Die Idee, einen Zirkuswagen zu bauen, kam Michael Oggenfuss im Zusammenhang mit seiner Tochter Amelie, die ihre Ausbildung an der Accademia Dimitri in Verscio begann.

Das bald endgültig fertiggestellte Gefährt Marke Eigenbau möchte er gerne vermieten oder verkaufen. «Es eignet sich für alles mögliche, als Therapiezimmer, für Bed-and-Breakfast, als Raum für schulische Nutzung.» Dies sind nur einige Verwendungszwecke, die der 53-Jährige aufzählt.

Handwerkliches Projekt

Gebaut hat er den Wagen im Rahmen einer Intensivweiterbildung als Lehrer. Nach 15 Jahren im Schuldienst, steht Lehrpersonen im Kanton St. Gallen ein dreimonatiger Bildungsurlaub zu. 

Es können beispielsweise Kurse an der Pädagogischen Hochschule besucht oder auch in einem gewerblichen Betrieb Praxiserfahrung gesammelt werden. Da Michael Oggenfuss an der Oberstufe in Bronschhofen auch Werken unterrichtet, war für ihn ein handwerkliches Projekt naheliegend.

Im vergangenen Sommer mietete er im Holzlabor Winterthur einen Arbeitsplatz, verbunden mit fachlicher Beratung nach Bedarf.

Holz aus der Region

«Mir war es wichtig, beim Wagenbau auf Ökologie und auf Nachhaltigkeit zu achten», betont der Vater zweier erwachsener Töchter. Dies zeigte sich beispielsweise bei der Wahl des Holzes, das aus der Region stammt.

Als Chassis verwendete er den Unterbau eines ehemaligen landwirtschaftlichen Wagens, das der handwerklich begabte zerlegte und gründlich überholte.

Licht und Bühne für Jugendliche

Neben seinem 75 Prozent-Pensum als Lehrer, widmet sich Michael Oggenfuss dem Bühnenbildbau und dem Lichtdesign im Wiler Momoll Jugendtheater. Im Jahresrhythmus studiert es Stücke ein, seine Lebenspartnerin Claudia Rüegsegger führt dabei Regie. Die nächsten Aufführungen sind im kommenden Frühjahr geplant.

Bei den Bauten für die Bühnenbilder wird aus ökologischen Gründen möglichst wenig Abfall produziert. «Bei der letzten Inszenierung verwendeten wir Baumstämme aus dem Wald der Ortsbürger Wil, das wir nach dem Ende der Aufführungen zurückgeben konnten», erzählt der Kreative.

Arbeitsplatz hinter der Bühne

Vor seinem Einstieg in den Schuldienst arbeitete Michael Oggenfuss während zwölf Jahren als freischaffender Bühnenbildner und Lichtdesigner für Ensembles wie Theater Kanton Zürich, Theater Sgaramusch, Zuger Spiillüt, Bühni Wyfelde und weitere mehr.

Zur Welt des Theaters fand er während seiner Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule als er als Laie im Sommertheater Schaffhausen mitspielte: «Ich merkte damals bald, dass mich die Aufgaben hinter der Bühne mehr interessieren, als selber Rollen zu spielen», erzählt er schmunzelnd.