223 Angehörige des Zivilschutzes Hinterthurgau (HTG) leisteten vergangene Woche an diversen Standorten ihren Wiederholungskurs, dies zum letzten Mal im Rahmen der bisherigen Zivilschutzorganisation.Ab 1. Januar 2018 wird die Zivilschutzregion Hinterthurgau, welcher heute die Gemeinden Bichelsee-Balterswil, Eschlikon, Fischingen, Münchwilen, Sirnach und Wängi angehören, mit Aadorf, Bettwiesen, Lommis und Tobel-Tägerschen ergänzt. Die Neuorganisation erfolgt im Rahmen eines regierungsrätlichen Beschlusses vom November 2014. Vom Dienstag, 6. bis am Freitag, 9. Juni gelangte deshalb zum letzten Mal ein WK in der bisherigen Zusammensetzung zur Durchführung.

Abschied von Bucher und Schenk
Für Kommandant Andreas Bucher und seinen Stellvertreter Reto Schenk war es die letzte grosse Übung, die sie zu verantworten hatten. «Der Abschluss-WK ist gelungen», freute sich am Freitagabend Andreas Bucher. Total 223 Angehörige des Zivilschutzes (AdZs) standen im Minimum während zwei Tagen im Einsatz.

Andreas Bucher sprach ein Lob aus: «Die Kader haben sehr gute Arbeit geleistet und auch mit der Motivation und dem Einsatz der Truppe war ich zufrieden. Die Ziele sind erreicht worden und wir hatten keine Unfälle zu verzeichnen. Letzteres war mir in meiner Amtszeit als Kommandant immer das Wichtigste. Ich kann zum Abschluss deshalb eine positive Gesamtbilanz ziehen.»

Betreuer und Pioniere
In den Genuss eines überaus spannenden und lehrreichen Referates kamen die über 40 Betreuer. Psychotherapeutin Anna Sieber-Ratti vom Institut für Angewandte Psychologie an der Zürcher Hochschule leitete die Männer ins Thema «Psychologische Betreuung» ein. Für diese Truppengattung ein überaus realitätsnahe Schulung, denn der Umgang mit Betroffenen eines Unglücks ist oft schwierig und ein wohlüberlegtes professionelles Vorgehen überaus wichtig.

Aufgeteilt in zwei je gut 50 Mann starke Gruppen leisteten die Pioniere ihren Dienst. Ein Tag war dabei für die Ausbildung an den diversen leichteren und schwereren Gerätschaften reserviert. Die intensive Schulung gelangte innerhalb eines anspruchsvollen Postenlaufes auf dem Übungsgelände des Ausbildungszentrums Galgenholz in Frauenfeld zur Durchführung. An den restlichen Tagen standen praktische Arbeiten im Dienste der Öffentlichkeit auf dem Programm. In Fischingen mussten diverse Sanierungsarbeiten an der Finnenbahn erledigt und in Oberwangen Kalkkegel am Rande des Skilifthanges abgetragen werden.

An einem Naturschutzweiher in Balterswil erstellten die Pioniere eine Abflussleitung für die regelmässig notwendige Reinigung dieses Gewässers und sie ersetzten ein ins Alter gekommenes Ruhebänkli. Ausbesserungsarbeiten an Wanderwegen und der Abbruch diverser Wildzäune im Auftrag des Forstwartreviers in der Gemeinde Wilen rundeten die vielfältigen Aufgaben

Führungsunterstützung, Kulturgüterschutz, Logistik
Die gut 40 AdZs der Führungsunterstützung übten sich in Eschlikon im Leitungsbau, frischten ihre Funkkenntnisse auf und beschäftigen sich in der Zivilschutzanlage Bächelacker mit dem Betrieb eines Kommandopostens. Die kleine Gruppe des Kulturgüterschutzes vervollständigte die Kompetenzmatrix.

In einer Datenbank wird jeder einzelne Schutzdienstleistende mit seinen speziellen Fähigkeiten und absolvierten Schulungen erfasst. Dieses wichtige Führungsinstrument gelangt im Ernstfall zum Einsatz. Die Verantwortlichen gewinnen damit innert kürzester Zeit eine Übersicht über die Kompetenzen der zur Verfügung stehenden Mannschaft, was einerseits die Sicherheit erhöht und andererseits eine hohe Gewähr dafür bietet, dass jeder Mann am richtigen Ort eingesetzt wird.

Sehr gute Arbeit leistete auch die Logistiktruppe. Die Transporte an die Arbeitsplätze funktionierten und was für die Moral der Truppe überaus wichtig ist, die motivierte Küchenmannschaft sorgte für ausgezeichnet schmeckende und reichhaltige Verpflegung während der WK-Tage.