Dieser Wiler Auftritt der ersten Stunde wirft Fragen auf. Dass sie es gegen einen äusserst bescheidenen Gegner wie Chiasso fertigbrachten, in Rückstand zu geraten, war ein starkes Stück. Das ging einher mit der Verlängerung von Negativ-Serien. Auch im achten Pflichtspiel glückte es den Wilern nicht, vor der 57. Spielminute einen Treffer zu erzielen. In eben diesem achten Pflichtspiel schafften sie es auch nicht, mal das erste Tor der Partie zu machen.

So war es Chiasso vorbehalten, zum ersten Mal in dieser Saison in Führung zu gehen. Es lief noch eine frühe Phase der zweiten Halbzeit, als Wils Malik Talabidi im eigenen Strafraum ein Foul an Routinier Stephan Andrist beging. Sofian Bahloul versenkte den fälligen Penalty sicher. Erst jetzt erwachten die Wiler. Erst jetzt kamen sie auf Betriebstemperatur und setzten die Gastgeber unter Druck. Erst jetzt wurden die Äbtestädter ihrer Favoritenrolle zunehmend gerecht. So war es auch verdient, als Noah Jones eine Viertelstunde vor Schluss mit einem schönen Schlenzer ins lange Eck ausglich. Der FC Wil hat in den vergangenen fünf Partien nur gerade zwei Tore erzielt. Beide Male durfte sich Jones gratulieren lassen – jeweils als Einwechselspieler.

Die erste Halbzeit erneut «ausgelassen»

Auch wenn die Wiler danach auf den Siegtreffer drückten: Ein Vollerfolg wäre ein zu guter Lohn gewesen für einen über weite Strecken uninspirierten, fahrigen Auftritt, der phasenweise auch lustlos wirkte. Die Mannschaft blieb den Beweis zu lange schuldig, in einem «unangenehmen» Spiel Beisser-Qualitäten an den Tag legen zu können. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison liessen die Wiler die erste Halbzeit nahezu ungenutzt verstreichen. Unschöner Schlusspunkt war dann in der Nachspielzeit, als Stürmer Samuel Ballet seine bereits fünfte Verwarnung im siebten Saisonspiel erhielt. Da es seine zweite in diesem Spiel war, ging für ihn die Partie zwei Minuten früher als geplant zu Ende.

Eine Niederlage wäre aufgrund der Leistungssteigerung nach dem Gegentor aber ein zu hartes Verdikt gewesen. Auch der Auftritt der Chiassesi hätte nicht deren ersten Saisonsieg gerechtfertigt. Zwar haben die Tessiner ein 36-Mann-Kader, wovon es die Hälfte jeweils nicht aufs Matchblatt schafft. Die Qualität ist aber eines abgeschlagenen Tabellenletzten würdig. Genau das ist der Punkt, warum das Remis im Riva IV aus Wiler Sicht eine gefühlte Niederlage war.

Für beide kein guter Punkt

Immer wieder stolpern die Wiler in der jüngeren Vergangenheit über die schwachen Tessiner – und verhalfen ihnen vorletzte Saison gar zum Ligaerhalt. Keine der vergangenen vier direkten Vergleiche mit dem FC Chiasso konnte der FC Wil gewinnen. Dieses Mal löste die Punkteteilung auf beiden Seiten mehr Frust als Glücksgefühle aus. Die Tessiner haben es verpasst, mit dem ersten Saisonsieg den Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz auf vier Punkte zu verringern. Die Wiler machten spielerisch einen Rückschritt zu den vorangehenden Partien. Zum ersten Mal war zu sagen, dass das nötige Feuer zu wenig gelodert hat.

Mit dem fünften sieglosen Spiel in Folge sind die Äbtestädter auf den vorletzten Platz der Tabelle abgerutscht. Immerhin verhinderte Jones’ Ausgleich, dass die Äbtestädter vom Abstiegsstrudel erfasst wurden. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gewünschte Entwicklung in den vergangenen Partien alles andere als nach Plan verläuft. Ein Befreiungsschlag ist nötig, am besten schon am Dienstag im Heimspiel gegen den FC Schaffhausen.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 7. Runde:
Chiasso - Wil 1:1
Schaffhausen - Kriens 3:1
Thun - Aarau 1:0
Stade Lausanne-Ouchy - Grasshoppers 1:2
Xamax - Winterthur verschoben

FC Chiasso – FC Wil 1900 1:1 (0:0)

Riva IV: 50 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Gianforte.

Tore: 50. Bahloul (Foulpenalty) 1:0. 75. Jones 1:1.

FC Chiasso: Safarikas; Morganella, Magnin, Affolter (27. Hajrizi), Conus; Maccoppi; Da Silva, Stevic (60. Malula); Andrist (79. Dixon), Sifneos, Bahloul (79. Tonelli).

FC Wil 1900: Köhn; Talabidi, Izmirlioglu, Sauter, Kronig; Muntwiler, Kamber (60. Krasniqi); Brahimi (80. Camara), Fazliu, Haile-Selassie (46. Jones); Ballet.

Bemerkungen: Chiasso ohne Zulic, Clément, Amendola (verletzt), Jacot, D’Ippolito, Almeida, Strechie, Pasquarelli, Berzati, Stabile, Gamarra, Martorana, Keller, Ronchetti, Fernando, Sörensen, Maurin und Zahaj (nicht im Aufgebot). Wil ohne Klein, De Mol, Schäppi, Mayer, Ndau, Ismaili, Zumberi (verletzt), Paunescu und Blasucci (nicht im Aufgebot). – Annullierter Treffer: 90. Camara (Offside). – Platzverweis: 92. Ballet (zweite Verwarnung für Foul). – Verwarnungen: 38. Stevic (Foul). 39. Fazliu (Foul). 50. Talabidi (Foul, im nächsten Spiel gesperrt), 61. Muntwiler (Foul). 71. Sauter (Fou). 73. Ballet (Foul). 79. Sifneos (Foul). 89. Tonelli (Foul).

Rangliste:
1. Grasshoppers 7/15. 2. Stade Lausanne-Ouchy 7/12. 3. Winterthur 5/10. 4. Schaffhausen 7/10. 5. Thun 7/10. 6. Aarau 7/10. 7. Kriens 7/9. 8. Xamax 6/9. 9. Wil 7/8. 10. Chiasso 6/1.

Nächste Spiele (8. Runde):
Montag, 2. November: Grasshoppers - Thun (20.00 Uhr).
Dienstag, 3. November: Aarau - Kriens (19.30 Uhr), Chiasso - Xamax (19.30 Uhr), Wil - Schaffhausen (20.00 Uhr).
Verschoben: Winterthur - Stade Lausanne-Ouchy.

Im Video: Alex Frei zum Remis in Chiasso

 

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Der Liveticker:

Ich bedanke mich für das Interesse an diese Liveticker und wünsche eine gute Rest-Woche. Bleiben Sie gesund – und munter. Bis bald auf hallowil.ch.

Die Englische Woche geht am kommenden Dienstag weiter. Dann empfängt der FC Wil ab 20.00 Uhr im heimischen Bergholz den FC Schaffhausen. Auch dieses Spiel können Sie im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgen.

Schlussfazit: Der FC Wil kann selbst beim abgeschlagenen Schlusslicht FC Chiasso nicht gewinnen und überlässt den Tessinern den ersten Punkt der Saison. Zu lange finden die Wiler nicht ins Spiel. Erst der Penalty-Gegentreffer weckt sie. Aufgrund der Leistungssteigerung danach ist der Ausgleich verdient, mehr aber auch nicht. Damit sind die Wiler nun schon seit fünf Partien ohne Sieg und haben in dieser Zeit nur zwei Tore erzielt - beide durch Einwechselspieler Jones. Alles in allem war es aber zu wenig, was die Wiler zeigten.

Schlusspfiff im Riva IV: Der FC Chiasso und der FC Wil trennen sich 1:1.

93. Minute: Die offizielle Zuschauerzahl beträgt dann doch 50.

92. Minute: Gelb-Rote Karte für Wils Ballet. Wieder ein Foul in der Chiassos-Platzhälfte. Somit hat der Stürmer in sieben Spielen schon fünf Verwarnungen kassiert.

90. Minute: Vier Minuten werden mindestens nachgespielt.

90. Minute: Tatsächlich drückt Camara den Ball über die Linie und die Wiler jubeln. Doch es wird Offside gepfiffen. Der Treffer zählt nicht.

89. Minute: Weitere Verwarnung für einen Chiassesi: Tonelli sieht Gelb nach einem Foul an Jones. Freistoss für Wil von rechts aussen im Chiasso-Halbfeld.

88. Minute: Da wollen die Tessiner einen Handspenalty. Aber wieder bleibt die Pfeife stumm.

88. Minute: Eckball Chiasso ...

87. Minute: Aber halt weiterhin auch einige Ungenauigkeiten bei den Wilern.

86. Minute: Plötzlich läuft der Ball besser bei den Gästen. Interessant: Chiasso scheint zufrieden, wenn es den ersten Punkt der Saison gibt. Dass damit der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz kaum kleiner wird, scheint nicht so eine Rolle zu spielen. Wahrscheinlicher ist: Die Gastgeber sind platt und können nicht mehr leisten.

84. Minute: Die Wiler drücken nun. Reicht das noch für den Siegtreffer?

82. Minute: Aber Chiasso kann zwei Wellen klären.

82. Minute: Corner Wil ...

80. Minute: Eine Aktion später wechselt auch der FC Wil: Camara kommt Brahimi. Der FC Wil nun mit zwei Stürmern. Die wollen den Sieg.

80. Minute: Doppelwechsel bei Chiasso: Bahloul macht Platz für Tonelli. Und Andrist hat auch Feierabend. Er wird durch Dixon ersetzt.

79. Minute: Gelb für Sifneos nach einer offenen Sohle gegen Kronig. Auch das ist unnötig und gibt völlig zurecht Gelb.

78. Minute: Die Wiler wollen gleich nachzulegen - und monieren ein Hands im Chiasso-Strafraum. Schwierig zu beurteilen von der Tribüne aus. Ein Pfiff von Schiedsrichter Gianforte ertönt nicht.

75. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Jones zum 1:1-Ausgleich. Das war schön gemacht. Eine Flanke von Muntwiler kann die Chiasso-Abwehr nur ungenügend klären. Der Ball kommt zu Jones, der den Ball schön über Goalie Safarikas ins lange Eck hebt. Zweiter Saisontreffer von Jones. Oder anders formuliert. In den letzten gut sieben Stunden hat "nur" Jones beim FC Wil getroffen.

73. Minute: Schon wieder eine Verwarnung für einen Wiler. Wiederum in der Platzhälfte Chiassos. Es trifft Ballet. Wie Talabidi ist auch er gesperrt gegen Schaffhausen wegen vier Verwarnungen. Das ist dann doch erstaunlich: Der Wiler Stürmer ist nach der siebten Runde gelb-gesperrt.

71. Minute: Nächste Verwarnung für einen Wiler: Sauter, der am Ball war, verliert diesen und foult sogleich Da Silva. Auch das unnötig, aber irgendwie typisch.

69. Minute: Chiasso zieht sich jetzt zurück. Dann aber Krasniqi mit einem Energie-Anfall. Er lässt gleich mehrere Chiassesi aussteigen - und will dann auch noch Goalie Safarikas umspielen. Doch das ist dann der eine Mann zu viel. Der folgene Corner bringt nichts ein. Aber das war nun mal eine Top-Chance. Gerne mehr davon.

68. Minute: "Was isch los?" fragt sich Wils Trainer Frei enerviert nach dem nächsten Fehlpass. Die Antwort ist einfach. Viel zu wenig ist los.

66. Minute: Das ganze wirkt auch ziemlich lustlos. Wie hier bei Ballet: Da sieht es auf der linken Seite mal gut aus. Doch der Wiler Stürmer bleibt gar leicht am Gegner hängen.

65. Minute: Allzu viel kommt auch jetzt nicht von den Wilern. Die Fehlpass-Quote ist weiterhin hoch. Zu hoch.

63. Minute: In den letzten über sieben Stunden Fussball mit dem FC Wil erzielte dieser einen einzigen Treffer - nach einem Corner.

62. Minute: "Wir wollen und müssen in Chiasso gewinnen", hatte Wils Trainer Frei am Tag vor dem Spiel gesagt. Tja ...

61. Minute: Muntwiler sieht Gelb. Er spielt zwar mit viel Einsatz den Ball. Aber auch Andrist.

60. Minute: Beide Teams wechseln: Bei Wil kommt Krasniqi für Kamber. Bei Chiasso ist Malula neu auf dem Feld für Stevic.

59. Minute: Sie versuchen es mit einer Variante. Ballet leget leicht quer auf Fazliu. Dieser zwar durch die Mauer hindurch. Aber Goalie Safarikas ist da.

58. Minute: Jetzt aber eine gute Freistoss-Chance für Wil: Freistoss aus halblinker Position, rund 18 Meter Entfernung. 

58. Minute: Mit diesem unkonzentriert geschlagenen Wiler Corner von Fazliu steht fest: Die Wiler treffen auch in diesem Spiel nicht vor der 57. Minute. 

56. Minute: Nun ist eine Reaktion gefragt der Wiler. Sie versuchen es. Doch ein Abschluss von Jones wird geblockt.

54. Minute: Und das ist nicht mal unverdient. Damit wir uns richtig verstehen: Chiasso ist ein äusserst bescheidener Widersacher.

50. Minute: TOOOOOR für den FC Chiasso durch Bahloul per Foulpenalty zum 1:0. Der Schütze verlädt den Goalie und trifft sicher. Somit bringt es der FC Wil auch im achten Pflichtspiel der Saison nicht fertig, mal das erste Tor des Spiels zu erzielen. Mager, mager.

50. Minute: Talabidi sieht noch Gelb und ist somit im nächsten Spiel gegen Schaffhausen gesperrt, da es schon seine vierte Verwarnung dieser Saison ist.

50. Minute: Penalty für Chiasso. Talabidi foult Andrist.

49. Minute: Da müsste Chiasso eigentlich in Führung gehen. Eine einzige Körpertäuschung genügt Sifneos, um ganz alleine vor Köhn zu stehen. Doch dieser hält sackstark.

46. Minute: Und wie das hier losgeht: Mit einem Fehl-Anspiel Chiassos. Acht Spieler stehen beim Anspiel auf der Mittellinie. Einige von ihnen laufen zu früh in des Gegners Hälfte. Somit hatte Wil in diesem Spiel so quasi zweimal Anspiel. Wahnsinn. So etwas habe ich noch nie gesehen.

46. Minute: Wil wechselt ein erstes Mal: Jones kommt für Haile-Selassie.

46. Minute: Es geht los ...

Die Mannschaften kommen aufs Feld zurück. Schaffen die Wiler einen ersten Treffer dieser Saison vor der 57. Minute? Dort liegt die Marke, aufgestellt in Runde 2 im Heimspiel gegen Thun.

Pausenfazit: Und der Vollmond steht in seiner vollen Pracht am Himmelszelt. Viel mehr Positives gibt es aus dieser ersten Halbzeit nicht zu berichten. Es ist ein müder Kick. Auch im achten Pflichtspiel der Saison gelingt dem FC Wil kein Tor vor der Pause. Und das selbst gegen einen äusserst bescheidenen FC Chiasso. In den letzten viereinhalb Spielen haben die Äbtestädter genau ein Tor erzielt. Das sind 405 Minuten Fussball. Die Wiler tun sich sehr schwer, in die Gänge zu kommen. Kaum zusammenhängende Aktionen. Chiasso hatte 57 Prozent Ballbesitz. Alex Frei, bitte dich selbst einwechseln, ist man geneigt zu schreiben.

Pausenpfiff im Riva IV: Zwischen dem FC Chiasso und dem FC Wil fallen in der ersten Halbzeit keine Tore.

45.+1. Minute: Conus narrt da gleich mehrere Wiler und legt dann zu Stevic rüber. Der schliesst von der Strafraumgrenze ab. Aber am Tor vorbei.

45. Minute: Eine Minute Nachspielzeit wird angezeigt.

44. Minute: Schaffen es die Wiler auch in Chiasso nicht, ein Tor vor der Pause zu erzielen? Darauf warten die Äbtestädter in dieser Saison ja noch. Und es ist heute immerhin schon das achte Pflichtspiel.

41. Minute: Wil schenkt Chiasso eine Chance: Fazliu mit einem haarsträubenden Rückpass. Ein ähnlicher hatte im letzten Auswärtspiel gegen Xamax zu einem Gegentor geführt. Doch Chiasso hat nicht die gleiche Qualität wie die damals bescheidenen Neuenburger. Andrist mit einem zu unplatzierten Abschluss auf Köhn.

39. Minute: Apropos unnötige Verwarnung: Das trifft auch auf die gelbe Karte gegen Fazliu zu. Auch er in des Gegners Platzhälfte. Für ein Foul.

38. Minute: Erste Verwarnung des Spiels: Stevic setzt den Ellenbogen in das Gesicht von Rahimi. Klare gelbe Karte. Und völlig unnötig, in der Platzhälfte der Tessiner.

34. Minute: Soeben musste Chiasso sein zweites Foul begehen in diesem Spiel. Nach über einer halben Stunde. Das sagt auch einiges.

34. Minute: Und gleich nochmals Wil: Kamber von der Strafraumgrenze aus. Ganz knapp rechts vorbei. Das war jetzt wirklich eng.

33. Minute: Und dann tatsächlich mal die Wiler: Steilpass auf rechts. Talabidi flankt zur Mitte. Ballet rutscht zentral vor dem Tor am Ball vorbei.

33. Minute: Da muss Frei richtig laut werden an der Seitenlinie. Er sieht ... einfach gar nichts von seinem Team.

29. Minute: Dass das hier nichts Schönes wird, war zu erwarten. Etwas mehr hätte man sich von den Wilern aber schon erhofft in der ersten halben Stunde. Man kann sich hier getrost dem Vollmond widmen, der hinter der Gegentribüne soeben aufgegangen ist. Schön.

27. Minute: Chiasso muss ein erstes Mal wechseln: Routinier Affolter muss verletzt raus. Er hält sich den Oberschenkel. Hajrizi kommt. Bitte rfür die Gastgeber

24. Minute: Die Wiler sind nun etwas aktiver geworden. Aber immer noch ein gutes Stück davon entfernt, überlegen zu sein.

20. Minute: Nach der ersten Wiler Chance in der 20. Sekunde gibt es nun den zweiten Abschluss in der 20. Minute. Brahimi schliesst vom Strafraumrand aus ab. Doch zu unplatziert. Kein Problem für Goalie Safarikas.

17. Minute: Chiasso macht das Spiel. Die Wiler haben den Zugriff auf die Partie noch nicht gefunden. Ein Abschluss von Chiassos Da Silva geht aber weit am Tor vorbei. Wirklich gefährlich sind die Tessiner auch noch nicht.

14. Minute: Wils Trainer Alex Frei schickt schon mal zwei Offensivspieler zum Aufwärmen. Jones und Camara. Tja, Wiler Offensivaktionen haben wir seit der 20. Sekunde des Spiels nicht mehr gesehen. Das gefällt dem besten Torschützen der Schweizer Nationalmannschaft aller Zeiten scheinbar nicht.

12. Minute: Die Wiler leisten sich viele kleine Fouls in der neutralen Zone. Nicht, dass die Gäste damit Gefahr erzeugen würden. Aber die Wiler kommen so natürlich nicht ins Spiel.

10. Minute: Eine erste Ecke für Chiasso: Aber die wird direkt auf Goalie Köhn gezogen. Der hat den ersten Ball sicher.

7. Minute: Chiasso in dieser Startphase mit mehr Ballbesitz. Wil ist auf Gegenstösse bedacht. Diese gab es bisher aber nicht.

4. Minute: Es herrscht übrigens etwas Stimmung bei diesem Geisterspiel. Fünf Chiasso-Fans haben sich auf dem Dach eines Trafo-Hauschens direkt hinter dem Stadion postiert und mach lautstark Stimmung. Somit ist hier eigentlich alles in gewohntem Rahmen ...

1. Minute: Die Wiler legen gleich forsch los. Ballet führt das Anspiel aus. Rund 20 Sekunden später kommt er im Strafraum zum Abschluss. Aus rund sechs Metern trifft er Goalie Safarikas. So kann es weitergehen.

1. Minute: Das Spiel läuft ...

Die Mannschaften laufen auf. Selbstverständlich getrennt. Chiasso im gewohnten blau-rot, die Wiler in schnee-weiss. Viel Spass mit diesem Geisterspiel am Halloween-Abend.

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Noch mehr leere Sitze als sonst: Geisterspiel im Riva IV zu Chiasso.

Geleitet wird das Spiel von Nico Gianforte aus dem Hinterthurgau.

Chiasso-Trainer Baldo Raineri lässt in einem 4-1-2-3-System mit dem griechischen Goalie Safarikas beginnen. Die Abwehr bilden von rechts nach links Morganella, Magnin, Affolter und Conus. Davor spielt Maccoppi. Noch etwas offensiver im Mittelfeld sind Da Silva (rechts) und Stevic. Die Stürmer heissen von rechts nach links Captain Andrist, Sifneos und Bahloul. Das Bemerkenswerte bei Chiasso: Bei den "Abwesenden" sind 18 Spieler gelistet. Also gleich viele Spieler, wie auf dem Matchblatt sind. Das 36-Mann-Kader lässt grüssen. Oder haben die sich auf einen Corona-Fall vorbereitet? Falls die 18 Spieler des heutigen Abends in Quarantäne müssen, sind immer noch 18 Spieler einsatzfähig.

Kommen wir nun zu den Mannschaftsaufstellungen. Die Wiler beginnen im gewohnten 4-2-3-1-System mit Köhn im Tor. Die Verteidigung bilden von rechts her gesehen Talabidi, Izmirlioglu, Sauter und Kronig. Im defensiven Mittelfeld laufen Captain Muntwiler (rechts) und Kamber auf. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts nach links Brahimi, Fazliu und Haile-Selassie. Solo-Sturmspitze ist Ballet. Einzige Änderung im Vergleich mit dem 0:0 vor Wochenfrist gegen Stade Lausanne-Ouchy: Kamber ersetzt im defensiven Mittelfeld Krasniqi. Verletzt sind Klein, Schäppi, Mayer, Ismaili, Ndau und Zumberi.

Zudem ist an diesem dunkler werdenden Halloween-Vorabend zu fragen: Für wen gibt es Süsses? Für wen Saures? Und wer fängt ein faules Ei? Zudem ist auch noch Vollmond heute. Da kommt also einiges zusammen.

Blickt man auf die Rangliste, so ist es ein Krisengipfel. Der Letzte empfängt den Vorletzten. Die Wiler haben aus den vergangenen vier Spielen bei einem erzielten Tor nur einen Punkt geholt. Das ist aber immerhin ein Zähler mehr als der FC Chiasso, der in der ganzen Saison noch auf einen Punktgewinn wartet. Wils Trainer Alex Frei fordert von seinem Team unmissverständlich einen Sieg (siehe Vorschau-Text unten). Wird dieser Vollerfolg Realität, machen die Wiler in der Tabelle einen Sprung in die obere Hälfte, im besten Fall gar auf Platz drei. Verlieren die Äbtestädter allerdings, sind sie nur noch einen Verlustpunkt vor dem Abstiegsplatz. Definitiv ein wegweisendes Spiel also.

Ja, es wird gespielt. Das ist dieser Tage schon allerhand. Herzlich willkommen aus dem Stadio Riva IV im Tessin zum Spiel der 7. Runde in der Challenge League zwischen dem FC Chiasso und dem FC Wil. Simon Dudle ist in den Süden gereist und tickert durch den Vorabend. Es ist ein vollständiges «Geisterspiel», da der FC Chiasso entschieden hat, auf die 50 gestatteten Zuschauer zu verzichten und ohne Publikum anzutreten.

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Die Vorschau:

Praktisch alles ist anders im Jahr 2020 – auch im Profifussball. Womöglich für längere Zeit wird es in den höchsten beiden Ligen nur noch Spiele mit höchstens 50 Zuschauern geben. Der FC Chiasso, Wils nächster Gegner, hat gar entschieden, das Heimspiel gegen die Äbtestädter ganz ohne Publikum auszutragen. Nicht einmal für die Verantwortlichen der Gäste-Mannschaft gibt es, wie sonst gewohnt, ein Kontingent an Tickets.

Eines hat sich aber nicht geändert: Der FC Chiasso grüsst abgeschlagen vom Tabellenende. Waren es am Ende der vergangenen Saison neun Punkte Abstand auf den Vorletzten, so sind es nach fünf Partien der Chiassesi in der neuen Spielezeit bereits wieder sieben Zähler Differenz. Nachdem letzte Saison der Abstieg nur verhindert wurde, weil es aufgrund der Corona-Situation und dem Meisterschafts-Abbruch in der Promotion League keinen Absteiger gab, müssen die Tessiner in dieser Saison voraussichtlich auf sportlichem Weg den Ligarehalt sicherstellen. Die rote Laterne steht allerdings weiterhin gut einzementiert im Stadio Riva IV. In den ersten fünf Saisonspielen holte Chiasso keinen Punkt, erzielte erst vier Tore, kassierte dafür schon fünfzehn Treffer. Kein anderes Team der Liga erzielt weniger Tore, keine andere Mannschaft kassiert mehr.

Andrist und Affolter als Aushängeschilder

Zum ersten Mal in dieser Saison treten die Wiler, die sich gegen Chiasso in jüngerer Vergangenheit erstaunlich viele Fehltritte geleistet haben, als Favorit an. Oder um es in den Worten von Trainer Alex Frei zu formulieren: «Es ist das erste Mal, dass ich den Spielern Druck auferlege. Wir wollen und müssen in Chiasso gewinnen.» Das Problem aus Wiler Sicht könnte sein, dass die Aufgabe nicht über das spielerische Element zu lösen sein dürfte. Also wird es wenig bringen, wie in den vergangenen Spielen den Ball schön und meist torlos durch die eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Es wird sich im Tessin zeigen, ob die technisch versierte Wiler Mannschaft genügend Beisser-Qualitäten hat, um auf einem holprigen Geläuf auch über den Kampf zu reüssieren. «Ich rechne mit einem hohen Rasen und allen möglichen Mätzchen», sagt Frei.

Kommt dazu, dass der FC Chiasso zwar abgeschlagen am Tabellenende liegt und im Prinzip noch auf den Saisonstart wartet, aber doch schon gezeigt hat, was möglich ist. Im Cup wurde der FC Zürich aus der Super League eliminiert. Zudem stehen mit Stephan Andrist und François Affolter zwei Routiniers im 36-Mann-Kader (!), die es in der Schweizer Nationalmannschaft beide mindestens bis auf Stufe U21 geschafft haben. Affolter spielte gar fünfmal in der A-Nati. Mit beiden hat Wils Trainer Alex Frei als Aktiver zusammengespielt. Bemerkenswert ist einmal mehr die Transfer-Aktivität, mit welcher die Tessiner fuhrwerken: Allein diesen Sommer wurden 26 Zuzüge und 20 Abgänge vermeldet. Aber derlei gehört an der Landesgrenze zu Italien längst zum Courant normale.

Ab kommender Woche alle Spiele im Livestream

Obwohl in der Challenge League auf unbestimmte Zeit nur noch «Fast-Geisterspiele» stattfinden, gibt es für die Anhänger des FC Wil auch gute Kunde. Die Swiss Football League lässt verlauten, dass ab nächster Woche alle Spiele der zweithöchsten Spielklasse live übertragen werden. Ein Spiel pro Runde gibt es weiterhin live auf dem frei empfangbaren TV-Sender Blue Zoom (ehemals Teleclub Zoom genannt) zu sehen, die anderen Partien in einem Livestream auf www.sfl.ch. Schon das Wiler Heimspiel am kommenden Dienstag gegen den FC Schaffhausen wird live gestreamt.