Rohstoffe. Metalle, Kunststoffe oder Altglas können mithilfe von Recycling in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Stoffe, die sich nicht für die Wiederverwertung eignen, lassen sich über die Verbrennung in Wärme und Strom umwandeln. Diese Themen bringen das Energietal Toggenburg sowie ZAB mit Experimenten und Spielen in die Schule. Die beiden Module sind abgestimmt auf den Lehrplan 21 und befinden sich in einer Testphase. Sie werden ab dem Frühjahr 2019 für die Schulen zur Verfügung stehen. (pd/sdu)